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Zeit für Zitrusfrüchte Geben Sie Ihrem Immunsystem Saures!

Orangen, Mandarinen, Zitronen, Grapefruit - bei uns beginnt jetzt wieder die Saison für Zitrusfrüchte. Sie sind lecker, beliebt und obendrein gesund. Vitamin C ist gerade bei kaltem Schmuddelwetter ein wichtiger Schutzschild. Doch wie sieht es mit den Schalen aus? Wie stark sind sie gespritzt?

Von: Emel Ugurcan

Stand: 16.11.2015

Frau beißt in eine Zitrone | Bild: Image Source

Zitrusfrüchte sind die Stars des Winters. Gerade in der kalten Jahreszeit sind die bei uns erhältlichen Früchte, vor allem Orangen und Mandarinen, besonders saftig und lecker. Der Grund: Die Hauptsaison für diese Früchte beginnt in Deutschland mit der Erntezeit in Südeuropa, die von November bis März dauert. In den Wintermonaten stehen Zitrusfrüchte bei den meisten wegen ihres gesunden Vitamin-C-Gehaltes hoch im Kurs. Doch nicht alle Zitrusfrüchte sind gleich beliebt, wie sich aus dem Pro-Kopf-Verbrauch der Früchte ablesen lässt.

Rückstände auf Zitrusfrüchten

Viele Verbraucher sind beim Thema Zitrusfrüchte vor allem wegen potenzieller Spritzgifte auf den Schalen verunsichert. Denn Zitrusfrüchte aus konventionellem Anbau werden nach der Ernte meist mit Konservierungs- und Überzugsmitteln behandelt. Häufig finden sich fünf bis sechs verschiedene Pflanzenschutzmittel-Rückstände auf einer Frucht. Allerdings kann Entwarnung gegeben werden: Laut der Verbraucherzentrale Bayern werden die gesetzlich geltenden Höchstmengen nur selten überschritten. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte beim Verzehr von Zitrusfrüchten ein paar Regeln beachten, um die vielen gesunden Seiten der Zitrusfrüchte unbeschwert genießen zu können:

Regeln beim Verzehr von Zitrusfrüchten

Sorgfältig reinigen

Die Früchte mit warmem Wasser waschen und kräftig abrubbeln, so lässt sich ein Großteil der Überzugsmittel entfernen. Nach dem Schälen unbedingt die Hände waschen.

Kinder

Wenn Kinder besonders gerne und viel Zitrusfrüchte essen, sollte man auf unbehandelte Früchte, am besten auf Biofrüchte, zurückgreifen.

Biofrüchte

Wenn die Schalen für den Verzehr verwendet werden sollen, dann Biofrüchte verwenden.

Aus den Schalen von Zitrusfrüchten wird übrigens auch Pektin hergestellt, das beispielsweise für die Konservierung von Marmeladen oder Süßwaren verwendet wird. Als Lebensmittelzusatzstoff ist Pektin auch als E 440 bekannt.

Die beliebteste Zitrusfrucht: die Orange

Statistisch gesehen isst jeder von uns rund sechs Kilo Orangen pro Jahr. Orangen sind nichtklimakterisch, das heißt, dass sie nach der Ernte nicht nachreifen. Außerdem sind sie äußerst kälteempfindlich und sollten deshalb nicht im Kühlschrank gelagert werden. Orangen haben einen hohen Vitamin-C-Gehalt und sind auch deshalb - vor allem in den Wintermonaten - heiß begehrt: 50 mg Vitamin C stecken in 100 Gramm Orangen. Schon eineinhalb bis zwei Orangen decken den Vitamin-C-Tagesbedarf von 100 mg. Beim Essen sollte man die weiße Haut, die sich nach dem Schälen auf den Früchten befindet, nicht komplett entfernen, denn darin sind wichtige sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe enthalten, die unter anderem verdauungsfördernd wirken sollen.

Die zweitbeliebteste Zitrusfrucht: die Mandarine

Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von rund dreieinhalb Kilo im Jahr nimmt die Mandarine Platz zwei ein. Sie hat mit 32 mg am wenigsten Vitamin C auf 100 Gramm. Dafür ist sie das süßeste Früchtchen: Rund 10 Gramm Zucker finden sich in 100 Gramm Mandarine. Die Clementine ist die beliebteste Mandarinenart: Sie ist eine Kreuzung aus Mandarine und Orange, im Gegensatz zur Mandarine ist sie meist kernlos. Ihr ausgewogenes Zucker-Säure-Verhältnis macht sie besonders schmackhaft.

