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Tigermücken Infektionen mit Dengue-Fieber nehmen zu

Schon in mehr als 100 Ländern findet man die Tigermücke - sie kann das Denguefieber übertragen. Noch wird die Krankheit unterschätzt, dabei ist ihr Potenzial so tödlich wie das von Malaria.

Stand: 02.04.2014

Pictogramme: Sonne, Weltkarte, Tigermücke | Bild: Creativ Collection

Das Denguevirus gehört zu den sich am schnellsten ausbreitenden Erregern: Weltweit erkranken laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 100 Millionen Menschen an der Infektionskrankheit, die von den tagaktiven Tigermücken übertragen wird. Als Risikogebiete gelten Laos, Thailand, die Philippinen, Indonesien, Australien und Brasilien.

Exotische Mücken in Deutschland

Auch bei uns wird die Tigermücke immer wieder gesichtet - meist nur in Einzelexemplaren und ohne die gefährlichen Viren im Gepäck. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich das Dengue-Virus in unsere Breiten vorgearbeitet hat und sich der erste Mensch hierzulande durch eine infizierte Mücke ansteckt. In Mittel- bis Südtalien und in Gewächshäusern in den Niederlanden ist die Tigermücke bereits heimisch.

Schwierige Diagnostik

Die Tigermücke verbreitet sich rasant über den Erdball.

Dengue-Fieber äußert sich mit ähnlichen Symptomen wie Malaria, daher wird die Krankheit oft nicht richtig diagnostiziert - und nicht richtig behandelt. Denguefieber ist wesentlich schwieriger nachzuweisen als Malaria: Man benötigt umfangreiche Labordiagnostik, um eine sichere Diagnose zu stellen. Den Malariaerreger dagegen kann man mit nur einem Tropfen Blut unter dem Mikroskop identifizieren.

Grippeähnliche Symptome

Es gibt vier Typen von Dengue-Fieber, die beide von Stechmücken (Aedes albopictus und Aedes aegypti, auch Tigermücke genannt) übertragen werden. Ist man durch eine Erkrankung immun gegen einen der vier Typen, gilt das nicht für die drei anderen. Die meisten Erst-Infektionen verlaufen glimpflich: Erkrankte Erwachsene bekommen hohes Fieber, starke Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, häufig begleitet von einem charakteristischen Hautausschlag am Körper. Die akute Phase endet aber meist nach fünf bis sieben Tagen ab, die Genesung kann sich aber Wochen hinziehen.

Gefährliche Zweit-Infektion

Eine Zweit-Infektion mit dem Dengue-Virus kann dagegen gefährlich werden. Es drohen innere Blutungen. Was zum Beispiel bei Operationen und unentdeckter Erkrankung lebensbedrohliche Folgen haben kann. Um bei wiederholten Infektionen schwere Verläufe zu verhindern, ist unbedingt auf eine ausreichende Vorsorge zu achten - vor allem wenn man mehrfach in gefährdete Gebiete reist.

Kinder sind besonders gefährdet

Kleinkinder, die in tropischen Gebieten leben und sich mit Denguefieber anstecken, sind besonders gefährdet: 15 Prozent von ihnen sterben.

Das Dengue Hämorraghische Fieber (DHF) ist eine gefährliche Verlaufsform des Dengue-Fiebers. Es kann im Extremfall auch zu einem lebensbedrohlichen Schock führen. Schwere Fälle gehen einher mit inneren Blutungen oder Kreislaufversagen. Diese treten vor allem bei Kindern unter fünf Jahren - sie tragen das höchste Erkrankungsrisiko - und bei Patienten auf, die sich wiederholt infiziert haben.

Wie schützt man sich?

Es gibt keine Impfung und kein spezielles Medikament, das gegen die Viren wirkt - beim Dengue-Fieber kann man nur die Symptome lindern. Bei guter medizinischer Versorgung sind die Genesungschancen allerdings sehr gut. Wer in gefährdete Gebiete reist, sollte sich ausreichend mit Mückenschutzmittel einreiben und die Kleidung einsprühen: Da die Tigermücken im Gegensatz zu den Malariamücken tagaktiv sind, unbedingt auch tagsüber auf ausreichenden Mücken-Schutz achten.


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