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Medikamente ... mit Salat und Ballaststoffen

Eigentlich ist ein frisches Vollkornbrot, ein Müsli mit Früchten oder Joghurt mit Kleie ein richtig gesundes Frühstück. Eine Kost reich an Ballaststoffen, Vitaminen und sekundären Pflanzenstoffen ... Wenn man jedoch Medikamente einnehmen muss, ist das anders.

Stand: 24.06.2016

Ölflasche mit Salat | Bild: colourbox.com

Zwischen bestimmten Medikamenten und Ballaststoffen in Vollkornprodukten, sowie Vitamin K, das hauptsächlich in grünem Gemüse und Salat enthalten ist, kann es zu gefährlichen Wechselwirkungen kommen.

Medikamenten werden "gebunden"

Vollkornnahrung ist gesund und bringt den Darm in Schwung. Die Ballaststoffe quellen im Darm auf und binden im hohen Maße die Flüssigkeit und damit auch die Schadstoffe, die durch die Darmwand über das Blut in den Körper gelangen würden. Das ist sehr positiv - wenn es um Schadstoffe geht. Allerdings wirkt der Mechanismus auch bei Medikamentenwirkstoffen - und das ist negativ: Die Wirkstoffe von Medikamenten werden gebunden und gelangen so nicht in den Körper.

"Wenn man vermehrt Ballaststoffe zu sich nimmt, also zum Beispiel drei Löffel Weizenkleie, dann kann dies dazu führen, dass Medikamente im Darm gebunden bleiben, nicht genügend im Körper aufgenommen werden und damit auch ihre Wirkung nicht ausreichend entfalten können."

Prof. Julia Kirchheiner, Vizepräsidentin des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte

Vorsicht bei Antibiotika und Schmerzmitteln

Auch Schmerzmittel und Antidepressiva, sowie Mineralstoff-Präparate wie Zink, Magnesium und Eisen verlieren ihre Wirkkraft, wenn sie zusammen mit Ballaststoffen eingenommen werden. Das heißt aber nicht, dass man auf Vollkorn, Müsli und Co. ganz verzichten muss. Allerdings sollte man unbedingt einen zeitlichen Abstand von zwei bis drei Stunden zwischen einem herzhaften Vollkornfrühstück und Medikamenteneinnahme halten.

Vorsicht bei Vitamin K

Gegen Vitamine ist grundsätzlich nichts einzuwenden. Sie sind sehr gesund. Eine spezifische Wechselwirkung gibt es aber auch hier: und zwar zwischen Vitamin K und Medikamenten zur Blutverdünnung, sogenannte Antikoagulantien. Solche Medikamente werden Patienten nach einer Operation, Herzinfarkt oder Thrombose verschrieben, um weitere Thrombosen zu vermeiden. Patienten, die solche Gerinnungshemmer nehmen, müssen sehr vorsichtig sein, denn bei Verletzung besteht verstärkte Blutungsgefahr.

Vorsicht bei grünem Gemüse und Salat

Salat und grünes Gemüse wie Brokkoli, Spargel, Spinat, Mangold, Erbsen und Kohl können für sie gefährlich sein. Sie enthalten nämlich Vitamin K, das für eine intakte Blutgerinnung sorgt. Frau Professor Julia Kirchheiner erklärt es so:

"Vitamin K benötigt der Körper für eine intakte Gerinnung. Aber bei Patienten, die auf Grund einer Thrombose gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, kann es zu einer Wechselwirkung kommen, wenn sie grüne Gemüsesorten essen, die viel Vitamin K enthalten. Vitamin K setzt die Wirkung der Blutverdünner herab und es kommt zu einer verstärkten Gerinnungsneigung."

Prof. Julia Kirchheiner

Das Medikament soll jedoch genau das Gegenteil bewirken, die Gerinnung hindern, um weitere Thrombosen zu vermeiden. Deshalb sollten Patienten für die Dauer der Therapie eher sparsam mit grünem Gemüse sein, Kohlsorten meiden und sich lieber an Tomaten, Karotten, gelbe oder rote Paprika halten.


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