Der vorletzte Platz: die Zitrone

Der Pro-Kopf-Verbrauch der sauren Zitrusfrucht liegt bei etwa 1,6 Kilo pro Jahr. Dafür hat sie aber den höchsten Vitamin-C-Gehalt unter allen: 53 mg auf 100 Gramm. Mit so viel Vitamin C ist die Zitrone eine richtige Wunderwaffe: Sie wirkt entzündungshemmend und desinfizierend. Zusammen mit der Zitronensäure hat das Vitamin C einen weiteren positiven Effekt: Eisen gelangt verstärkt vom Darm ins Blut.

Citronat selber machen

Für alle Backfreunde: Wenn die Schalen verwendet werden sollen, am besten auf Biofrüchte zurückgreifen. Übrigens wird auch das Citronat aus Zitronenschalen hergestellt. Allerdings werden dabei nicht die der normalen Zitrone benutzt, sondern die der sogenannten Zitronatzitrone. Diese ist wesentlich größer als die normale und hat eine dicke Schale, aus der das Citronat hergestellt wird. Unser Tipp: Wem das Citronat aus dem Supermarkt nicht schmeckt, kann es sich mit ein wenig Geduld auch selbst herstellen:

Rezept für selbstgemachtes Citronat

Früchte beziehungsweise Schalen in leicht gesalzenem Wasser blanchieren, bis die mit einer Gabel aufgespießte Frucht/Schale von alleine von der Gabel rutscht. Nun werden die Früchte/Schalen sechs Tage lang in eine Zuckerlösung eingelegt. Die Zuckerkonzentration der Lösung wird täglich erhöht.

1. Tag: 850 g Zucker auf 1 l Wasser kochen und die Zuckerlösung kochend über die Früchte/Schalen gießen. Die Früchte/Schalen sollten nun 24 Stunden in der Zuckerlösung belassen werden. Die Zuckerlösungen mit täglich erhöhter Zuckerdichte sollten nun täglich kalt über die Früchte/Schalen gegossen werden. Die alte Zuckerlösung kann je nach Konzentration eventuell noch etwas verdünnt werden und als "Läuterzucker" zur Herstellung von Toppings (für Eis), Cocktails oder gesüßten Fruchtpürees genutzt werden.

2. Tag: 1.100 g Zucker und 1 l Wasser
3. Tag: 1.400 g Zucker und 1 l Wasser
4. Tag: 1.650 g Zucker und 1 l Wasser
5. Tag: 1.950 g Zucker und 1 l Wasser
6. Tag: 2.200 g Zucker und 1 l Wasser

Nach sechs Tagen in der Zuckerlösung sollte man die Früchte/Schalen in einem Sieb gut abtropfen lassen, bevor man sie in einem verschließbaren Gefäß einlagert. In Frischhaltefolie verpackt trocknen die Früchte/Schalen auch nach längerer Lagerung nicht aus und behalten so ihr Aroma.

Christian Asemann - Cafe Richter Planegg

Das Schlusslicht: die Grapefruit

Die Grapefruit: abgeschlagen in der Beliebtheitsskala

Statistisch gesehen isst jeder von uns nur ein Kilogramm Grapefruit. Und das, obwohl ihr Vitamin-C-Gehalt im guten Mittelfeld liegt: 44 mg stecken in 100 Gramm der Frucht. Die Unbeliebtheit der Grapefruit ist vor allem den in ihr enthaltenen Bitterstoffen zuzuschreiben.

Forscher haben herausgefunden, dass die Wahrnehmung der Geschmacksrichtung "bitter" genetisch bedingt ist. So schmeckt jeder Mensch bitter auf eine andere Art und Weise. Viele empfinden die Bitterstoffe als unangenehm und das, obwohl sie besonders gesund sind und sich beispielsweise positiv auf die Verdauung auswirken.

Vorsicht in der Kombination mit Medikamenten

Allerdings enthält gerade die Grapefruit den Bitterstoff Naringin, der zu unerwünschten Wechselwirkungen mit Arzneimitteln führen kann. So kann die Wirkung von Herzmedikamenten und Cholesterinsenkern negativ beeinflusst werden. Daher sollte man Medikamente grundsätzlich immer nur mit Wasser einnehmen.


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