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Effektiver ausmisten Systematisch statt Stück für Stück

Gehen Sie beim Ausmisten nicht stückweise ans Werk, sondern systematisch. Überlegen Sie sich grundsätzlich, was Sie in Ihrer Wohnung zum Leben brauchen.

Stand: 01.07.2016

Bücherregal | Bild: colourbox.com

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Dieser Leitspruch des Schriftstellers Erich Kästner klingt so leicht und ist doch so schwer umzusetzen. Da steht man nun vor überquellenden Schränken, Schreibtischen und Bücherregalen und fragt sich, wo all das Zeug bloß herkommt? Beim Füllen geholfen haben zum Beispiel Kauflust, Lethargie, Erschöpfung, Zeitnot und Desorganisation - und diese "Monster des Alltags" gilt es erst einmal zu überwinden, um Ordnung im Heim zu schaffen.

Nachdenken alleine reicht da nicht. Das Gehirn braucht die Hände, um eine Veränderung im Leben zu bewirken. Und beide brauchen ein Steuer, das sie beim Arbeiten führt. Steuern Sie Ihr Ausmist-Projekt durch ein System, dass Sie sich mit folgenden Tipps zusammenstellen.

Wie man Gerümpel in den Griff bekommt

Räume und Dinge

Natürlich kann man dem Gerümpel des Alltags immer wieder hier und da zu Leibe rücken, doch das kostet viel Zeit, viel Kraft und löst Organisationsprobleme meist nicht nachhaltig. Sie zeigen sich zum Beispiel in den Wohnungsbereichen, die sich immer wieder in Sekundenschnelle mit Gerümpel füllen. Bevor Sie also stückweise ans Werk gehen, sollten Sie sich grundsätzlich überlegen, was Sie überhaupt in Ihrer Wohnung brauchen: Wie viele Räume stehen Ihnen zur Verfügung und was soll dort hinein?

Entscheiden Sie sich und ordnen Sie erst dann den Räumen die entsprechenden Dinge, also Einrichtungsgegenstände, zu. Wer will, kann sich das mit einer Grundriss-Skizze der Wohnung und proportional zugeschnittenen Papier-Schnipseln (Möbel) verbildlichen. Achten Sie beim Einrichten auf kurze Wege: Was Sie häufig in einem Raum brauchen, sollte auch dort zu finden sein.

Stauraum überprüfen

Überprüfen Sie dazu die Aufbewahrungsmöglichkeiten in Ihrer Wohnung. Haben Sie genug Stauraum, ist er am richtigen Ort und richtig sortiert? Wenn nicht, zeigt sich das meist in unordentlichen Bereichen in der Wohnung. Deshalb sollten Sie auch bei der Aufbewahrung mit System vorgehen. Brauchen Sie allerdings ständig neue Schränke, Regale oder Kommoden, sollten Sie vor dem Kauf überlegen, ob Sie diese Neuanschaffungen wirklich brauchen oder lieber Zeit ins Entrümpeln investieren. Überlegen Sie schon beim Kauf neuer Dinge, wo Sie diese unterbringen können. Das reduziert die Kauflust meist deutlich.

Keine Hauruck-Aktionen

Wenn Sie sich grundsätzlich für ein Einrichtungs- und ein Aufbewahrungssystem entschieden haben, können Sie ans Werk gehen - und das dann am besten portionsweise, damit Sie auch durchhalten. Teilen Sie die Portionen ein, je nachdem wie viel Zeit Sie täglich dafür haben, wie voll Ihre Wohnung ist und wie schnell Sie sich beim Ausmisten entscheiden können. Das finden Sie heraus, indem Sie die Zeit stoppen, die sie brauchen, um einen Schrank oder ein Regal zu entrümpeln. Planen Sie keine 24-Stunden-Hauruck-Aktionen. Diese enden selten erfolgreich und Ihre Motivation wird nachhaltig leiden.

Ausmisten mit Kisten

Hat das Gehirn gearbeitet, kommen die Hände dran. Schnell und zügig wühlen sie sich durch Gerümpel, wenn Sie ihnen Kisten zum Abladen der ausgemisteten Gegenstände geben. So halten Sie sich nicht lange damit auf, Dinge in Ihrer Wohnung hin und her zu räumen, sondern misten zügig und konzentriert aus - ohne abzuschweifen. Machen Sie sich schwungvolle Musik an, die nicht zum Träumen animiert. Dann stellen Sie die Kisten auf.

