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Infektionskrankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Wer aus Bayern kommt, ist sich über die Rolle, die Zecken bei der Übetragung von Krankheiten spielen, im Normalfall ohnehin bewusst: Denn Bayern gilt als Hochrisikogebiet für FSME. Wer geimpft ist, hat auch für den Urlaub schon vorgesorgt.

Stand: 24.06.2016

Zecke auf Haut | Bild: colourbox.com

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virale Form der Hirnhautentzündung, bei der auch das Gehirn betroffen ist. Sie kann zu schweren neurologischen Schäden führen, in etwa zwei Prozent der Fälle verläuft sie tödlich. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Regionen

Baden-Württemberg ist wie Bayern seit Jahren ein FSME-Risikogebiet. Auch Teile Südhessens und Südthüringens sowie kleinere Ecken in Rheinland-Pfalz oder im Saarland zählen dazu. Zuletzt breitete sich die Krankheit weiter Richtung Norden aus.

Neben Deutschland sind vor allem die mittel- und osteuropäischen Länder FSME-gefährdet, allen voran Russland inklusive seiner fernöstlichen Gebiete. Subtypen des Erregers sind in Japan und der Mongolei zu finden.

Entfernen

Die Gefahr einer Übertragung steigt mit der Dauer der Saugzeit, vermutlich weil während des Saugvorgangs eine Virusvermehrung innerhalb der Zecke stattfindet. Ein rasches Entfernen der festgesaugten Zecke ist daher wichtig. Etwa 30 Prozent der Menschen, die mit dem FSME-Virus infiziert worden sind, erkranken daran.

Krankheitsphasen

Etwa fünf bis sieben Tage nach dem Biss treten bei einem Drittel der Infizierten uncharakteristische Beschwerden auf: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, gelegentlich Magen-Darm-Probleme. Meist ist die Krankheit damit überstanden.

Bei jedem dritten Erkrankten bzw. jedem zehnten Infizierten befällt der Erreger jedoch das zentrale Nervensystem - in unterschiedlicher Ausprägung. Unterschieden werden die Meningitis (nur die Hirnhäute sind beteiligt), die Meningoenzephalitis (Beteiligung von Hirnhäuten und Gehirn) und die Meningoenzephalomyelitis (zusätzlich ist das Rückenmark betroffen).

Symptome

Bei der Meningitis: Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Nackensteife, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Die akuten Symptome vergehen nach einigen Tagen, bis zur völligen Genesung dauert es oft ein Jahr.

Bei der Meningoenzephalitis: Zusätzlich Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, Bewegungsstörungen oder Krampfanfälle. Die Krankheit dauert länger. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen bleiben Spätschäden wie psychische Veränderungen zurück.

Die Meningoenzephalomyelitis ist die schwerste Verlaufsform - gekennzeichnet durch zusätzlich auftretende Lähmungen, vor allem der Arme oder Schultern. Zu den Spätschäden gehören bleibende Lähmungen. Sind Gehirn und/oder Rückenmark mit betroffen, verläuft etwa jede hundertste Erkrankung tödlich.

Vorbeugung

Es gibt keine Medikamente gegen FSME. Daher ist Vorbeugung besonders wichtig. Dazu gehört geeignete Bekleidung, um Zeckenbisse von vornherein zu verhindern. Gerade an den Beinen sollten alle Hautpartien bedeckt sein (z. B. Jogginghose mit Gummizug, Strümpfe über den Hosenbeinen). In den heißen Sommermonaten empfehlen Mediziner Zeckensprays und die genaue Inspektion des Körpers nach einem Spaziergang. Eine Zecke sollte zudem schnell und vorsichtig entfernt werden. Und wer sich in einem Risikogebiet aufhält, sollte nach Möglichkeit hohes Gras und Unterholz meiden.

Impfung

Die verlässlichste Vorbeugung gegen FSME ist eine Impfung, betonen amtliche Stellen. Die Experten raten zur Impfung, wenn man in einem Risikogebiet wohnt oder sich dort aufhält.

Keine Impfung sollte durchgeführt werden: bei akuten, fieberhaften Erkrankungen und bei Allergien gegen Komponenten des Impfstoffes sowie gegen Hühnereiweiß. Bei Kindern unter drei Jahren sollte sorgfältig geprüft werden, ob eine Impfung notwendig ist. Bei ihnen treten danach überdurchschnittlich häufig Fieberreaktionen auf.

Weitere Informationen zu FSME:

Wie ist die FSME-Situation im Ausland? Wie lauten die aktuellen Empfehlungen? Antworten dazu finden Sie auf folgenden Seiten:

Zecken entfernen


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