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Impfung Mumps, Masern, Röteln, Windpocken

Die Impfung gegen Mumps, Masern und Röteln (MMR) wird im Regelfall mit einem Kombinationsimpfstoff durchgeführt. Alternativ gibt es einen Vierfach-Impfstoff, der zusätzlich gegen Windpocken immunisiert. Mumps, Keuchhusten, Röteln und Windpocken sind meldepflichtige Krankheiten.

Stand: 21.06.2016

Impf-Pass | Bild: picture-alliance/dpa

Informationen zum MMR-Dreifach-Impfstoff

Verträglichkeit

Wie verträglich ist der Dreifach-Impfstoff gegen Masern, Röteln und Mumps?

Beim derzeitig für die Grundimmunisierung verwendeten Dreifachimpfstoff kann es laut der Ständigen Impfkommission (STIKO) im Rahmen der Impfreaktion zu Rötung, Schmerzen und Anschwellen in der Gegend um die Einstichstelle kommen. Gelegentlich möglich sind Temperaturerhöhung, Kopfschmerzen, Mattigkeit, Unwohlsein oder Magen-Darm-Beschwerden.

Impfkrankheit

Kann es zur "Impfkrankheit" kommen?

Ein bis zwei Wochen nach der Impfung kann laut Ständiger Impfkommission (STIKO) bei ein bis zwei Prozent der Geimpften die "Impfkrankheit" auftreten. Das heißt, die Krankheiten, gegen die geimpft wurden, brechen in abgeschwächter Form aus. Möglich sind Symptome wie masernähnlicher Ausschlag, Fieber, leichtes Anschwellen der Ohrspeicheldrüse (Mumpskomponente) und Gelenksbeschwerden sowie selten eine leichte und vorübergehende Reaktion der Bauchspeicheldrüse (Mumps).

Komplikationen

Sind Komplikationen der MMR-Impfung bekannt?

Komplikationen wie allergische Sofortreaktionen oder länger andauernde Gelenkentzündungen sind laut Ständiger Impfkommission (STIKO) sehr selten. Ein ursächlicher Zusammenhang mit schweren neurologischen Erkrankungen, wie Gehirnentzündung (Enzephalitis) oder den als Giullan-Barré-Syndrom bezeichneten über Wochen anhaltenden Lähmungserscheinungen infolge einer Entzündung der Nervenwurzeln ist gemäß STIKO fraglich. Über diese in Einzelfällen berichteten Krankheiten kämen auch andere zeitgleich auftretende Ursachen in Frage.

Vierfachimpfung

Besonderheiten bei der Vierfachimpfung

Die STIKO weist darauf hin, dass bei der Impfung mit dem Vierfachimpfstoff Priorix- Tetra® gegen Masern, Mumps, Röteln und Varizellen Fieber und Fieberkrämpfe in seltenen Fällen zu den Nebenwirkungen gehören können.

Masern - längst nicht ausgerottet

Masern sind nicht nur eine typische Kinderkrankheit, auch Erwachsene können betroffen sein. Weil die Virus-Erkrankung hochansteckend ist, machte bis zur Einführung der Impfung fast jeder die Masern bereits in der Kindheit durch. Erreger sind sogenannte Morbilli-Viren aus der Gruppe der RNA-Viren. Gefürchtet ist die Krankheit vor allem wegen der Masern-Enzephalitis, einer Gehirnentzündung, die in einem von 1.000 Fällen auftreten kann.

Masern - Detaill-Infos

Auftreten

Verlauf und Häufigkeit

Acht bis zehn Tage nach der Ansteckung beginnen die Masern mit Mattigkeit, Kopfschmerzen, Schnupfen und Bindehautentzündung. Nach drei bis vier Tagen erscheint der typische Hautausschlag am Kopf im Gesicht und hinter den Ohren und breitet sich von dort über den ganzen Körper aus. Hohes Fieber begleitet die Krankheit in diesem Stadium. Nach ungefähr einer Woche fällt das Fieber wieder ab. Weltweit ist die Krankheit weit verbreitet und gehört zu den zehn häufigsten Infektionskrankheiten.

