Religion


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Herausforderung Wüste Sinnsuche in der Sahara

Seit 25 Jahren lädt Agnes von Helmolt Interessierte ein, sie auf ihrer Wüstentour in der Sahara zu begleiten. Wer sich auf den Verzicht in der Wüste einlässt, der kommt als ein anderer zurück, davon ist sie überzeugt.

Von: Max Kronawitter

Stand: 19.12.2017

Mit 19 Kamelen ziehen sie durch die Wüste, schlafen auf Sand und ernähren sich von der einfachen Kost der Berber. 14 Frauen und Männer setzen sich den Strapazen einer Karawane aus, um mehr über sich herauszufinden.  Dafür haben sie sogar ihr Handy, Uhr und Kosmetika abgegeben.

Für die 78 jährige Margarete ist der Weg durch die Wüste eine Begegnung mit der Endlichkeit des Menschen. Nirgendwo sonst, erzählt die ehemalige Hebamme, habe sie sich über Leben und Tod, den Sinn des Ganzen intensiver auseinandergesetzt, als in der stets sich ändernden Formation der Dünen.  
Martine erlebt die Wüste als Ort der Geborgenheit. Sie liebt es, den Sand am ganzen Körper zu spüren.

„Die Wüste ist ein Tor zum Raum der Ewigkeit“

Seit 25 Jahren begleitet Agnes von Helmolt „Sinnsucher“ durch die Wüste. Dabei erlebt sie stets neu, wie sehr die Sahara Menschen öffnet und ihnen die eigenen, oft verborgenen Gefühle und Gedanken, offenbart. Für die Karawanenführerin ist die Wüste auch ein idealer Ort für spirituelle Erfahrungen.
Nicht nur die landschaftliche Schönheit fasziniert Agnes. Die Kargheit des Wüstenlebens hat ihr zudem eine neue Freiheit geschenkt: Die Notwendigkeit, sich bei einer Karawane auf das Nötigste zu beschränken, hat ihr gezeigt, wie überflüssig vieles ist. Nicht nur die Reduktion der Ausrüstung schenkt in der Wüste einen neuen Blick auf die Dinge.

"Wer auf Schmuck, Handy oder Kosmetik verzichtet, der legt auch seine Maske ab und macht sich nackt."

Agnes von Helmolt, Karawanenführerin

Dieser Verzicht auf das, was uns sonst Sicherheit verleiht, sei aber, so Agnes von Helmolt, die Voraussetzung, um einen ungefärbten Blick auf das eigenen Leben zu werfen. Zweimal im Jahr lädt Agnes von Helmolt Interessierte ein, sie gegen Kostenbeteiligung auf ihrer Wüstentour zu begleiten. Wer sich in dieser Weise auf die Wüste einlässt, der kommt, davon ist sie überzeugt, als ein anderer zurück.

14 Tage lang hat Filmemacher Max Kronawitter eine Wüstenkarawane begleitet. Dabei hat er mit seinem Team nicht nur faszinierende Wüstenlandschaften eingefangen. Erstaunlich offen schildern die Teilnehmer in der Reportage,  was die Wüste mit ihnen macht. 

Redaktion: Andrea Kammhuber


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