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Medikamente ... mit Alkohol und Lakritze

Alkohol ist ein Zellgift, das eine Vielzahl von Wechselwirkungen verursacht. Außerdem greift es verschiedene Organe des Körpers an und wirkt sich vor allem auf das Gehirn und das Zentral-Nerven-System aus. Deshalb sollten auch Medikamente keinesfalls mit Alkohol eingenommen werden. Das ergibt eine überaus gefährliche Mischung.

Stand: 24.06.2016

Lakritzschnecke | Bild: picture-alliance/dpa

Alkohol kann die Wirkung von Medikamenten hemmen oder verstärken, weil die meisten Medikamente ebenso wie der Alkohol über die Leber abgebaut werden und das Entsorgungssystem der Leber damit überfordert wird.

Auch der Morgen danach ist gefährlich

Unter normalen Umständen würde wohl kaum jemand ein Medikament mit einem Glas Whisky oder Rum hinunterspülen. Doch was viele Partygäste nicht wissen, dass selbst am Morgen danach, wenn der Blutspiegel nicht mehr hoch ist, der Alkohol durchaus noch Wechselwirkungen mit Medikamenten eingeht.

"So können zum Beispiel am nächsten Morgen, wenn man bei einer Party exzessiv getrunken hat, noch Abbauprodukte von Alkohol in der Leber wirksam sein und Medikamente verlangsamen und hemmen. Deshalb können Medikamente, die am Morgen nach einer Party eingenommen werden, Nebenwirkungen hervorrufen oder eine verstärkte Wirkung haben."

Prof. Dr. Julia Kirchheiner, Klinische Pharmakologie, Universität Ulm

Ein Kollaps droht

Alkohol in Kombination mit Medikamenten kann nicht nur zu Übelkeit, Magen- und Kopfschmerzen, Schwindel sowie Herzklopfen, sondern auch zum Kollaps führen. Er verträgt sich insbesondere mit folgenden Medikamenten nicht:

  • Schlafmittel
  • Beruhigungsmittel
  • Antidepressiva
  • Bestimmte Diabetes-Medikamente
  • Antiepilepsie
  • Antibiotika
  • Acetylsalicylpräparate

Wer beispielsweise viel getrunken hat und nachher gegen die Kopfschmerzen ein Salicylat einnimmt, riskiert eine Magenblutung. Auch Mineralstoffe wie Kalium und Eisen können in Verbindung mit Alkohol den Magen-Darm-Trakt verstärkt reizen.

Dauerhafter Versicht auf Alkohol?

Doch wie ist es mit Menschen, die auf Dauer Medikamente einnehmen müssen, wie Blutdrucksenker und Herzmittel? Müssen sie auf den Genuss von einem Gläschen Rotwein oder einem Bierchen zum Essen verzichten?

Wenn es bei einem Glas bleibt, es nicht mehr als 0,2 Liter pro Tag sind und die Tabletten etwa 2 Stunden später eingenommen werden, ist es für diese Menschen eigentlich unbedenklich. Für Schwangere hingegen ist selbst eine kleine Dosis gefährlich. Ebenso Patienten die Antidepressiva, Antiepilepsie-, Beruhigungs- oder Schlafmittel sowie Antibiotika einnehmen, sollten ganz auf Alkoholika verzichten.

Lakritze - Gefahr von Kaliumverlust

Adressen:

Prof. Dr. Julia Kirchheiner
Institut für Naturheilkunde & Klinische Pharmakologie
Helmholzstr. 20
89081 Ulm

Prof. Dr. Stefan Endres
Klinische Pharmakologie der Ludwig- Maximilians-Universität München Ziemsenstr. 1
80336 München

Für Patienten, die Entwässerungsmittel einnehmen, kann auch der Genuss von Lakritze zu Problemen führen. Regelmäßiger Verzehr von Lakritze in Kombination mit entwässernden Arzneien führt zu verstärktem Kaliumverlust. Die Symptome: Muskelschwäche, langsame Reflexe, erhöhter Blutdruck und Müdigkeit.


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