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Tollwut (Rabies) Reisende sollten sich impfen lassen

Stand: 24.06.2016

Seit 2008 gilt Deutschland als tollwutfrei. Die wenigen Erkrankten in den vergangenen Jahren hatten sich im Ausland angesteckt. Wer in Risikogebiete reisen will, sollte sich impfen lassen, denn Tollwut ist tödlich. Mit Tollwut infizierte Tiere können mit ihrem Speichel den Menschen, aber auch andere Wild- oder Haustiere anstecken. Das Tollwut- oder Lyssa-Virus ist extrem anpassungsfähig, weshalb nahezu kein Säugetier vor ihm sicher ist. Die bloße Berührung tollwütiger Tiere führt allerdings noch nicht zur Übertragung. Auch wenn Speichel der Tiere mit unserer Haut in Berührung kommt, können die Erreger lediglich durch kleine Verletzungen wie Kratzer oder Schürfungen eindringen. Meist erfolgt die Übertragung jedoch durch einen Biss.

Impf-Empfehlung für Tierärzte und Jäger

In Deutschland rät die Ständige Impfkommission (STIKO) auch gefährdeten Personen wie Tierärzten, Jägern oder Forstpersonal in Gebieten mit neu aufgetretener Wildtiertollwut zu einer vorbeugenden Impfung. Das gilt auch für Personen, die engen Kontakt zu Fledermäusen haben: Neben dem Fuchs besitzen auch Fledermäuse ein sogenanntes Tollwutvirus-Reservoir.

Was tun nach einem Biss?

Nach dem Kontakt mit einem auffälligen Tier bietet eine sofortige Impfung nahezu hundertprozentigen Schutz, versichern Mediziner. Fünf- bis sechsmal muss man dafür zum Arzt, dann ist der Impfschutz vollständig. Für eine vorbeugende Impfung muss man sich über einen Zeitraum von 28 Tagen insgesamt dreimal impfen lassen und den Impfschutz nach zwölf Monaten auffrischen. Die vorbeugende Impfung schützt zwar zuverlässig vor Tollwut, hält aber nicht das ganze Leben lang.

In 100 Ländern der Erde kommt die Tollwut noch vor

Arbeitet man im Forst, im Labor oder in einem Risikogebiet oder plant einen Urlaub in einem Risikogebiet, sollte man sich impfen lassen. In etwa 100 Ländern auf der Erde kommt die Tollwut noch vor: Asien, Mittel- und Südamerika, Afrika und Osteuropa. Jedes Jahr sterben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) 55.000 Menschen an den Folgen einer Tollwut-Infektion.

Tollwut

Verbreitung

Tollwut wird von Tieren übertragen. In Deutschland trat die letzte Infektion 2006 auf, in vielen Entwicklungsländern dagegen besteht noch ein Infektionsrisiko. Tollwut ist für Menschen unbehandelt tödlich.

Alle Säugetiere - und sehr selten auch Vögel - können an Tollwut erkranken. In den USA wird die Krankheit vor allem von Fledermäusen und Waschbären übertragen, in Indien - dem Land mit der höchsten Tollwutrate bei Menschen - sind es streunende Hunde. Anstecken kann man sich auch an infizierten Tierkadavern, die noch Wochen infektiös sein können.

Ansteckung

Menschen infizieren sich hauptsächlich durch den Biss eines infizierten Tieres oder durch dessen Speichel, der auf durchlässige Hautstellen gelangt (z.B. Hautverletzungen, Schleimhäute). Im Körper wandert der Tollwutvirus dann über das Rückenmark zum Gehirn und löst dort eine Entzündung aus. Unbehandelt sterben Betroffene wenige Tage oder Wochen nach Krankheitsbeginn.

Symptome

Zu den ersten meist uncharakteristischen Krankheitsanzeichen gehören Kopfschmerzen und Appetitlosigkeit, manchmal Fieber. Dann stellen sich eine ausgeprägte Wasserscheu ein, aggressive und depressive Verstimmungen oder Lähmungen. Unbehandelt fallen Patienten spätestens nach sieben Tagen ins Koma und sterben.

Impfung

Für eine vorbeugende Impfung muss man sich über einen Zeitraum von 28 Tagen insgesamt dreimal impfen lassen und den Impfschutz nach zwölf Monaten auffrischen. Die vorbeugende Impfung schützt zwar zuverlässig vor Tollwut, hält aber nur etwa fünf Jahre vor.

Wer Kontakt mit einem tollwutverdächtigen Tier hatte oder gebissen wurde, aber über keinen Impfschutz verfügt, muss mit fünf oder sechs Impfungen rechnen. Zusätzlich wird ein Antiserum gespritzt (Passivimpfung). Geimpft werden muss in den ersten Stunden nach dem Biss.

Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen der Impfung sind im Allgemeinen gering. Es können auftreten: Rötungen, Schwellungen, Juckreiz an der Einstichstelle sowie Kopfschmerzen.


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