Religion


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Mission und Moderne Die Münchner Bahnhofsmission

24 Stunden - 7 Tage die Woche. Rund um die Uhr versorgen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Münchner Bahnhofsmission obdachlose und bedürftige Menschen. STATIONEN-Moderator Benedikt Schregle hat das Team einen Tag begleitet.

Stand: 16.11.2020

STATIONEN-Moderator Benedikt Schregle in der Bahnhofsmission München | Bild: BR

Die Münchner Bahnhofsmission am Gleis 11 bietet jedem Menschen Unterstützung, Beratung und Vermittlung an - unabhängig von Geschlecht, Religion, Nationalität oder Herkunft. Die Einrichtung wurde bereits 1897 als deutschlandweit erste katholische Bahnhofsmission von engagierten Frauen gegründet. Doch längst ist es ein gemeinsamer Dienst der katholischen und der evangelischen Kirche.

Bahnhofsmissionen: Hilfe für jeden

Hilfe am Gleis 11: die Münchner Bahnhofsmission

24 Stunden ist die Bahnhofsmission geöffnet. Auch in der Nacht gibt es einen Bereitschaftsdienst, wenn beispielsweise Frauen einen Schutzraum benötigen oder sich jemand in einer Krisensituation befindet. Bahnhofsmissionen sind für viele Menschen ein wichtiger Ort der Ruhe und der Wertschätzung, an dem keine Anforderungen gestellt werden und sie Unterstützung erfahren.

Durchgehend geöffnet - trotz Corona

STATIONEN-Moderator Benedikt Schregle im Gespräch mit einer Mitarbeiterin der Münchner Bahnhofsmission

Die 13 Bahnhofsmissionen in Bayern laufen nach wie vor im Krisenmodus mit einem entsprechenden Hygienekonzept. Wegen der räumlichen Enge bleiben vielerorts die Aufenthaltsräume geschlossen oder sind nur eingeschränkt nutzbar. Die Frage, wo beispieslweise Menschen ohne Obdach sich im Winter tagsüber aufwärmen oder neue Kraft tanken, diese Frage stellen sich alle Bahnhofsmissionen derzeit.

"Mission" – ein Begriff mit Beigeschmack

Die Bahnhofsmissionen entstanden zu einer Zeit, als die sozialen Probleme, die Landflucht und Industrialisierung mit sich brachten, nicht mehr zu übersehen waren. Der christlichen Mission in Asien, Afrika und Lateinamerika wurde die "innere Mission" im eigenen Land zur Seite gestellt.

Auch wenn zum Beispiel ein Besuch des Museums von Mission EineWelt in Neuendettelsau zeigt, wie sehr sich die "Mission" verändert hat, trägt der Begriff im Deutschen einen schalen Beigeschmack. Zu viel Unrecht ist in ihrem Namen geschehen, mit viel zu wenig Respekt vor Menschen und ihren Kulturen und Traditionen wurde sie betrieben. Das ist der Grund, warum der neue Vorstandsvorsitzende der "Inneren Mission" München, Pfarrer Thorsten Nolting, das Sozialunternehmen, das auch die evangelische Trägerin der Bahnhofsmission ist, nun umbenannt hat in "Diakonie München und Oberbayern". Die Bahnhofsmission freilich wird ihren Namen behalten. Er ist ein Markenzeichen für die Erste Hilfe in allen Notlagen.

Die Beiträge der Sendung:

  • Aneth Lwakatare: Eine moderne Missionarin
  • Geschichte der Mission: Aus dem Museum von Mission EineWelt in Neuendettelsau
  • Faire Handys: eine Utopie?

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