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Tabletten So nimmt man Medikamente ein

Dass verschiedene Medikamente untereinander Wechselwirkungen haben, ist allgemein bekannt. Doch auch die Flüssigkeit, mit der wir unsere Tabletten einnehmen, hat Einfluss darauf, wie sie wirken. Lesen Sie unbedingt folgenden Beipackzettel.

Stand: 24.06.2016

Menschen, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, müssen für den Rest ihres Lebens täglich eine Tablette zu sich nehmen. Im Bild: Frau bei der Einnahme einer Tablette | Bild: Stockbyte

Ein gefährlicher Mix können auch Arzneien und bestimmte Lebensmittel sein. Nicht immer geben Packungsbeilage und Arzt oder Apotheker geeignete Hinweise. So passieren bei der Einnahme von Arzneien häufig Fehler. Laut Experten kann es bei rund zwölf Prozent der Medikamente in Verbindung mit Lebensmitteln zu unerwünschten Wirkungen kommen: so zum Beispiel bei Koffein, Grapefruitsaft, Milch und Mineralwasser. Aber auch Ballaststoffe in Vollkornprodukten und Salat oder grünem Gemüse können Wechselwirkungen mit Medikamenten verursachen.

Lange Lektüre

Ein Beipackzettel ist auch keine einfache Lektüre. Die Informationsflut schreckt viele Patienten ab. Oft muss man sich bis zum Ende der Packungs-Beilage durcharbeiten, bis endlich die wichtigen Hinweise zur Dosierung und Anwendung auftauchen. Die Aussagen sind oft unverständlich und manche Hinweise zur Einnahme nicht eindeutig. Allein in Deutschland werfen frustrierte Patienten jedes Jahr Medikamente im Wert von 500 Millionen Euro in den Müll.

Einnahmeregeln

1 Mal

Stets zur gleichen Tageszeit eine Tablette nehmen - plus minus 2 Stunden.

2 Mal

Das heißt alle zwölf Stunden, zum Beispiel um 8 Uhr früh die erste Tablette einnehmen und zwölf Stunden später um 20.00 Uhr die zweite; plus minus eine Stunde.

3 Mal

Alle 8 Stunden. Etwa 8 Uhr früh, nachmittags um Vier und nachts um 12; plus minus eine halbe Stunde.

Nüchtern

Auf leeren Magen wirkt Arznei schneller, manche Tabletten haben auch einen Überzug, der nur im leeren Magen stabil bleibt. Also sollte man sie eine Stunde vor dem Essen einnehmen. Steht man etwa um 7 Uhr auf, dann gleich die Tablette nehmen, um dann frühestens eine Stunde später, um 8 Uhr zu frühstücken.

Zum Essen

Das heißt ruhig fertig essen, und etwa fünf bis zehn Minuten danach das Medikament einnehmen. Das schont bei bestimmten, nicht so gut verträglichen Arzneien die Magenschleimhaut.

Nach dem Essen

Mindestens zwei Stunden vergehen lassen und erst dann das Medikament einnehmen, damit der Wirkstoff nicht beeinträchtigt wird.

Einnahme vergessen?

Wenn man die Einnahme vergessen hat, sollte man keinesfalls die doppelte Dosis einnehmen. Das gilt auch bei längeren Flugreisen und wenn es zu einer Zeitverschiebung kommt.

Einnahme abgebrochen?

Setzt man zum Beispiel Antibiotika zu früh ab, dann werden sie wirkungslos. Ohne triftigen Grund oder Konsultation eines Arztes sollte man die Einnahme von Medikamenten nicht einfach absetzen. Schwerwiegende Gründe sind Warnzeichen wie Herzrasen, heftige Hautreaktionen, Erbrechen. Zu beachten wäre noch, dass es bei älteren Menschen, also über 60-Jährigen, viel häufiger zu Nebenwirkungen kommt, als bei jüngeren. Auch da sollte man sofort einen Arzt konsultieren.

Genügend Flüssigkeit

Es ist sehr wichtig, Medikamente mit genügend Flüssigkeit einzunehmen. Denn schon die Trinkmenge hat erheblichen Einfluss auf die Wirksamkeit. Das heißt: Medikamente am besten mit einem vollen Glas Leitungswasser einnehmen. So bleiben Kapseln oder Tabletten nicht in der Speiseröhre oder im Magen kleben. Vorsicht ist geboten bei Grapefruitsaft, Milch, Kaffee oder Tee, Alkohol und Mineralwasser, sowie einigen Nahrungsmitteln. Die können mit Medikamenten ein riskanter Mix sein.


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