Folgen

Können Komplikationen auftreten?

Ja - nach den Masern folgt eine sechswöchige Phase der Immunschwäche. Komplikationen in dieser Zeit sind Mittelohrentzündungen, Bronchitis, Lungenentzündung und Durchfallerkrankungen. Gefürchtet ist vor allem eine Masern-Enzephalitis genannte Gehirnentzündung, zu der es in einem von 1.000 Fällen vier bis sieben Tage nach dem Auftreten des Hautausschlages kommt. Sehr selten (in einem von 100.000 Fällen) ist eine weitere Form der Gehirnentzündung, die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Sie tritt ungefähr sechs bis acht Jahre nach der Krankheit auf und endet stets mit dem Tod.

Personen

Wer sollte sich gegen Masern impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung durch eine zweimalige Impfung zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr. Außerdem rät die STIKO allen Ungeimpften, sowie Personen mit unklarem Impfstatus oder nur einmaliger Impfung zur Masernimpfung, die nach 1970 geboren wurden.

Besonders wichtig ist das, wenn sie in der medizinischen Betreuung mit Kindern oder immungeschwächten Personen zu tun haben oder in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder beschäftigt sind. Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die nicht oder nur einmal geimpft sind und Kontakt mit Masernkranken hatten, sollten die Impfung innerhalb von drei Tagen nachholen.

Schema

Wie sieht das Impfschema aus?

Folgt man den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) erfolgt die erste Impfung im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite bis zum Ende des zweiten Lebensjahres. Geimpft wird ein abgeschwächter Lebendimpfstoff. Derzeit wird für diese Grundimmunisierung in der Regel ein Dreifachimpfstoff gegen Masern, Röteln, Mumps (MMR) verwendet. Damit ist ein weitgehender Impfschutz erreicht. Grundsätzlich kann auch zu einem späteren Zeitpunkt geimpft werden. Ungeimpfte Erwachsene werden zweimal geimpft.

Muss die Impfung aufgefrischt werden?

Nein. Eine zweimalige Impfung reicht aus.

Verträglichkeit

Wie verträglich ist die Impfung?

Die Verträglichkeit einer Impfung hängt davon ab, mit welchen weiteren Komponenten der Impfstoff kombiniert ist. Auch bestehende Krankheiten und die körperliche Verfassung spielen eine Rolle. Grundsätzlich sollten Sie immer mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen und zusammen mit ihm individuell entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist und welcher Impfstoff verwendet wird.

Aktuelles

Soll die Impfung früher stattfinden?

Säuglinge sind nach der Geburt durch Antikörper ihrer Mütter geschützt - allerdings kürzer als bisher angenommen: Im Alter von sechs Monaten lässt der Schutz nach. Das ergab eine Studie der Universität Antwerpen. Die Untersuchung zeigte zudem, dass Mütter, die eine Masern-Erkrankung durchgemacht hatten, 3,5 mal mehr Antikörper gegen die Krankheit im Blut hatten als geimpfte Mütter, die nie an Masern erkrankt waren.

In Deutschland werden Säuglinge erst mit 11 bis 14 Monaten gegen Masern geimpft. Manche Mediziner erwägen daher, über eine Vorziehung der Impfung nachzudenken. Im Vorfeld müsse aber geklärt werden, ob eine frühere Impfung effektiv und sicher sei.

Mumps - macht nicht nur dicke Backen

Ziegenpeter oder Mumps ist eine typische Kinderkrankheit, die aber auch Erwachsene bekommen können. Sie wird durch Viren verursacht, die entweder über infektiösen Speichel durch Tröpfchen oder auch durch direkten Kontakt übertragen werden. Gefürchtet ist Mumps vor allem deshalb, weil die Krankheit zu einer Hodenentzündung führen kann. Diese ist vor allem nach der Pubertät für männliche Jugendliche gefährlich und kann Ursache für Unfruchtbarkeit sein.

Mumps - Ziegenpeter

Verlauf

Wie verläuft Mumps?

Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung beginnt die Krankheit mit Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl. Bald kommt es zum charakteristischen - sehr schmerzhaften - Anschwellen einer oder beider Ohrspeicheldrüsen. Sie liegt vor und ein fingerbreit unter den Ohren. Die Beschwerden dauern bis zu einer Woche. Ungefähr die Hälfte der Infizierten merkt gar nichts von der Mumps-Erkrankung, da die Krankheit oft sehr unspezifisch verläuft und manchmal Symptome fehlen.

Folgen

Können Komplikationen auftreten?

Komplikationen treten vor allem bei Jugendlichen und Erwachsenen auf. Möglich sind Hirnhautentzündung sowie Entzündungen der Bauchspeicheldrüse und des Hodens. Letztere ist vor allem nach der Pubertät für männliche Jugendliche gefährlich und kann Ursache für Unfruchtbarkeit sein. Eine gefürchtete, wenn auch sehr seltene Komplikation ist die Innenohrschwerhörigkeit. Erwachsene Frauen können bei Mumps eine Eileiterentzündung bekommen, die aber wieder ausheilt.

Personen

Wer sollte sich gegen Mumps impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung im Kleinkindalter. Außerdem sollten sich Erwachsene impfen lassen, die weder geimpft sind noch Mumps durchgemacht haben. Seit August 2012 empfiehlt die STIKO die Impfung außerdem generell für Personen, die in Gesundheitsdienstberufen in der unmittelbaren Patientenversorgung, in Gemeinschaftseinrichtungen oder Ausbildungseinrichtungen für junge Erwachsene tätig sind - das betrifft vor allem Lehrer und Krankenschwestern.

Meldepflicht

Ist Mumps meldepflichtig?

Mumps ist weltweit verbreitet. Seit Mitte Februar 2012 ist die Krankheit in Deutschland meldepflichtig. Wegen der zunehmenden Durchimpfung tritt Mumps in Deutschland zunehmend im Erwachsenenalter auf.

Schema

Wie sieht das Impfschema aus?

Geimpft wird der abgeschwächte lebende Erreger. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grundimmunisierung im Kindesalter mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Diese umfasst zwei Impfungen: die erste im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite bis zum Ende des zweiten Lebensjahres.

Zeitplan

Kann die Impfung auch später gemacht werden?

Ja - die Impfung ist auch zu einem späteren Zeitpunkt möglich. Vor allem ungeimpfte Jungen in der Pubertät sollten sich impfen lassen, wenn sie noch keinen Mumps hatten. Der Impferfolg sollte kontrolliert werden, da es auch Impf-Versager gibt. In einer Schwangerschaft ist die Impfung nicht möglich!

Die Impfung muss nicht aufgefrischt werden. Allerdings gibt es auch "Impfversager", die keinen Schutz gegen die Krankheit aufbauen. Der Impferfolg sollte kontrolliert werden.

Verträglichkeit

Wie verträglich ist der Impfstoff?

Die Verträglichkeit einer Impfung ist abhängig davon, mit welchen weiteren Komponenten der Impfstoff kombiniert ist. Auch bestehende Krankheiten und die körperliche Verfassung spielen eine Rolle. Grundsätzlich sollten Sie immer mit Ihrem Arzt über mögliche Nebenwirkungen sprechen und zusammen mit ihm individuell entscheiden, ob eine Impfung sinnvoll ist und welcher Impfstoff verwendet wird.

Röteln - Schutz während der Schwangerschaft

Vor einer Schwangerschaft sollten Frauen ihren Röteln-Schutz überprüfen.

Röteln sind weltweit verbreitet. Die durch Viren verursachte Krankheit wird über Tröpfchen übertragen und verläuft bei Kindern und Erwachsenen oft unbemerkt. Die Impfung dient in erster Linie dem Schutz ungeborener Kinder. Erkrankt eine Frau in den ersten vier Monaten einer Schwangerschaft an Röteln, kann es zu schweren Missbildungen und im schlimmsten Fall zu einer Fehlgeburt kommen.

