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Achtung vor Kriebelmücken Schmerzhafte Plagegeister

Sie stechen nicht, sie beissen: Kriebelmücken haben im Sommer ebenso Hochsaison wie die allseits bekannten Stechmücken. Doch die Bisse der Kriebelmücken sind nicht nur besonders schmerzhaft, sie können auch gefährlich werden.

Stand: 06.07.2017

Kriebelmuecke | Bild: picture-alliance/dpa/ WILDLIFE/ P.Hartmann

Die Kriebelmücke stammt ursprünglich aus Skandinavien. Seit einigen Jahren fühlt sie sich auch hierzulande wohl, vor allem auf dem Land, an Bächen und Flüssen. Bevorzugt macht sie sich über Weidevieh her, aber auch Menschen verschmäht sie nicht. Die kleinen Mücken sind etwa zwei bis sechs Millimeter groß und sehen auf den ersten Blick wie harmlose kleine Fliegen aus.

Kriebelmücken stechen nicht - sondern beißen

Leider sind sie das nicht: Kriebelmücken fliegen den Menschen geräuschlos an, ohne ein Gefühl von Berührung zu erwecken. Und beißen dann blitzschnell zu: Mit ihren scharfen, Sägeblatt-ähnlichen Mundwerkzeugen ritzen sie kleine Löcher in die Haut ihrer Opfer und trinken daraus Blut. Das ist nicht nur schmerzhaft. Durch den giftigen Speichel der Kriebelmücken gelangen blutverdünnende Substanzen in die Wunde, in der Folge können allergische Reaktionen wie Rötungen, Schwellungen und sogar Blutergüsse auftreten.

Gefahr einer Infektion durch Kriebelmücken-Biss

Durch den direkten Kontakt der Kriebelmücke mit dem menschlichen Blut steigt das Risiko für Infektionen. Häufig gelangen Bakterien aber erst durch das Kratzen in die Wunde. Idealerweise lässt man die betroffene Stelle deshalb ausheilen, ohne sich zu kratzen, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen. Doch das ist leichter gesagt als getan. Der Juckreiz bei einem Kriebelmücken-Biss kann unter Umständen wochenlang anhalten. Um das Risiko einer Infektion zu minimieren, hilft es, die Haut an der betroffenen Stelle zu desinfizieren, und etwa eine antiseptischen Salbe aus der Apotheke aufzutragen. Gegen den Juckreiz hilft eine kortisonhaltige Creme.

"Die Kriebelmücke gibt Speichelsekret in die Stichstelle, das Histamin selbst stammt aus dem Körper der Patienten. Es wird freigesetzt aus Zellen, die es in der Haut speichern, um eine Lokalreaktion und Abwehrreaktion auszulösen, im Sinne einer Parasitenabwehr. Insofern hat der ausgelöste Juckreiz eigentlich (...) einen positiven Effekt. Wenn es natürlich tagelang juckt, (...) dann haben die Patienten damit größere Probleme."

Prof. Ulf Darsow

Schutz durch lange Kleidung oder Mückenspray

Die gute Nachricht: Kriebelmücken mögen keine geschlossenen Räume. Vielmehr schlagen sie besonders häufig in der Nähe von fließendem Gewässer - also Flüssen und Bächen - und Viehweiden zu. Um die Gefahr eines Bisses abzuwehren, hilft zum einen lange Kleidung. Durch den Stoff können sie - im Gegensatz zur Stechmücke mit ihrem Rüssel - nicht durchbeißen. Wem das im Sommer zu warm wird, kann es auch mit herkömmlichen Mückensprays mit DEET oder Icaridin versuchen. Die helfen auch gegen Kriebelmücken.

Bei Entzündungen - ab zum Arzt

Generell gilt: Hat sich die Wunde entzündet oder hat man besonders viele Bisse abbekommen, sollte man das besser einem Arzt zeigen. Also betroffene Stellen genau beobachten.

"Symptome sind Überwärmung, sehr starke Schwellungen oder rote Streifen, die sich von der Stichstelle zum Körper hin ausbilden. Noch schlimmer wären allgemein Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und allgemeines Unwohlsein. Mit solchen Symptomen sollte man auf jeden Fall zum Arzt gehen. Auch Kreislaufreaktionen sollten selbstverständlich zum Arzt führen."

Prof. Ulf Darsow, Oberarzt an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der TU München


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