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Schmerzliches Lust & Leid

Sind Frauen härter im Nehmen als Männer? Können Schmerzen süchtig oder gar glücklich machen? Was dahinter steckt, erfahren Sie hier.

Stand: 24.06.2016

Mann schaut entsetzt | Bild: colourbox.com

Wussten Sie, dass im Blut Cannabis-Wirkstoffe enthalten sind - auch wenn Sie noch nie einen Joint angerührt haben? Oder dass es im Mutterleib so laut ist, dass Babies eigentlich taub zur Welt kommen müssten?

Wie wird man einen Kater los?

Frage

Kaffee trinken. Oder einfach weiter trinken. Oder zum Katerfrühstück Rollmops und saure Gurken genießen. Soweit die Hausmittel, wenn es darum geht, am Morgen nach der Party den Kater loszuwerden. Doch hilft das alles tatsächlich?

Antwort

Der Mediziner empfiehlt: Wasser - wahlweise mit oder ohne Vitamintablette - oder Saftschorle. Viel trinken beseitigt am ehesten die Symptome des Katers. Denn diese entstehen durch einen ausgeprägten Wassermangel des Körpers, verursacht durch den Alkohol.

Sind Männer Memmen?

Frage

Frauen müssen notgedrungen große Schmerzen ertragen können - sonst würden sie keine Geburt durchstehen. Sind sie deshalb generell schmerzunempfindlicher als Männer?

Antwort

Nein. Studien haben ergeben, dass bei Männern Schmerzsignale sogar weniger intensiv weitergeleitet werden als bei Frauen. Hinzu kommt die Erziehung: Weil "Indianer keinen Schmerz kennen", unterdrücken Männer tendenziell eher ihre Schmerzgefühle. Ist allerdings ein Mann im Kreißsaal dabei, nimmt die Frau häufiger Schmerzmittel - um ihm den Anblick ihres Leids zu ersparen.

Machen Schmerzen glücklich?

Frage

Manch einer scheint Genugtuung dabei zu empfinden, sich selbst Schmerzen zuzufügen - immer und immer wieder. Machen Schmerzen etwa süchtig oder gar glücklich?

Antwort

Unter Umständen ja. Schmerzen können tatsächlich Glücksgefühle auslösen: Das beste Beispiel sind Marathonläufer. Nicht nur bei Überanstrengung, auch bei Schmerzen und Entzündungen erzeugt der Körper nämlich Endorphine. Das sind Opiaten ähnliche Schmerzhemmer, die wohltuende Entspannung oder regelrechte Glücksräusche auslösen können.

Macht Zigarettenrauchen glücklich?

Frage

Aaah, jetzt eine Zigarette! - Viele Raucher schaffen es nicht, von ihrer Sucht loszukommen, obwohl sie alles Mögliche probieren. Das Rauchen ist einfach zu schön. Warum eigentlich?

Antwort

Einbildung versetzt Berge. Schuld ist das Nikotin. Bei Müdigkeit soll es aufputschen, bei Nervosität beruhigt es angeblich. Mit dieser Droge können Raucher ihren Gemütszustand "auf einen Zug" ändern. Eine andere These: Nikotin erzeugt überhaupt keine positiven Veränderungen. Vielmehr ist der Körper süchtig nach der Droge, er verlangt regelmäßig nach dem Nikotin. Befriedigt man dieses Verlangen, wird dies oft als Glücksgefühl interpretiert. Fragen Sie doch mal einen ehrlichen Raucher, wie er seine allererste Zigarette empfunden hat: höchstwahrscheinlich als eklig und bar jeglichen Glücksgefühls ...

Warum tut Nadelstechen gut?

Frage

"Ah, wie schön liegt sich's auf einem Nagelbett!" - Alles Fakir-Geflunker, oder kann Piekserei tatsächlich angenehm sein?

Antwort

Die Dosis macht's. Stechen kann wirklich entspannen - allerdings in einer sanfteren Anwendungsform: In der Traditionellen Chinesischen Medizin werden Akupunkturnadeln eingesetzt, um den Energiefluss im Körper zu stimulieren und Blockaden zu lösen. Viele Patienten empfinden das als so entspannend, dass sie während dem Pieksen einschlafen.

Wie kommt bei Nicht-Kiffern das Cannabis ins Blut?

Frage

Wer Gras raucht, wird "high", weil sogenannte Cannabinoide in seinem Blut zirkulieren. Aber auch Nicht-Kiffer haben diese Stoffe im Körper. Warum?

Antwort

Der Körper produziert selbst Cannabinoide. Als Botenstoffe beeinflussen sie die Psyche, aber auch den Appetit und Schmerzen. Wenn der Körper eine Infektion abwehren oder mit einem Schock umgehen muss, produziert er mehr Cannabinoide als gewöhnlich - allerdings immer noch deutlich weniger, als in einem Joint enthalten sind.

Wie ertragen Embryos den lauten Herzschlag ihrer Mutter?

Frage

Für den Embryo klingt der Herzschlag der Mutter wie ein lautes Wummern. Warum wird er nicht taub davon?

Antwort

Ein Filter bietet Schutz: Embryos schützen sich vor zu lauten Geräuschen, indem sie sehr tiefe Frequenzen herausfiltern - nicht nur den Herzschlag, sondern auch Verdauungsgeräusche. Neugeborene hören sogar mehr als Erwachsene: Sie können nicht nur Rhythmus und Klangfarben unterscheiden, sondern auch Tonhöhen. Dieses "absolute" Gehör geht aber verloren, wenn es nicht trainiert wird.

Wer stellt eigentlich unsere innere Uhr?

Frage

Frühaufsteher oder Morgenmuffel: Der innere Wecker klingelt zu völlig verschiedenen Zeiten. Warum kann man ihn eigentlich so schwer umstellen?

Antwort

Melatonin, eine Substanz aus der Zirbeldrüse, ist verantwortlich für die innere Uhr des Menschen. Die Melatonin-Produktion beginnt, sobald es draußen dunkel wird. Das Herz schlägt langsamer, die Verdauungstätigkeit wird gedrosselt und man wird müde. Ob dieser Ablauf früh oder spät am Morgen endet, legen die Gene fest. Die meisten Menschen sind erst nach acht Uhr richtig wach.


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