Religion


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Nikolaus? Geschenkt! Jenseits von Brauchtum und kindlichem Vergnügen

Was hat es auf sich mit der Geste des Schenkens, wenn es nicht der reine Austausch von materiellen Dingen sein soll, zu dem das Schenken mitunter zu verkommen droht? In STATIONEN erzählen Menschen vom Schenken und beschenkt werden – und das nicht nur an Nikolaus.

Von: Sabine Rauh

Stand: 30.11.2017

Irene Esmann und Brigitte Janner | Bild: BR/Sabine Barth

Luther ist an allem schuld, auch an der Entmachtung des heiligen Bischofs Nikolaus zugunsten des Christkinds. Vor Luther nämlich brachte der Heilige Nikolaus den Kindern Geschenke, nun aber hat er nur noch Mandarinen, Nüsse und Schokolade im Sack und den Krampus und die Rute dabei, theoretisch jedenfalls. Heute sieht der Nikolaus viel zu oft aus wie der Weihnachtsmann aus der Coca-Cola-Werbung. Geschenke und Schokolade an Nikolaus scheinen mittlerweile einen höheren Wert zu haben als die Geschichte, die hinter dem Brauchtum steckt.

Irene Esmann besucht am Nikolaustag die Kirchenküche der Versöhnungskirche in München. Dort hilft sie Brigitte Janner (Foto oben, rechts) und ihrem Team beim Kochen und Servieren. Denn hier verschenken Ehrenamtliche einen Teil ihrer Zeit: Zweimal in der Woche kochen verschiedene Kochteams ein warmes Mittagessen für Menschen aus dem Viertel, die nicht viel haben und oft auch alleine sind.

Irene Esmann in der Kirchenküche

Für einen Euro bekommen sie ein 3-Gänge-Menü mit Suppe, Hauptgericht und einer kleinen Nachspeise. In der Kirchenküche dürfen sie einfach Gast sein, sich an die hübsch gedeckten Tische setzen und wie in einem Restaurant bedienen lassen. Hier können sie gemeinsam mit anderen essen und trinken und sich austauschen.

Themen der Sendung:

  • Ein musikalisches Geschenk – Kinderprojekt über Flucht. Von Jutta Neupert
  • Nikolaus, Weihnachtsmann und Co. Von Bettina Weiz
  • Nestwärme. Von Friederike Kühn
  • Die Patin: Luise Kinseher - Warum sie sich für die Kirchenküche engagiert. Von Sabine Barth

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