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Zoll und Steuer Versteckte Kosten beim Online-Kauf

Bei Internetkäufen lohnt sich der Vergleich: Die Preise schwanken zum Teil enorm. Vor allem ausländische Anbieter sind oft konkurrenzlos günstig. Doch wer etwa in den USA bestellt, sollte auch an Zoll, Steuern und Versandkosten denken - damit aus dem vermeintlichen Schnäppchen keine teure Überraschung wird.

Stand: 21.04.2015

Zollkelle und schwarze Handschuhe | Bild: picture-alliance/dpa

Generell gilt für Bestellungen aus Ländern außerhalb der EU: Zölle werden ab einem Warenwert von 150 Euro erhoben, falls die Ware zollpflichtig ist. Das betrifft nicht nur Klassiker wie Alkoholika, Zigaretten und Kaffee: Bei Textilien etwa beträgt der Zollsatz 12 Prozent, bei Fahrrädern 14 Prozent. Elektronische Geräte wiederum wie zum Beispiel Computer sind meist zollfrei.

Nicht zu unterschätzen: die Einfuhrsteuer

Nicht nur die Zollgebühren schlagen möglicherweise zu Buche: Ab einem Einkaufswert von 22 Euro werden 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer berechnet, und das betrifft alle Waren, nicht nur die zollpflichtigen. Hinzukommt, dass Zoll und Steuer nicht nur auf den reinen Warenwert erhoben werden, sondern auch auf die Versandkosten. Und die gehen bei internationalen Sendungen oft richtig ins Geld - auch ein Punkt, den man beim Kauf unbedingt berücksichtigen sollte.

Geschenke sind ebenfalls betroffen

Auch Geschenksendungen müssen ab einem bestimmten Betrag verzollt werden.

Die Freigrenze steigt von 22 auf 45 Euro an, wenn es sich um ein Geschenk handelt, das privat versendet wird. Schickt zum Beispiel die Tante aus den USA ein Geschenk an die Nichte nach Deutschland, das 100 Euro wert ist, wird die Einfuhrsteuer fällig, womöglich auch Zollgebühren.

Link-Tipp

Ausführliche Hintergründe zu Zöllen und Einfuhrsteuern erhalten Privatkunden unter:

Rechnungen und Verbote

Hintergrund

Der Zoll beschlagnahmt täglich gefälschte Produkte | Bild: BWZ zum Artikel Produkt-Fälschungen Echte Schnäppchen?

Wer geschickt Angebote und Preise vergleicht, kann in Internet-Shops günstig einkaufen. Aber Vorsicht: Schneller als man denkt, ist man Produkt-Fälschern auf den Leim gegangen. Und steht am Ende mit leeren Händen da. [mehr]

Wer im Ausland bestellt, sollte unbedingt darauf bestehen, dass eine Rechnung beiliegt, sodass der Warenwert in jedem Fall belegt werden kann. Außerdem sollte darauf geachtet werden, dass bestimmte Waren nicht über Grenzen hinweg gehandelt werden dürfen. Dazu gehören etwa Arzneimittel. Thomas Meister, Pressesprecher des Hauptzollamts München: "Die Einfuhr von Arzneimitteln durch Privatpersonen ist verboten. Das heißt, die Ware wird bei uns einbehalten und vernichtet. Oder sie wird wieder zurückgeschickt."

Garantien

Unabhängig von den zusätzlichen Kosten sollte man aber auch bedenken, dass es sich bei Käufen im Ausland als schwierig erweisen kann, auf seine Garantierechte zu pochen. Ähnliches gilt für Umtausch und Widerrufsrecht.

Stichwort Auslandsversand

Angenommen, Sie verschicken ein Paket (zw. 5 und 10 kg) per DHL. Das kostet innerhalb Deutschlands 8,49 Euro. Geht das gleiche Paket ins Ausland, wird's zum Teil richtig teuer, wie die folgenden Fall-Beispiele zeigen:

  • Österreich: 21,99 Euro
  • Schweiz: 34,99 Euro
  • USA: 47,99 Euro
  • China: 59,99 Euro


Quelle: DHL ( Stand: April 2015)


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