Röteln - Detailinfos

Verlauf

Wie verläuft die Krankheit?

Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es zu Symptomen wie Schnupfen, Husten, leichtem Temperaturanstieg und Anschwellen der Lymphknoten. Der charakteristische Hautausschlag beginnt, wie bei den Masern, hinter den Ohren. Röteln verlaufen oft sehr untypisch oder "still" ohne irgendwelche Symptome. Röteln werden häufig nicht bemerkt.

Folgen

Können Komplikationen auftreten?

Gefürchtet sind die Röteln vor allem wegen der sogenannten Rötelnembryopathie: Erkrankt eine Schwangere, kann die Krankheit auch auf den Embryo übertragen werden, mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen für das Kind. Sein Risiko ist in den ersten sechs Wochen einer Schwangerschaft am höchsten. Mögliche Folgen dieser konatalen Röteln sind unter anderem Fehlgeburt, schwere Behinderungen sowie Schäden an Gehirn, Augen und Herz.

Verbreitung

Wie häufig sind die Röteln?

Die Röteln sind weltweit verbreitet. Die WHO hat sich die Elimination der Röteln in Europa bis zum Jahr 2010 zum Ziel gesetzt. In Deutschland wird die Röteln-Impfung seit 1980 von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen, seit 1990 auch in den Neuen Bundesländern. Dies hat dazu geführt, dass die Röteln inzwischen selten sind.

Personen

Wer sollte sich gegen Röteln impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung allen, um ungeborene Kinder zu schützen. Die Grundimmunisierung im Kleinkindalter soll verhindern, dass sich Schwangere anstecken. Vor allem Frauen und junge Mädchen sollten auf einen Impfschutz achten. Zwischen der Impfung und dem Eintritt einer Schwangerschaft sollten mindestens drei Monate liegen. Deshalb sollte sich jede Frau im gebärfähigen Alter auf Rötelantikörper testen lassen und sich gegebenenfalls impfen lassen. Während einer Schwangerschaft ist die Impfung nicht möglich.

Impfung

Wie wird geimpft?

Geimpft wird der abgeschwächte lebende Erreger. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung im Kindesalter mit einem Kombinationsimpfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR). Diese umfasst zwei Impfungen: die erste im Alter von elf bis 14 Monaten, die zweite bis zum Ende des zweiten Lebensjahres. Man kann sich auch später impfen lassen. Der Impferfolg sollte kontrolliert werden, da es auch "Impf-Versager" gibt.

Auffrischung

Muss die Impfung aufgefrischt werden?

Die Impfung muss nicht aufgefrischt werden. Allerdings gibt es auch "Impfversager", die keinen Schutz gegen die Krankheit aufbauen. Sicherheitshalber sollten Frauen mit Kinderwunsch überprüfen lassen, ob sie einen ausreichenden Schutz gegen Röteln besitzen.

Windpocken: Verbreitung in "Windeseile"

Windpocken sind eine hoch ansteckende Krankheit. Diesem Umstand hat die Krankheit auch ihren Namen zu verdanken: Die Viren vom Typ Varicella-Zoster verbreiten sich sozusagen mit dem "Wind". Die Ansteckung erfolgt über die Luft in Form von Tröpfchen oder über die virushaltige Flüssigkeit der Bläschen. Die Windpocken gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Bei Erwachsenen verläuft die Krankheit oft schwerer als bei Kindern.

Windpocken - Varizellen

Beginn

Wie verläuft die Krankheit?

Zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung beginnt die Krankheit mit Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen und Krankheitsgefühl. Es erscheinen hellrote Fleckchen vom Kopf beginnend überall auf dem Körper, die zu den charakteristischen wassergefüllten Bläschen auswachsen. Auch die Schleimhäute (Mund, Nase, Genitalien) können befallen sein. Nach einigen Tagen platzen die Bläschen auf und trocknen aus.

Verlauf

Wie ist der weitere Verlauf der Krankheit?

