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Zecken Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine virale Form der Hirnhautentzündung, bei der auch das Gehirn betroffen ist. Sie kann zu schweren neurologischen Schäden führen, in etwa zwei Prozent der Fälle verläuft sie tödlich. Eine medikamentöse Behandlung ist nicht möglich.

Stand: 25.03.2015

Zecke | Bild: picture-alliance/dpa

Das FSME-Virus wird nur in begrenzten Gebieten von Zecken übertragen. Die Gefahr einer Übertragung steigt auch bei dieser Krankheit mit der Dauer der Saugzeit, vermutlich weil während des Saugvorgangs eine Virusvermehrung innerhalb der Zecke stattfindet. Ein rasches Entfernen der festgesaugten Zecke ist also wichtig. Etwa 30 Prozent der Menschen, die mit dem FSME-Virus infiziert worden sind, erkranken daran.

Zwei Krankheitsphasen

Bei der Meningitis sind "nur" die Hirnhäute von einer Entzündung betroffen.

Die Erkrankung erfolgt typischerweise in zwei Phasen. Etwa fünf bis sieben Tage nach dem Biss treten bei einem Drittel der Infizierten uncharakteristische Beschwerden auf: Fieber, Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit, gelegentlich Magen-Darm-Probleme. Meist ist die Krankheit damit überstanden. Bei jedem dritten Erkrankten bzw. jedem zehnten Infizierten befällt der Erreger jedoch das zentrale Nervensystem - in unterschiedlicher Ausprägung. Unterschieden werden die "Meningitis" (nur die Hirnhäute sind beteiligt), die "Meningoenzephalitis" (Beteiligung von Hirnhäuten und Gehirn) und die "Meningoenzephalomyelitis" (zusätzlich ist das Rückenmark betroffen). Die verschiedenen Formen unterscheiden sich durch ihre Symptome und ihren Verlauf.

Information: Symptome

Bei der Meningitis: Starke Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, Nackensteife, verminderte Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit. Die akuten Symptome vergehen nach sieben bis zehn Tagen, bis zur völligen Genesung dauert es oft ein Jahr.

Bei der Meningoenzephalitis: Zusätzlich Bewusstseinstrübung bis hin zum Koma, Bewegungsstörungen oder Krampfanfälle. Die Krankheit dauert länger. Bei etwa jedem zehnten Betroffenen bleiben Spätschäden zurück, wie Anfallsleiden oder psychische Veränderungen.

Die Meningoenzephalomyelitis ist die schwerste Verlaufsform - gekennzeichnet durch zusätzlich auftretende Lähmungen, vor allem der Arme oder Schultern. Spätschäden sind, zusätzlich zu den bereits genannten, bleibende Lähmungen. Sind Gehirn und/oder Rückenmark mit betroffen, verläuft etwa jede hundertste Erkrankung tödlich.

Vorbeugen ist die beste Behandlung

Für die FSME ist bis heute keine medikamentöse Behandlung bekannt. Daher ist Vorbeugung besonders wichtig. Dazu gehört - abgesehen von einer Impfung - geeignete Bekleidung, um Zeckenbisse von vornherein zu verhindern. Gerade an den Beinen sollten alle Hautpartien bedeckt sein (z. B. Jogginghose mit Gummizug, Strümpfe über den Hosenbeinen). In den heißen Sommermonaten empfehlen Mediziner Zeckensprays und die genaue Inspektion des Körpers nach einem Spaziergang. Eine Zecke sollte zudem schnell und vorsichtig entfernt werden. Und wer sich in einem Risikogebiet aufhält, sollte nach Möglichkeit hohes Gras und Unterholz meiden.

Impfung - ja oder nein?

Die verlässlichste Vorbeugung gegen FSME ist eine Impfung, betonen amtliche Stellen. Echte Impfkomplikationen seien bei der FSME-Impfung extrem selten. Nicht geimpft werden soll bei akuten, fieberhaften Erkrankungen und bei Allergien gegen Komponenten des Impfstoffes sowie gegen Hühnereiweiß. Bei Kindern unter drei Jahren sollte sorgfältig geprüft werden, ob eine Impfung notwendig ist. Bei ihnen treten danach überdurchschnittlich häufig Fieberreaktionen auf. Experten raten zu einer Impfung, wenn man in einem Risikogebiet wohnt oder sich dort länger aufhält. Auch für Berufsgruppen wie Förster, Waldarbeiter und Landwirte wird eine Impfung empfohlen.

Information: FSME-Impfung auf einen Blick

Bei der aktiven Impfung erhält man drei Injektionen beim Arzt. Die ersten beiden sollten im Abstand von einem bis drei Monaten und eine dritte Impfung nach neun bis zwölf Monaten erfolgen. Sicher geschützt ist man laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit (LGL) erst nach der dritten Impfung. Für einen Langzeitschutz muss man sich alle drei bis fünf Jahre nachimpfen lassen. Bestimmte Abstände zu anderen Impfungen müssen nicht einhalten werden.


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