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Bio-Rhythmus Wie passt man die innere Uhr an die Zeitumstellung an?

Jedes Frühjahr und jeden Herbst das Gleiche: Ende März und Ende Oktober werden die Uhren umgestellt. Mal verlieren wir eine Stunde Schlaf, dann bekommen wir sie wieder geschenkt. Wie passt man sich am besten an die Zeitumstellungen an?

Stand: 23.03.2018

Frau gähnt | Bild: colourbox.com

Im Frühjahr, wenn auf Sommerzeit umgestellt wird, wird uns eine Stunde "geklaut": Vielen Menschen fällt diese Umstellung schwerer als das Ende der Sommerzeit im Herbst. Wer es sich zeitlich leisten kann, sollte deshalb am Wochenende vor einer Sommerzeit-Umstellung schrittweise vorgehen und schon am Samstag den Lebensrhythmus inklusive der Essenszeiten um eine halbe Stunde verschieben.

Am Sonntag kann der Tagesablauf dann um eine ganze Stunde nach vorne verlagert werden - dann ist der erste Montagmorgen in der Sommerzeit leichter zu verkraften. Das ist wichtig, weil es nämlich an diesem Tag vermehrt zu Verkehrsunfällen kommt. Laut einer schwedischen Studie erhöht sich zudem nach der Umstellung auf die Sommerzeit die Zahl der Herzinfarkte.

"Der Unsinn der Sommerzeit ist, dass nicht nur auf eine Stunde früher umgestellt wird, sondern die innere Uhr durch das Abendlicht auch noch später gestellt wird, sodass der reale Unterschied zwischen innerer und äußerer Uhr noch viel größer ist als eine Stunde."

Till Roenneberg, Professor für Chronobiologie in München

Das hilft bei der Zeitumstellung

Schlafenszeit

Gehen Sie schon ein paar Tage vor der Zeitumstellung jeweils 15 Minuten früher schlafen. Nach der Zeitumstellung sollten sowohl Früh- wie auch Spätaufsteher möglichst zeitig ins Bett gehen und morgens früh aufstehen.

Mittagsschlaf

Auf Powernapping zwischendurch sollten Sie nach der Zeitumstellung erstmal verzichten. Nach 14 Tagen sollte sich Ihr Körper an den neuen Rhythmus angepasst haben und der Mittagsschlaf ist wieder erlaubt.

Tageslicht

Tanken Sie im Frühjahr so viel Tageslicht wie möglich und bewegen Sie sich an der frischen Luft. Das hilft dem Körper bei der Umstellung.

Ernährung

Die Zeitumstellung kann vorübergehend auf den Magen schlagen. Um gut schlafen zu können, sollten Sie abends nur eine leichte Mahlzeit zu sich nehmen und auf kreislaufanregende Getränke verzichten.

Frühes Erwachen im Herbst

Säuglinge und ältere Menschen reagieren am meisten auf die Zeitumstellung.

Die Umstellung von der Sommer- auf die Winterzeit fällt vielen Menschen leichter. Laut Schlafforscher Alexander Blau von der Berliner Charité neige die innere Uhr dazu, etwas langsamer zu gehen, falls sie frei laufe. Bei ihr sei ein Tag etwa 24,2 Stunden lang. Bei der Umstellung im Herbst wachen viele Menschen zudem am Morgen früher auf - dafür sind sie abends auch früher müde. Säuglinge und ältere Menschen sind eher betroffen.

Meist pendelt sich diese Verschiebung aber nach ein paar Tagen wieder ein. Tipp: Wer in der Umstellungsphase auf den Mittagsschlaf verzichtet, kann nachts besser ein- und durchschlafen. Auf die Einnahme von Schlafmitteln sollte man nach Möglichkeit verzichten. Pflanzliche Mittel wie Baldrian, Melisse oder Hopfen dagegen, zum Beispiel in Form von Tees, sind unproblematisch.

Abstimmung

Hätten Sie gerne das ganze Jahr über eine Zeit?

Diese Abstimmung ist keine repräsentative Umfrage. Das Ergebnis ist ein Stimmungsbild der Nutzerinnen und Nutzer von BR.de, die sich an der Abstimmung beteiligt haben.

Jeder Mensch hat seine eigene innere Uhr

Gehirnscan mit Uhr | Bild: Teledsign Holzach

Jeder Mensch hat einen eigenen Rhythmus, nach dem er oder sie - eigentlich - leben sollte. Die eine ist morgens um sieben schon putzmunter, der andere muss sich zu dieser Zeit erst noch einmal umdrehen. Mediziner warnen davor, über einen längeren Zeitraum hinweg gegen die eigene innere Uhr zu leben. Folgen eines unnatürlichen Lebensrhythmus können Magen- und Darmerkrankungen, Herz- und Kreislaufprobleme sowie depressive Verstimmungen sein.

Der Alltag sieht anders aus

Der Alltag nimmt keine Rücksicht auf die innere Uhr.

Im Alltag überhören wir das Ticken unserer inneren Uhr allzu oft: Wenn Körper und Geist frühmorgens noch schlafen wollen, müssen wir aufstehen und lernen oder arbeiten gehen. Dabei funktioniert unser Hirn erst gegen zehn Uhr so richtig gut. Im Büro gönnen wir mittags Körper und Geist auch nicht die 30-Minuten-Pause, nach der unser Bio-Rhythmus verlangt. Außerdem sind wir abends meist viel zu lange wach.

Körperrhythmus: So ticken wir

7.00 Uhr
Wenn der Wecker so früh klingelt, hat der Mensch Lust auf Sex, denn er erwacht mit einer hohen Konzentration an Sexualhormonen im Blut.

10.00 Uhr
Unser Gehirn ist gut durchblutet und steht uns beflissen zu Diensten.

12.00 Uhr
Das Hirn geht in Mittagspause, der Körper stellt sich auf Verdauung ein.

13.00 Uhr
Körper und Geist bräuchten 30 Minuten Schlaf zur Erholung.

15.00 Uhr
Zeit für den Zahnarzt - der Körper ist weniger schmerzempfindlich.

16.00 Uhr
Unser Gehirn läuft noch einmal zu großer Leistungsfähigkeit auf.

19.00 Uhr
Wer es nicht sein lassen kann: Ab jetzt Alkohol trinken - denn erst abends baut die Leber Alkohol gut ab.

20.00 Uhr
Körper und Geist freuen sich auf die Nachtruhe. Wer jetzt noch Spannendes liest oder fernsieht, könnte schlechter einschlafen.

Quelle: nano


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