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Online-Shopping Neue Regeln für Käufer im Versandhandel

Wer im Internet einkauft oder bei einem Versandhändler bestellt, für den gelten neue Regeln. Die Rücksendekosten können nun auf die Kunden abgewälzt werden, auch das Verfahren beim Widerruf hat sich geändert.

Stand: 13.06.2014

Shopping | Bild: picture-alliance/dpa

Der Gesetzgeber hat das Widerrufsrecht im Fernabsatzgesetz geändert. Ab 13. Juni 2014 können Online-Shop-Betreiber die Portokosten für die Rücksendung komplett auf ihre Kunden abwälzen. Die Rückgabefrist für den Widerruf einer Bestellung bleibt bei 14 Tagen, jetzt auch EU-weit. Die Richtlinien gelten für Bestellungen im Internet, per Telefon, aber auch für Verkäufe an der Haustür, bei Produktpartys oder auf Kaffeefahrten.

Neue Pflichten für Käufer

Laut Gesetz ist es nun möglich, dass der Käufer das Rückporto selbst tragen muss. Bislang waren die Shops in der Pflicht, die Versandkosten zu übernehmen, wenn der Warenwert bei vierzig Euro oder mehr liegt. Kunden dürfen Bestellungen binnen 14 Tagen zurückschicken, allerdings muss der Widerruf ab jetzt ausdrücklich erklärt werden - am besten schriftlich mit Datum und Kunden- und Bestellnummer.

"Ich glaube, intuitiv haben das die meisten Menschen bisher schon so gemacht. Was man jetzt nicht mehr machen kann, ist die Ware einfach dem Postboten wieder mitgeben. Da könnte sich der Händler dann störrisch zeigen."

Michael Sittig, Stiftung Warentest

Begründet werden muss der Widerruf nach wie vor nicht. Er kann per Email oder Fax erfolgen oder man legt die Erklärung mit in das Paket, wenn man die Ware zurückschickt. Bei hohem Summen empfiehlt es sich, die Widerrufserklärung per Einschreiben mit Rückschein abzuschicken.

Retouren-Quoten beim Online-Shopping zwischen 10 und 50 Prozent

Laut Umfragen und Studien liegen die Retouren-Quoten im Handel im Schnitt bei 10 bis 16 Prozent. Bei Kleidung und Schuhen sind die Kunden noch rücksendefreudiger: Hier steigt die Quote auf 25 Prozent, bei einzelnen Versendern sogar auf 50 Prozent. Denn viele Kunden bestellen vorsorglich Artikel in mehreren Größen, um letztendlich nur das wirklich passende Teil zu behalten.

Kulante Versandhändler

Viele Online-Shops sind kulanter als das Gesetz, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westphalen ermittelt hat. Die Verbraucherzentrale hat fünfzig umsatzstarke Anbieter analysiert und festgestellt, dass weniger als die Hälfte strikt auf die rechtlichen Vorgaben pocht. Die meisten sind deutlich kundenfreundlicher und übernehmen auch unter vierzig Euro die Rücksendekosten oder verlängern freiwillig das Widerrufsrecht auf dreißig Tage.

Kaum Änderungen bei den großen Shops

Gratis-Rücksendung werden noch stärker zum Wettbewerbsvorteil für Shopbetreiber im Versandhandel.

Auch für die Zukunft haben einige große Online-Versandhändler angekündigt, das Porto nicht auf die Kunden abzuwälzen. Auf jeden Fall wird die Gratis-Rücksendung noch stärker zum Wettbewerbsvorteil als bislang, denn darauf basiert mitunter auch das Geschäftsmodell. Wer also die Rücksendung nicht übernimmt, wird womöglich als Shop schnell Umsatzrückgänge verbuchen.


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