Für jüngere Kinder im Alter zwischen vier und acht Jahren sind die Windpocken meist harmlos. Schwerer verläuft die Krankheit bei Erwachsenen. Zu Komplikationen wie Mittelohr-, Leber-, Herzmuskel-, Gelenks- und Lungenentzündungen kann es bei älteren Menschen und Personen mit einem zum Beispiel durch Chemotherapie geschwächten Immunsystem kommen. Wer einmal Windpocken hatte, kann später an einer schmerzhaften Gürtelrose (Herpes zoster) erkranken. Herpes zoster kann auch bei Geimpften auftreten.

Risiko

Für wen sind Windpocken gefährlich?

Gefährlich sind die Windpocken während einer Schwangerschaft: Zwischen der zwölften und 20. Schwangerschaftswoche kann es in etwa zwei Prozent der Fälle zu Schädigungen des Kindes kommen. Möglich sind Hirnschäden, Missbildungen, Augenschäden oder Tod im Mutterleib. Riskant sind Windpocken vier Tage vor bis zwei Tage nach der Entbindung. Steckt sich das Kind in dieser Zeit an, ist ein schwerer Windpockenverlauf möglich.

Personen

Wer sollte sich gegen Windpocken impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grundimmunisierung im Kleinkindalter. Frühgeborene, die Kontakt zum Erreger hatten, sollten innerhalb von 10 Tagen geimpft werden. Außerdem sollten sich laut STIKO Frauen mit Kinderwunsch impfen lassen, die keine Antikörper gegen das Windpockenvirus besitzen. Desweiteren rät die STIKO allen Menschen zur Impfung, die ein geschwächtes Immunsystem haben und die Windpocken noch nicht hatten. Auch Personal im Gesundheitsbereich, das mit gefährdeten Menschen zu tun hat, sollte sich impfen lassen. Eine Windpocken-Erkrankung ist seit Mitte Februar 2012 meldepflichtig.

Impf-Kritiker argumentieren, dass die Impfung zwar einen wirksamen Schutz biete, dieser aber nicht unbegrenzt anhält. Windpocken könnten so vermehrt bei Erwachsenen auftreten, bei denen die Krankheit oft schwerer verläuft.

Impfung

Wie wird geimpft?

Geimpft wird der abgeschwächte lebende Erreger. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Grundimmunisierung im Kindesalter. Diese sollte im Alter von elf bis 14 Monaten durchgeführt werden. Geimpft wird einmal. Bei Verwendung des neuen Vierfachimpfstoffes gegen Masern, Mumps und Röteln zwei Mal. Auch Erwachsene und Jugendliche müssen zwei Mal im Abstand von sechs Wochen geimpft werden.

Die Wirksamkeit der Windpockenimpfung beträgt sechs bis 10 Jahre. Allerdings gibt es auch Impfversager, die keinen Schutz gegen die Krankheit aufbauen.

Verträglichkeit

Wie verträglich ist die Impfung?

Die Verträglichkeit eines Impfstoffes ist abhängig davon, welche weiteren Komponenten der Impfstoff enthält. Mögliche, wenn auch seltene Nebenwirkungen der Varizellen-Impfung sind laut Ständiger Impfkommission (STIKO): Rötung, Schmerzen und Schwellung an der Einstichstelle. Gelegentlich auch in Verbindung mit leichter bis mäßiger Temperatur. Die "Impfkrankheit" mit leichtem Ausschlag und Fieber ist eine seltene Komplikation.

Weitere Reaktionen

Sind weitere Reaktionen möglich?

Selten sind laut Ständiger Impfkommission (STIKO) allergische Reaktionen, Gürtelrose und Lungenentzündung. Fraglich ist laut STIKO ein Zusammenhang mit Erkrankungen des Nervensystems (Gehirnentzündung, Krampfanfälle), Blutungen in die Haut durch eine verminderte Bildung von Blutplättchen (Trombozytopenie) und allergischen Hauterkrankungen. Impfkritische Ärzte bemängeln, dass die Langzeitwirkungen des für die Grundimmunisierung verwendeten Vierfach-Impfstoffes noch zu wenig untersucht sind.


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