Themen - gesundheit


15

Schlafstörungen Wenn die Nacht zur Qual wird

Schlecht zu schlafen wird zunehmend zu einer Volkskrankheit. Jeder zehnte Deutsche leidet unter ernstzunehmenden Schlafstörungen. Für unseren Körper ist das purer Stress. Auf Dauer wird er davon krank.

Stand: 18.03.2014

Frau mit Schlafstörungen | Bild: picture-alliance/dpa

Schlafmangel beeinträchtigt unseren Stoffwechsel, die Ausschüttung verschiedener Hormone kommt durcheinander, das Immunsystem wird geschwächt. Auch unsere kognitive Leistung leidet unter zu wenig Schlaf. Wir können Emotionales nicht mehr ausreichend verarbeiten. 24 Stunden ohne Schlaf entsprechen etwa der Wirkung von einem Promille Alkohol.

Schlafmangel hat schlechten Einfluss auf unsere Gene

Britische Forscher haben herausgefunden, dass über 700 Gene durch Schlafmangel beeinflusst werden. Betroffen waren vor allem Gene, die für Entzündungen, Immunantworten und Stressreaktionen verantwortlich sind. Schlafmangel könnte also eine Ursache für häufige Infektanfälligkeit und andere Erkrankungen sein.

Tod der schlaflosen Ratten

1983 hinderte Allan Rechtschaffen, Schlafforscher an der University of Chicago, Ratten am Schlafen. Nach zehn Tagen fraßen die Nager immer mehr, verloren gleichzeitig an Gewicht und konnten ihre Körpertemperatur nicht mehr halten. Sie entwickelten Tumore und Infektionskrankheiten, nach drei bis vier Wochen starben sie. Durch den Schlafentzug war offenbar der Stoffwechsel entgleist und das Immunsystem zusammengebrochen.

Schlafentzug

Der Weltrekord im Schlafentzug liegt bei 11 Tagen und Nächten. 2007 blieb der Brite Tony Wright insgesamt 266 Stunden wach. Er wollte beweisen, dass der Mensch mit der richtigen Ernährung trotz Schlafentzuges leistungsfähig bleiben kann - und war erfolgreich. Der Vegetarier ernährt sich seit Jahren ausschließlich von Rohkost. Wright hielt sich während des Rekordversuchs fast ausschließlich in einer Bar auf, um möglichst viel Leute und Abwechslung um sich herum zu haben.

Volkskrankheit Schlafstörungen

Im folgenden Kapitel "Hilfe bei Schlafstörungen" lesen Sie, was Sie selbst für einen guten Schlaf tun können. Dennoch hilft das denjenigen nichts, die unter ernstzunehmenden Schlafstörungen leiden. Sie sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Beispiele für krankhafte Schlafstörungen:

Schlafapnoe

Wer heftig schnarcht, bekommt wenig Luft. Bis zu zwei Minuten setzt die Atmung aus. Besonders betroffen sind mittelalte und ältere Männer, aber auch Übergewicht spielt eine Rolle. Durch den akuten Sauerstoffmangel drohen langfristig Herzinfarkt, Schlaganfall und geistige Störungen.

Insomnie

Patienten, die an Psychophysiologischer Insomnie leiden, bekommen ihren Stress nicht mehr in den Griff. Zeit- und Leistungsdruck sowie ungelöste Probleme rauben ihnen den Schlaf.

Restless-Legs

Patienten mit dem Restless-Legs-Syndrom können nicht einschlafen, weil ihre Beine unkontrolliert zappeln. Die Beschwerden treten erst auf, wenn der Körper zur Ruhe kommt. Hinter dem Restless-Legs-Syndrom steckt eine Erkrankung der Nerven.

Narkolepsie

Menschen, die unter Narkolepsie leiden, quält tagsüber ein ausgeprägtes Schlafbedürfnis. Selbst mitten in einer Tätigkeit schlafen sie ein. Durch den zunehmend verschobenen Rhythmus können die Patienten nach längerer Zeit nachts nicht mehr schlafen.

Depressionen

Bei Depressionen gehört Schlaflosigkeit oft zum Krankheitsbild. Zu manchen erfolgversprechenden Therapien gehört allerdings ein gewisser Schlafentzug.

Parasomnien

Parasomnien sind unterschiedliche Schlafstörungen mit verschiedenen Auslösern. Dazu zählen: Schlafwandeln, nächtliche Panikattacken, Albträume, Einnässen, Zähneknirschen.

Chronische Albträume

Ein eigenständiges Störungsbild sind wieder kehrende Albträume, auch chronische Albträume genannt. Personen, die darunter leiden, wachen nachts häufig an schweren Albträumen auf. Durch den gestörten Nachtschlaf leiden Sie an Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen, Gereiztheit - der Leidensdruck ist beträchtlich. Helfen kann eine Verhaltenstherapie, bei der der Inhalt der Albträume mithilfe der Vorstellungskraft so verändert wird, dass er nicht mehr belastend ist. Die Methode ist neu, einfach und scheint bei vielen Betroffenen sehr gut zu wirken.


15