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Depressionen Leben im seelischen Tief

Die gesetzliche Kasse bezahlt nur, wenn eine "behandlungswürdige Störung gemäß den Psychotherapierichtlinien" vorliegt, also etwa Depressionen, Phobien, Essstörungen. Außerdem gilt eine Sperrfrist von zwei Jahren, wenn man schon einmal eine Therapie über die Krankenkasse abgerechnet hat.

Stand: 30.09.2013

Nachdenkliche Frau | Bild: colourbox.com

Etwa jeder fünfte Bundesbürger leidet mindestens einmal in seinem Leben an einer Depression. Experten schätzen, dass in Deutschland derzeit vier Millionen Menschen an Depressionen erkrankt sind, weltweit rund 121 Millionen Menschen. Frauen haben ein doppelt so hohes Risiko an Depressionen zu erkranken wie Männer: Die Quote liegt bei Frauen bei rund 24 Prozent, bei Männern bei rund 12 Prozent. Frauen erkranken häufiger in der Pubertät, Männer im Kindesalter. Ab dem mittleren Lebensalter gibt es keinen Unterschied mehr zwischen den Geschlechtern.

Neben Traurigkeit treten bei Depressionen meist uncharakteristische körperliche Symptome auf wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Schlafstörungen oder Erschöpfung. Krankenhaus-Aufenthalte aufgrund seelischer Erkrankungen nehmen zu. Patienten werden zwar kürzer behandelt als früher, kommen dafür aber häufiger in die Kliniken, so die Ergebnisse einer Analyse der Krankenkasse Barmer GEK.

Häufigster Grund für Frührente

Depressionen sind mittlerweile die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit oder Frührente, so eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI). Das koste die Volkswirtschaft jährlich bis zu 22 Milliarden Euro. Vier Millionen Deutsche leiden an Depressionen, etwa 7.000 der Erkrankten begehen pro Jahr Selbstmord.

Antriebslos durch Hörprobleme

Verlieren Menschen die Lust, am Leben teilzunehmen und ziehen sich zurück, können diese Probleme seelischer, aber auch körperlicher Natur sein: Neben dem Burn-out-Syndrom kann beispielsweise auch Schwerhörigkeit zu Antriebslosigkeit und ausgeprägten Depressionen führen. "Ein vermindertes Hörvermögen schränkt Betroffene oft so massiv ein, dass sie sich weigern, am normalen Leben in Familie und Freundeskreis teilzunehmen", erklärt Ellen Lundershausen, Vize-Präsidentin des Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte. Meist schämen sich Betroffene derart für ihre Hörprobleme, dass sie diese nicht zugeben.


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