Religion


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Fasten im Hinduismus Askese als Lebensaufgabe

Ähnlich wie im Buddhismus gibt es auch im Hinduismus keine einheitlichen Fastenzeiten. Manche Hindus fasten zum Ehrentag Shivas, andere zu Krishnas Geburtsag und wieder andere folgen mit ihrem Verzicht auf Nahrung dem Beispiel Ghandis und versuchen damit politisch etwas zu erreichen.

Stand: 14.02.2018

Fasten in den Weltreligionen: Guru, der meditiert | Bild: picture-alliance/dpa, colourbox.com, BR, Montage BR

Sannyasin raucht Haschisch

Für viele hinduistische Gurus, "Sadhu" genannt - also religiöse Lehrer - ist das Leben bestimmt durch Askese. Sie verzichten also auf alles, was nicht unbedingt zum Überleben notwendig ist: Sie leben zurückgezogen als Einsiedler, besitzen nur, was sie am Leib tragen, essen und trinken nur das zum Überleben nötige und leben auch sexuell enthaltsam.

Ein Sadhu, der sich vollkommen der Askese verschrieben hat, befindet sich in der vierten und letzten Phase des vedischen Ashrama-Systems. Er ist dann ein Sannyasin, also ein Entsagender, der sich von allem Weltlichen gelöst hat. Manche von ihnen ziehen umher, haben keinerlei Zuhause oder leben in Höhlen oder in der Nähe von Tempeln. Viele rauchen Haschisch oder Marihuanna, um sich ganz der Meditation zu widmen und leben von milden Gaben, einige tragen nicht einmal Kleider.

Fasten bis zum Ende - Prayopavesa

Sadhu, hinduistischer Wanderasket

Als ritualisierte Extremform des Fastens gibt es im Hinduismus das sogenannte Prayopavesa, das den Suizid durch Fasten in Kauf nimmt. Allerdings ist es nur Menschen vorbehalten, die keine Verpflichtungen mehr im Leben haben und auch keinerlei Wünsche mehr im Leben haben. Miteingeschlossen sind Menschen, die an einer schweren Krankheit oder Behinderung leiden. Damit ist die Praxis vergleichbar mit dem Sterbefasten hierzulande. Allerdings muss der Wille zum Prayopavesa vorher öffentlich erklärt und von Gelehrten geprüft und erlaubt werden. Ein Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist Sivaya Subramuniyaswami, ein in Kalifornien geborener Guru, der sich 2001 zu Tode hungerte, weil er Krebs im Endstadium hatte.


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