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Affen vor HIV geschützt Fortschritt bei Suche nach HIV-Impfstoff

Forscher der Harvard Universität haben Affen mit einem HIV-Impfstoff behandelt, der sie vor einer AIDS-Erkrankung schützt. Beim Menschen zeigten sich starke Immunreaktionen auf den Wirkstoff, der nun in die nächste Testphase geht. Ergebnisse werden ab 2021 erwartet.

Stand: 09.07.2018

Rhesus-Affen im Labor | Bild: picture-alliance/dpa/Marijan Murat

HI-Viren mutieren schnell und erzeugen ein breites Spektrum an Virus-Stämmen. Das macht es schwer, einen umfassenden Impfschutz gegen HIV zu entwickeln.

HIV-Impfstoff nach dem "Mosaik-Prinzip"

Ein Impfstoff gegen HIV ist schwer zu entwickeln, weil sich das Virus schnell verändert und viele Varianten aufweist.

Ein Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit AIDS muss gegen mehrere HIV-Typen immun machen, um wirksam zu sein. In dem Stoff, den Harvard-Forscher 2018 entwickelt haben, wurden Bestandteile verschiedener HI-Viren kombiniert, weshalb sie von einem Impfstoff nach "Mosaik-Prinzip" sprechen.

HI-Virus seit 35 Jahren bekannt

Am Institut Pasteur in Paris wurde das HI-Virus zum ersten Mal unter dem Mikroskop ausfindig gemacht und isoliert.

Der HI-Virus wurde 1983 zum ersten Mal von Luc Montagnier und Françoise Barré-Sinoussi vom Institut Pasteur in Paris beschrieben. Seitdem bemühen sich Forscher darum, einen Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit AIDS zu entwickeln, was bisher nicht gelungen ist. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind weltweit etwa 37 Millionen Menschen mit HIV infiziert oder leben bereits mit AIDS.

Bisher vier HIV-Impfstoffe vielversprechend

Bis heute haben es nur vier HIV-Impfstoffe für Menschen geschafft, bis in die letzte Studienphase zu kommen. Ihre Wirksamkeit hat sich dann als zu gering erwiesen, so dass keine dieser möglichen Impfungen für den Markt weiterentwickelt wurde.

72 Affen durch HIV-Impfung immun

Rhesus-Affen bekamen den neu entwickelten Impfstoff und zeigten sich gegenüber dem HI-Virus weitgehend immun.

Jetzt haben US-Forscher der Harvard Universität in Boston in einer Laborstudie zeigen können, dass ein Impfstoff bei Tieren guten Schutz bietet. 72 Rhesusaffen wurden damit behandelt und bekamen einen HI-ähnlichen Virus injiziert. Zwei Drittel der Tiere blieben gesund, auch nachdem sie sechs Mal mit HIV infiziert wurden.

HIV-Impf-Studie an Menschen

Nach dem Tierversuch spritzte man auch 393 gesunden Erwachsenen im Alter zwischen 18 bis 50 Jahren aus Ostafrika, Südafrika, Thailand und den USA den neu entwickelten Wirkstoff gegen HIV. Ein Teil der Gruppe bekam ein Placebo. Das Testmedikament habe "starke Immunreaktionen bei den Menschen ausgelöst", sagte Dan Barouch, Virologe und Impfexperte an der Harvard Universität in Boston.

Mögliche HIV-Impfung tritt in die nächste Phase

Der beste Weg, AIDS einzudämmen, ist nach Meinung vieler Experten, eine HIV-Imfpung zu entwickeln.

Da die Nebenwirkungen gering waren und nur fünf Teilnehmer über Schwindel, Magenschmerzen oder Durchfall klagten, darf die Forschung zum möglichen HI-Impfstoff in die nächste Phase gehen: Das Medikament soll 2.600 Frauen in Südafrika verabreicht werden, die gesund, aber gefährdet sind, sich mit HIV anzustecken. Dann wird sich zeigen, ob der Impfstoff tatsächlich AIDS vorbeugen kann. Ergebnisse werden ab 2021 erwartet.

  • Impfstoff gegen HIV bei Affen erfolgreich getestet: IQ - Wissenschaft und Forschung, 09.07.2018, 18.05 Uhr, Bayern 2

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