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Medikamente ... mit Koffein und Tabletten

Es ist die anregende Wirkung des Koffeins, dass Cola, Kaffee oder Tee - ob schwarz oder grün - so beliebt macht. In geringen Mengen ist es auch gesund. Doch die Mischung Kaffee, Tee oder Cola und ein Medikament - das kann in manchen Fällen gefährlich werden.

Stand: 24.06.2016

Ein Würfelzucker plumpst in eine Tasse Kaffee | Bild: picture-alliance/dpa

Man trinkt einen Schluck Kaffee - und das Koffein verteilt sich innerhalb von fünf Minuten im ganzen Körper. Das tut gut, denn die Lebensgeister erwachen dadurch auf die schnelle Tour. Koffein wirkt zwar sehr rasch, wird aber in unserem Körper sehr langsam abgebaut. Bei manchen Menschen kann die Wirkung sogar fünf bis sechs Stunden anhalten. Insbesondere ältere und leichtgewichtige Menschen sowie Frauen, die die Antibabypille nehmen, bauen Koffein besonders langsam ab.

"Kaffee, Schwarztee, Grüntee und Cola enthalten Koffein: Und Koffein provoziert eine Vielzahl von Wechselwirkungen mit Medikamenten. So können zum Beispiel Antibiotika den Abbau des Koffeins im Körper verlangsamen. Das kann dann dazu führen, dass eine Tasse Kaffee wie drei Tassen Kaffee wirkt: Man schwitzt, kriegt Herzrasen, der Blutdruck steigt vielleicht an - so zum Beispiel auch die Wirkung von Schmerzmitteln. Das ist einerseits gut, andererseits verstärkt es die Nebenwirkungen. Hier kann es auch zu Herzrasen kommen."

Prof. Dr. Julia Kirchheiner, Vizepräsidentin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte

Koffeinquellen: Tee und Cola

Eine Alternative zum Kaffee ist für viele Menschen Tee, da er weniger Koffein enthält. Früher wurde das im Tee enthaltene Koffein zur Unterscheidung "Teein" genannt, aber chemisch ist es der gleiche Stoff. Die Koffeinmenge im Tee hängt nicht von der Farbe ab, ob grün oder schwarz, sondern von der Qualität. Es ist eine Frage der Sorte und der Qualität des Tees. Und ob er grün oder schwarz in den Handel kommt, hängt von der Art der Verarbeitung ab.

Da Koffein eine schmerzlindernde Wirkung hat, enthalten zum Beispiel viele Mittel zur Schmerzbekämpfung Koffein. So erklärt sich auch die aus der Volksheilkunde bekannte Wirkung einer Tasse starken Kaffees mit einem Schuss Zitronensaft.

Herzprobleme nach Cola und Schmerztablette

Vor über 120 Jahren startete eine der bekanntesten koffeinhaltigen Limonaden ihren weltweiten Siegeszug in einer Apotheke in Atlanta, USA. Das Getränk aus Cola-Nüssen und Coca-Blättern wurde erfolgreich als Tonikum gegen Kopfschmerzen gehandelt. Nimmt man aber eine Schmerztablette und spült sie mit Cola hinunter, dann wird dieser Doping-Effekt erheblich gesteigert. Der Koffeinstoß kann Herzprobleme verursachen.

Da Koffein eine erhebliche Wirkung auf Herz, Kreislauf, Magen und Nieren sowie der Muskeln hat, kann es bei der Einnahme von Medikamenten in Kombination mit koffeinhaltigen Getränken zu allerlei unerwünschten Neben- und Wechselwirkungen kommen. Die Wirkung anregender Mittel wird deutlich verstärkt, und die von beruhigenden abgeschwächt und gehindert.

Wechselwirkungen mit Koffein

Herztabletten

Eine verstärkte Wirkung ergibt die Kombination von Koffein und Herztabletten. Das kann zu Herzrasen, Schwindel, Unruhe und Atemnot führen. Das gilt auch bei Asthmamittel und manche Schilddrüsenhormone.

Blutdrucksenker

Nimmt man Mittel zur Blutdrucksenkung ein und spült diese mit einem koffeinhaltigen Getränk hinunter, könnte der Blutdruck ansteigen anstatt abfallen. Auch die Wirkung von Antidepressiva wird aufgehoben.

Wassertreibende Pillen

Wenn wassertreibende Pillen mit Koffein eingenommen werden, ist das häufige Rennen auf die Toilette programmiert. Es besteht die Gefahr von zu hohem Wasserverlust und der Austrocknung - besonders bei älteren Menschen, die ohnehin zu wenig trinken.

Diabetes-Medikamente

Diabetes-Medikamente und Koffein vertragen sich auch nicht. Dadurch kann der Blutzucker gefährlich weit abfallen.

Antibabypille

Des Weiteren verzögern manche Antibiotika und die Antibabypille den Abbau des Koffeins im Körper. Außerdem können die Gerbstoffe in Kaffee und Tee die Aufnahme von Eisen aus Vitaminpräparaten behindern. Es entstehen schwerlösliche Verbindungen und der Körper scheidet das Eisen ungenutzt aus.

Vorsicht: Viele Medikamente reagieren mit Koffein

Grundsätzlich sollte man am besten Medikamente mit einem Glas Leitungswasser einnehmen. Und solange Menschen, die dauerhaft Medikamente einnehmen müssen, etwa zwei bis drei Stunden Abstand zwischen dem Koffein und der Einnahme der Pillen halten, dürfte eine Tasse Kaffee oder Tee nicht problematisch sein.


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