Religion


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Bischofsweihe in Würzburg Festgottesdienst im Kiliansdom

Nach nur fünf Monaten Sedisvakanz wurde der Speyrer Generalvikar Franz Jung zum 89. Bischof von Würzburg geweiht und damit Nachfolger von Bischof Friedhelm Hofmann, der 13 Jahre an der Spitze des Bistums stand.

Von: Andrea Kammhuber

Stand: 10.06.2018

Das Bistum Würzburg gehört seit 1818 zur Bamberger Kirchenprovinz. Deshalb weihte der Bamberger Erzbischof und Metropolit Ludwig Schick den neuen Bischof von Würzburg. Ihm zur Seite standen der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Bischof em. Friedhelm Hofmann. 

Zwei Freunde begleiteten Franz Jung zur Weihe: sein langjähriger Studienfreund, Generalvikar Klaus Metzl aus Passau, und der Prior der Kölner Gemeinschaft von Jerusalem Jean-Tristan de la Portelliere.

Vom Rhein an den Main

Franz Jung wurde 1966 in Mannheim geboren und  ist mit drei Geschwistern in Ludwigshafen am Rhein aufgewachsen. Er hat in München und Rom Philosophie und katholische Theologie studiert und wurde dann 1992 vom Limburger Bischof Franz Kamphaus in Rom zum Priester geweiht.

Erste Erfahrungen in der praktischen Seelsorge machte Franz Jung als Kaplan in Pirmasens und später in der Dompfarrei in Speyer, wo er auch als Sekretär von Bischof Anton Schlembach tätig war. Bischof Schlembach stammt aus dem Bistum Würzburg. Weil die Pfalz früher bayerisches Herrschaftsgebiet war, gehört der Bischof von Speyer bis heute der Bayerischen Bischofskonferenz an. So schließt sich ein Kreis. Seit 2008 leitete Franz  Jung als Generalvikar das Bischöfliche Ordinariat Speyer und war damit engster Mitarbeiter von Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

Wahlspruch und Wappen

Wappen Würzburger Bischof Franz Jung | Bild: BR/Eberhard Schellenberger

Der Wahlspruch des neuen Bischofs lautet: „spem ancoram animae“ – "Hoffnung als Anker der Seele“. Es ist ein verkürztes Zitat aus dem Hebräerbrief.


Der Anker, der den Platz des Schiffs im Hafen sichert,  ist eines der ältesten Symbole der Hoffnung, der Zuversicht und des Heils. Er findet sich schon in den römischen Katakomben, erinnert den Bischof also an seine Studienzeit in Rom.


Gleichzeitig verbinden die Würzburger den Anker auch mit vielen Diskussionen über die Zukunft der Kirche bei der Würzburger Synode von 1971-1975 und mit dem Beschlussdokument „Unsere Hoffnung“.


Kreuz, Ring und Bischofsstab

Franz Jung hat sich entschieden, keine neuen Insignien anfertigen zu lassen. Das schlichte Bischofskreuz und der Ring stammen aus dem Nachlass des Künstlers Max Faller.

"Vom Speyrer Domkapitel habe ich als schönes Zeichen der Verbundenheit den Bischofsstab unseres verstorbenen Weihbischofs Ernst Gutting als Dauerleihgabe für meinen Dienst bekommen."

Franz Jung

Das Bistum Würzburg

Der neue Bischof auf dem Stuhl des heiligen Burkard reiht sich ein in die lange Liste von Würzburger Oberhirten seit der Gründung des Bistums im Jahr 742. Heute hat das Bistum Würzburg 514 Pfarreien, in denen rund 750.000 Katholiken leben.

Hintergrund zur Weihe

Franz Jung wurde ganz genaugenommen "nur" zum Bischof geweiht, nicht zum Bischof von Würzburg. Deshalb kann auch Friedhelm Hofmann weiterhin Bischof sein. Erst nach der Weihe nimmt Franz Jung sein Bistum Würzburg in Besitz, indem er sich auf die Kathedra, den Bischofsstuhl setzt. Damit hat er dann auch die Autorität eines Diözesanbischofs. 


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