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Schlaf Reset für Körper und Geist

Zu viel davon macht müde, zu wenig krank. Es kommt auf die Qualität an, nur dann ist Schlaf auch gesund. Auch wenn es nicht so aussieht: Während wir schlafen, sind unser Körper und unser Geist höchst produktiv. Hinter den geschlossenen Augen wird hart gearbeitet.

Stand: 18.03.2014

Schlafende Frau im Bett (Symbolbild) | Bild: picture-alliance/dpa

Schlafen gehört zu den biologischen Grundfunktionen. Wie essen und trinken. Schlaf ist aber nicht selbstverständlich: 42 Prozent der Deutschen leiden gelegentlich unter schlechtem Schlaf, bis zu 15 Prozent müssen sich deswegen sogar behandeln lassen.

Lebenswichtige Prozesse laufen ab

Oberflächlich betrachtet ist der Schlaf ein Off-Modus unseres Körpers. In Wirklichkeit jedoch finden in dieser Zeit lebenswichtige Prozesse statt: Nervenzellen verknüpfen sich, Proteine werden aufgebaut, Hormone ausgeschüttet. Während wir schlafen, laufen wichtige Wundheilungsprozesse ab, das Immunsystem stabilisiert sich, unsere Zellen regenerieren sich, Kinder wachsen. Im Schlaf wird unser Gehirn entrümpelt, Eindrücke und Erlebnisse des Tages werden sortiert, verworfen, abgespeichert. Der Schlaf ist ein physiologischer und psychologischer Reset - ohne Schlaf kein Leben. Dennoch ist Schlafen ein weitgehend unbewusster Prozess, der sich unserem Willen entzieht. Wir können ihn nur zulassen.

So kann man es auch nennen

schlummern, pennen, nächtigen, ratzen, knacken, pofen, ruhen, in Morpheus Armen liegen, Nickerchen machen, einschlafen, zu Bett gehen, sich in die Federn legen, am Kissen horchen, molle machen, einnicken, dösen, in die Falle hauen, in die Heia gehen, rüsseln, schnörcheln, hinlegen

Qualität statt Quantität

Eine Auswertung ergab: Der Durchschnittsdeutsche geht um 23.04 Uhr ins Bett, ist eine Viertel Stunde später eingeschlafen und wacht nach sieben Stunden und 14 Minuten wieder auf. Beim Schlaf kommt es allerdings auch auf die Qualität an. Nur guter Schlaf ist erholsam. Ausschlaggebend für einen gesunden Schlaf ist der Anteil am sogenannten Tiefschlaf. In dieser Phase laufen die lebenswichtigen Prozesse ab, unser Körper regeneriert sich.

"Schlaf ein Zustand, in dem unser Körper eingeschränkt auf äußere Reize reagiert, in dem die Erholung des Menschen stattfindet, wichtige Wachstumsprozesse laufen und sich unser Gedächtnis konsolidiert."

Dr. Helen Slawik, Ärztin im Schlafmedizinischen Zentrum / Klinik für Psychiatrie & Psychotherapie, Klinikum rechts der Isar/TU München

Junge Menschen schlafen zu wenig

Menschen zwischen 16 und 25 schlafen im Schnitt mindestens eine Stunde zu wenig, ergab eine Studie des Dillenburger Instituts für Gesundheitsforschung im Oktober 2012. Die Forscher untersuchten zusammen mit dem Schlafmedizinischen Zentrum im hessischen Marburg fast 9.000 junge Erwachsene. Das Ergebnis: Die Probanden schliefen werktags im Schnitt sechs Stunden und 42 Minuten, jeder Fünfte sogar weniger als sechs Stunden. Im Vergleich zu älteren Erwachsenen sei dies deutlich weniger, obwohl junge Menschen in ihrer Lebensphase eigentlich mehr Schlaf benötigen würden, stellten die Wissenschaftler fest. Das permanente Schlafdefizit wirkt sich ungünstig auf die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit aus.


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