Themen - gesundheit


28

Medikamente .... mit Grapefruit

Die Grapefruit - Königin der Zitrusfrüchte - ist sehr gesund. Wenn ein Schnupfen droht, kann ein richtiger Vitaminstoß, ein Glas frisch gepresster Grapefruitsaft, nicht schaden. Und auch viele Diäten preisen die Grapefruit als ein wahres Wundermittel. Vor jeder Mahlzeit eine halbe Grapefruit und die Pfunde schmelzen dahin. Wirklich gesund? Ja, solange man keine Medikamente einnehmen muss.

Stand: 24.06.2016

Grapefruit | Bild: PhotoAlto

Früchte beeinflussen oder verstärken die Wirksamkeit von Medikamenten, vor allem Saft und andere Zubereitungen von Grapefruit. Grapefruitsaft plus Medikament - das kann lebensgefährlich sein. Denn er erhöht die Wirkung von Medikamenten um bis zu 70 Prozent. Todesfälle sind bekannt und nicht alle Beipackzettel warnen vor dieser riskanten Mischung.

Viele schlucken gefährliche Medikamenten-Cocktails

Laut Stiftung Warentest kommen pro Jahr auf jeden gesetzlich Krankenversicherten im Schnitt neun verordnete rezeptpflichtige Mittel und elf nicht verschreibungspflichtige. Vor allem Ältere nehmen häufig viele Arzneien. Herzkranke müssen beispielsweise Tabletten zur Regulierung von Puls, hohem Blutdruck, Cholesterin, zur Entwässerung und zur Blutverdünnung einnehmen.

Gelegentlich kommen auch noch Tabletten gegen Kopf- oder Gliederschmerzen und Sodbrennen sowie manches Vitaminpräparat hinzu.

Wechselwirkungen

Blutdrucksenkung

Nimmt man Mittel zur Blutdrucksenkung ein und spült diese mit Grapefruitsaft hinunter, könnte der Blutdruck erheblich mehr abfallen als erwünscht.

Cholesterinsenker

In Kombination mit einem Cholesterinsenker können Schmerzen und Muskelschwäche auftreten.

Herztabletten

Eine deutlich verstärkte Wirkung ergibt auch die Kombination von Grapefruitsaft und Herztabletten. Das kann zu Herzrasen, Schwindel und Atemnot führen.

Wassertreibende Mittel

Wassertreibende Mittel in Kombination mit Grapefruitsaft ist das häufige Rennen auf die Toilette bereits vorprogrammiert. Es besteht die Gefahr von zu hohem Wasserverlust und der Austrocknung, besonders bei älteren Menschen, die ohnehin zu wenig trinken.

Schlafmittel

Schlafmittel und der Saft der Pampelmuse vertragen sich auch nicht. Die Symptome können einem Vollrausch ähneln.

Hormonpräparaten, Antiallergika, Antibiotika

Auch mit Hormonpräparaten, Antiallergika oder Antibiotika ist die Grapefruit ein riskanter Mix.

Potenzmittel

Für Männer ist die Königin der Zitrusfrüchte plus Potenzmittel tabu.

Orangen- und Apfelsaft sind unbedenklich

Orangen- und Apfelsaft sind unbedenklich

Also Finger weg von Grapefruit und Medikamenten. Doch was ist mit Orangensaft? Da kann Entwarnung gegeben werden, er gilt genauso wie Apfelsaft als unbedenklich. Die Ausnahme unter den Orangen ist die Bitterorange oder Seville-Orange, die als Bestandteil in manchen Orangenmarmeladen enthalten ist. Sie enthält nämlich ähnliche Bitterstoffe wie die Grapefruit.

Was ist mit Cranberry-Saft?

Cranberry-Saft ist im Mix mit Arzneien auch nicht ratsam. Er kann zum Beispiel die Wirkung von Schmerzmitteln beeinflussen. Für Diabetiker besteht die Gefahr von Unterzucker. Und Blutverdünner zusammen mit dem roten Saft können zu Blutergüssen führen. Wer Blutverdünner mit Cranberry-Saft hinunterspült, sollte sich deshalb nicht wundern, wenn es bei jedem kleinsten Anstoßen gleich blaue Flecken gibt. So gefährlich wie der Mix mit der Pampelmuse sind Preiselbeeren jedoch nicht.


28