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Gefährliche Strahlung UV-Strahlen gehen unter die Haut

Sonnenlicht besteht aus sichtbarem, infrarotem und ultraviolettem Licht, der UVA- und UVB-Strahlung, welche die Haut braun werden lässt - aber auch gefährlich für die Gesundheit werden kann.

Stand: 24.06.2016

Sonne | Bild: colourbox.com

Als besonders gefährlich gelten seit langem die energiereichen und kurzwelligen UVB-Strahlen, die im oberen Hautbereich die Pigment bildenden Zellen angreifen und schnell zum Sonnenbrand führen. Darüber hinaus gelten sie als Verursacher von Hautkrebs. Die langwelligeren UVA-Strahlen dringen dagegen tief in die Haut ein und greifen das elastische Bindegewebe an, weshalb die Haut schneller altert - Flecken und Falten sind die Folge.

Was passiert bei einem Sonnenbrand?

Hauptsache Sonne?

Ein warmer, sonniger Tag löst bei den meisten Menschen einen akuten "Ich muss sofort in die Badesachen und an den See"-Reflex aus. Dort wird dann stundenlang in der Sonne gebraten und das Eincremen grob vernachlässigt. Hauptsache Sonne! Die tut auch erstmal gut - aber nicht lange: Je nach Empfindlichkeit kann sich die Haut schon bald dunkelrot färben, heiß werden, anschwellen, schmerzen - und im schlimmsten Fall Blasen werfen und sich großflächig schälen. Was ist da im Körper geschehen?

Schuld sind die UV-B-Strahlen

Sonnenlicht besteht aus sichtbarem, infrarotem und ultraviolettem Licht. Zu letzterem gehören die UV-A- und UV-B-Strahlen, die uns braun werden lassen. Aber nicht ohne Konsequenzen: Die langwelligeren UV-A-Strahlen greifen das elastische Bindegewebe der Haut an und lassen sie schneller altern. Die UV-B-Strahlen sind kurzwellig und energiereich - und schuld am Sonnenbrand.

Wie entsteht ein Sonnenbrand?

Der dahinterliegende Mechanismus wurde in Versuchen mit Zellkulturen und Mäusen erst Anfang Juli 2012 aufgedeckt: Die kurzwelligen UV-B-Strahlen dringen weit in die Haut ein und schädigen dort kleine Ribonukleinsäure-Moleküle (RNA), die im Zellkern produziert werden und die Aktivität der Gene steuern. Die Moleküle werden so verändert, dass sie sich mit einer Andockstelle in den Hautzellen verbinden können. Das wiederum fördert die Produktion eines entzündungsfördernden Stoffes, des Tumor-Nekrosefaktors Alpha. Die typischen Sonnenbrand-Symptome treten auf.

Vorsicht vor Hautkrebs!

Dadurch, dass die veränderten RNA-Moleküle Substanzen und Reaktionen aktivieren, die als tumorfördernd gelten, könnten sie auch eine Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs spielen. Bislang galten vor allem die vom UV-Licht verursachten Schäden in der Desoxyribonukleinsäure (DNS), in der die Erbinformation gespeichert ist, als Hauptursache für Melanome.

Besser vorsorgen!

Sonne in Maßen kurbelt unsere Vitamin D-Produktion an, was unsere Laune hebt. Trotzdem gilt auf jeden Fall, nicht nur die Eigenschutzzeit der Haut zu beachten, sondern sich auch mit dem zum Hauttyp passenden Lichtschutzfaktor einzucremen. Und zwar vor dem Sonnenbad, das man dann am besten im Schatten einnimmt.

UVA-Strahlen sind auch gefährlich

Lange Zeit wurden die UVA-Strahlen verharmlost. Betreiber von Solarien mit künstlichen Sonnen, die im UVA-Spektrum strahlten, warben beispielsweise für "gesunde Bräune". Und wer auf ein Statussymbol in Form eines gebräunten Körpers nicht verzichten wollte oder konnte, der hatte bislang irrtümlich geglaubt, er müsse dafür nur kosmetische Hautschäden im Alter in Kauf nehmen. Heute weiß man jedoch: Auch UVA-Strahlen erhöhen das Krebsrisiko, da sie diejenigen tiefliegenden Zellschichten angreifen, die die Haut durch Teilung erneuern. Wer als Jugendlicher oder junger Erwachsener häufig ins Solarium geht, hat ein um 75 Prozent erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken!

Vorschriften für Sonnenschutzmittel

Sonnenschutzmittel müssen nach einer EU-Verordnung neben dem UVB-Schutz auch einen UVA-Schutz aufweisen, der mindestens ein Drittel des angegebenen Lichtschutzfaktors beträgt. Das muss auf dem Produkt ausgewiesen sein. Außerdem gibt es nur noch vier Schutzklassen für Lichtschutzfaktoren: basis (6-10), mittel (15 - 25), hoch (30 - 50) und sehr hoch (50+). Bezeichnungen wie "Sunblocker" oder "vollständiger Schutz" sind verboten, da dies eine Scheinsicherheit vorgaukelt und Verbraucher zu vermehrten Aufenthalt in der Sonne verführen kann. Hält eine Sonnencreme auch nach 2 x 20 Minuten Wasserkontakt, darf sie sich als "wasserfest" bezeichnen. Hält die Creme 4 x 20 Minuten, dann gilt sie als "extra wasserfest".

Der UV-Index liefert Anhaltspunkte

Was die UVB-Strahlen betrifft, sollte der Lichtschutzfaktor der Sonnencreme mindestens doppelt so hoch sein wie der jeweils aktuelle "UV-Index". Dieser Wert gibt Anhaltspunkte über das Sonnenbrandrisiko: Bei einem UV-Index von acht beispielsweise ist ein Sonnenbrand in weniger als 20 Minuten möglich. Wissenschaftler von der Ludwig-Maximilian-Universität München stellten allerdings fest, dass die UV-Belastung an Schienbeinen, Bauch, Brust und Gesicht bis zu 40 Prozent höher sein kann, als der UV-Index vermuten lässt.


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