Wer sich gut entscheiden kann, nimmt vier Kisten und beschriftet diese zum Beispiel mit den Anweisungen Entsorgen, Reparieren, Behalten und Übergang. In die Übergangskiste kommen Dinge, von denen Sie sich (noch) nicht trennen können. Diese Kiste sollte eine befristete Lebenszeit haben: Die Gegenstände darin, die Sie nach einem Jahr nicht wieder verwendet haben, werden Sie auch künftig nicht mehr brauchen und können Sie getrost entsorgen. Die Übergangskiste sollte nach dem Ausmisten nicht überquellen. Versuchen Sie sich zu entscheiden. Am Anfang fällt das schwer, wird im Laufe des Ausmistens aber immer leichter.

Kisten-Tipp

Können Sie sich grundsätzlich schlecht entscheiden, empfehlen die Ratgeber-Autoren Witthüser und Klapproth diese Kisten-Parade:

  • Entscheidungskiste: Sortierzentrale, die alle ausgemisteten Dinge durchlaufen, bevor sie auf die anderen Kisten verteilt werden.
  • Müll: Wegwerfen & Recyceln
  • Neuer Ort: Für Gegenstände, die in der Wohnung umziehen werden - auch wenn Sie noch nicht wissen wohin.
  • Verwerten: Verschenken & Verkaufen
  • Unklar: Entscheiden Sie sich bald, wo diese Dinge hinkommen sollen.
  • Reparieren: Reinigen & Zurückgeben
  • Schätze: Dinge, die einen starken emotionalen Wert für Sie haben.

Funktioniert's?

Überprüfen Sie auch große Möbelstücke immer wieder auf Funktionalität: Was im Weg steht, stört oder nicht passt, muss gehen - zum Sperrmüll, Flohmarkt oder in karitative Einrichtungshäuser.

Papiere des Grauens

Neben Gegenständen sammelt sich gerne auch Papier in der Wohnung an - und dass meist rasend schnell. Wer dem Einhalt gebieten will, sollte seine Abonnements überprüfen, an den Briefkasten "Keine Werbung einwerfen" kleben und die Papier-Berge mit einem Kisten-System (Witthüser/Klapproth) regelmäßig ausmisten. In die Entscheidungskiste kommt alles, was durchgesehen werden muss, bevor es auf folgende Kisten verteilt wird: Altpapier, Kataloge (Geheftetes), Zettel (kleiner als DIN A4), Urkunden (Zeugnisse, Kaufverträge), Dokumente (Amtliches) und Schätze (Briefe, Zeichnungen & Notizen).

Bändigen Sie das sortierte Papier anschließend in Stehsammlern (Kataloge, Zeitschriften), in Hängeregistern oder Ordnern, etwa in die Bereiche Finanzen, Wohnung und Privat. Nach dem Ausmisten sollten die Papiere künftig einen festen Ort haben, damit sie sich nicht mehr überall in der Wohnung verteilen. Behalten Sie zudem Ihre Post im Auge: Schauen Sie diese regelmäßig durch, damit sich keine Post-Berge ansammeln, die viel Überwindung beim Abbau - und bei Rechnungen Geld - kosten.

Merken Sie sich diese Sprüche und erleichtern Sie sich Wohnen und Leben:

Hilfreiche Sprüche

Alles an seinem Platz und Platz für alles.

Gleiches zu Gleichem ordnen.

Was brauchen Sie in welchem Raum? Ordnen Sie Räumen Tätigkeiten und damit Dinge zu.

Kurze Wege: Alles dort lagern, wo es gebraucht wird. Das gilt besonders für das Küchendreieck: Halten Sie den Weg kurz zwischen Kühlschrank, Herd und Spüle.

Alltagsgegenstände in Griffnähe platzieren.

Weniger ist mehr: Wer seine Einrichtung reduziert, spart Zeit beim Aufräumen und putzen.

Wer ausmistet und ordnet, spart Zeit beim Suchen.

Fragen Sie sich: Tut mir dieser Gegenstand gut? Nutze ich ihn?

Behalten Sie nur Lieblingsstücke.

Kommt etwas Neues ins Haus, muss etwas Altes gehen (am besten aus dem gleichen Bereich).

Alles, was keine Beine hat, gehört nicht auf den Boden. Ausnahme: Regale.

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