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Gesundheit Hilfe bei Schlafstörungen

Jeder von uns schläft ab und zu schlecht. Aber für immer mehr Menschen ist das ein Dauerzustand. Sie leiden darunter, Tag wie Nacht. Für einen guten Schlaf kann man selbst einiges tun - oder sich helfen lassen.

Stand: 18.03.2014

Gähnende Frau im Bett, im Vordergrund ein Wecker | Bild: colourbox.com

Tipps für einen gesunden Schlaf:

  • Stellen Sie Ihre "innere Uhr", indem Sie – wann immer möglich – zur selben Zeit ins Bett gehen und zur selben Zeit wieder aufstehen.
  • Reduzieren Sie Ihren Mittagsschlaf auf ein Minimum (weniger als 30 Minuten).
  • Meiden Sie am Abend stimulierende Substanzen wie Kaffee, Tee, Nikotin oder Alkohol. Letzterer hilft zwar anfangs beim Einschlafen, Ihr Schlafrhythmus und die Schlafkontinuität wird aber nachhaltig gestört.
  • Regelmäßige körperliche Bewegung am Nachmittag oder frühen Abend erleichtern das Einschlafen. Starke körperliche Aktivierung kurz vor dem Schlafengehen sollten Sie vermeiden.
  • Genießen Sie abends nur leichte Mahlzeiten. Eine Verdauung von schweren Mahlzeiten stört Ihren Schlaf.
  • Gehen Sie möglichst bei Müdigkeit zu Bett. Hören Sie auf die Signale Ihres Körpers, überwinden Sie nicht den "toten Punkt".
  • Richten Sie sich Ihr Bett gemütlich und behaglich her. Das Schlafzimmer sollte kühl, dunkel und ruhig sein. Das Bett ist zum Schlafen da! Belassen Sie es dabei.
  • Für Fernsehen, Arbeiten oder Essen ist das Bett tabu.

Beziehungsstress durch Schlafstörungen

Am besten schläft man, wenn man sich nach seinem persönlichen Tag-Nacht-Rhythmus richtet - also dann ins Bett geht, wenn die Müdigkeit am größten ist. Doch genau das tun Paare oft nicht. Offenbar meinen die meisten Männer und Frauen, als Paar müsse man auch zusammen einschlafen. Für ihren Schlaf ist das aber nur zu oft kontraproduktiv. Vom schlafmedizinischen Standpunkt aus gesehen wären getrennte Schlafzimmer also durchaus sinnvoll.

Ab wann zum Arzt?

Hilft alles nichts und Ihre Schlafstörungen ziehen sich über zwei Wochen hin oder fühlen Sie sich tagsüber müde und erschöpft, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Bleibt diese Untersuchung bzw. Behandlung erfolglos und ist Ihre Schlafstörung mittlerweile chronisch (als Zeitraum werden etwa zwei Monate angesetzt), überweist Sie Ihr Hausarzt an einen Neurologen oder Psychiater. Dieser klärt ab, ob eine organische oder psychische Erkrankung (z.B. Depression) vorliegt oder es sich um eine isolierte "primäre Insomnie" (Schlafstörung) handelt.

Übrigens:

Bei medizinisch diagnostizierter Schlafstörung übernehmen die Krankenkassen alle Kosten.

Bei weiterer Chronifizierung bringen ein bis zwei Nächte im Schlaflabor meist Aufklärung über bis dahin unentdeckte organische Ursachen. Nicht sofort, denn die Wartezeit auf ein Bett beträgt in der Regel zwei bis drei Monate. Im Schlaflabor beobachten die Ärzte das nächtliche Schlafverhalten, messen Körperfunktionen wie Hirnströme, Atmung, Herzaktion, Sauerstoffgehalt im Blut, Augenbewegung, Muskelspannung und Verhaltensauffälligkeiten in der Videoaufnahme. Es gibt auch sogenannte Tagschlaftests zur Erfassung der Tagesschläfrigkeit. Nach etwa einer Woche erhalten Sie Ihr Ergebnis und besprechen mit Ihrem Arzt mögliche Therapien.

Bei Übergewichtigen und Patienten, die über Tagesschläfrigkeit mit imperativen Einschlafattacken klagen, empfiehlt sich im Vorfeld eine Screeninguntersuchung nach nächtlichen Atemaussetzern. Das Gerät bekommen Sie von Ihrem HNO-Arzt oder einem Pulmonologen. Diese Untersuchung kann allerdings die Atemaussetzer nicht zu einzelnen Schlafstadien in Bezug setzen und lässt auch keine Aussagen über die Schlafqualität allgemein oder andere organische Ursachen der Schlafstörung zu.

Anlaufstellen:


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