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Immunisierung Erfolgsgeschichte der Impfung

Epidemien gefürchteter Infektions-Krankheiten gehören in Deutschland inzwischen faktisch der Geschichte an. Denn wenn mehr als 95 Prozent der Bevölkerung geimpft sind, kann sich keine Epidemie ausbreiten.

Stand: 21.06.2016

Labormitarbeiter schaut durchs Mikroskop | Bild: picture-alliance/dpa

Neben Antibiotika sind Impfungen die wohl erfolgreichste Entwicklung der modernen Medizin. Gegen viele Virus-Erkrankungen sind sie bis heute das einzige Mittel.

Pockenvirus: Toter Killer

Einer der gefährlichsten Erreger der Vergangenheit war das Pockenvirus (nicht zu verwechseln mit den Windpocken). Systematische Impfkampagnen unter der Leitung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rotteten 1980 die Pocken aus - die Menschheit hat einen Killer aus dem Reich der Mikroben besiegt - den ersten und einzigen bisher.

"Die Ausrottung der Pocken ist die größte Leistung der Medizin", findet der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé. Schließlich ist diese Krankheit die einzige, die jemals besiegt werden konnte. Und das kam so ...

Polio: Kinderlähmung auf der roten Liste

Die nächste Krankheit, die ausgerottet werden soll, ist die Kinderlähmung. Der amerikanische Kontinent und Europa gelten bereits als Polio-freies Gebiet. Inzwischen konzentriert die WHO ihre Impf-Kampagnen deshalb auf die wenigen Länder, in denen 99 Prozent der Fälle auftreten: Indien, Nigeria, Ägypten und Pakistan. Auch gefürchtete Krankheiten wie Keuchhusten und Wundstarrkrampf kommen in Europa kaum noch vor.

Tetanus: keine tödliche Gefahr bei der Gartenarbeit

Der Wundstarrkrampf war früher eine gefürchtete Krankheit. Die Erreger lauern vor allem in der Erde. Schon durch winzige Wunden gelangen die Erreger ins Blut und geben dort das Tetanus-Gift ab. Werden die Lähmungssymptome nicht sofort behandelt, droht Tod durch Atemstillstand.

Durch die Impfungen tritt Tetanus inzwischen fast nur noch bei älteren Menschen auf, bei denen der Impfschutz nachgelassen hat.

Erfolg macht müde

Dass viele Krankheiten fast ausgerottet sind, ist ein Erfolg der Impfung. Weil die Gefahren durch die Krankheit weitgehend gebannt sind, treten die Nebenwirkungen der Impfung umso stärker ins Blickfeld. Wer will schon bleibende Schäden einer Therapie riskieren, wenn die Krankheit höchstwahrscheinlich nicht auftritt.


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