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Von Gähnen bis Zähneklappern Signale des Körpers

Warum müssen wir gähnen? Warum knurrt der Magen? Warum muss man rülpsen? Hier erhalten Sie Antworten auf Fragen rund um die Signale des Körpers.

Stand: 24.06.2016

Baby gähnt | Bild: picture-alliance/dpa

Unser Körper hält so einige seltsame Eigenheiten parat: Gänsehaut und Zähneklappern gehören da noch zu den angenehmeren Symptomen. Ein bisschen schmerzlicher wird's dann beim Magenknurren, Rülpsen und Rotwerden. Warum das alles?

Warum müssen wir gähnen?

Frage

Es ist langweilig, Müdigkeit überfällt uns - wir müssen gähnen. Und fängt erst einmal einer an, dann gibt's kein Halten mehr. Warum eigentlich?

Antwort

Lange Zeit wurde angenommen, dass sich der Körper durch das Gähnen eine Extraportion Sauerstoff holt, um einen Mangel im Gehirn auszugleichen und fitter zu werden. Leider funktioniert das so nicht. Man nimmt deshalb an, dass das Gähnen in erster Linie ein soziales Signal ist. Schließlich steckt Gähnen ja auch an. Wer zusammen gähnt, gehört zur gleichen Horde.

Warum bekommen wir Wadenkrämpfe?

Frage

Er kommt ganz plötzlich, gerne auch mal im Schlaf: der Wadenkrampf. Ein ziehender, brennender, stechender Schmerz, der uns sogar aus dem Tiefschlaf reißen kann. Warum entstehen Wadenkrämpfe? Und was kann man dagegen tun?

Antwort

Es gibt drei Varianten von Wadenkrämpfen: Die nachts auftretende Variante ist harmlos und hat keine bestimmte Ursache. Sie kann zum Beispiel nach sportlichen Belastungen auftreten. Variante zwei entsteht bei Erkrankungen der Gefäße, Nerven oder des Stoffwechselbereichs. Bei der dritten Variante des Wadenkrampfes ist der Mineral- und Elektrolyt-Haushalt gestört. Am schnellsten wird man einen Wadenkrampf wieder los, wenn man die Wadenmuskeln dehnt.

Warum muss man rülpsen?

Frage

Milchbrei, eine leckere Zwiebelsuppe, ein kaltes Bier oder Limonade mit Sprudel. Schnell entfährt uns nach Genüssen dieser Art ein peinliches Geräusch: Wir rülpsen. Warum eigentlich?

Antwort

Bei jedem Schlucken wird Luft mitaufgenommen. Diese muss wieder entweichen, sonst bekommen wir Schmerzen. Um das zu verhindern, aktivieren Blähungen im Magen Dehnungsrezeptoren, die den Schließmuskel zum Öffnen bringen. Das Geräusch beim Rülpsen entsteht durch die Vibration der Stimmbänder und des Kehlkopfdeckels beim Entweichen der Luft. Je mehr man jedoch rülpst, desto mehr Säure gelangt in die Speiseröhre und animiert zum Schlucken - was wiederum das Aufstoßen fördert!

Warum werden wir rot?

Frage

Nicht nur, dass die peinliche Situation schon peinlich genug ist - wir werden auch noch rot! Warum eigentlich?

Antwort

Die Ursache liegt im vegetativen Nervensystem, das bestimmte Körperfunktionen steuert, die wir nicht willentlich beeinflussen können. Befinden wir uns in einer peinlichen Situation, versetzt uns dieser Teil des Nervensystems in einen Alarmzustand. Folge: Die Durchblutung verstärkt sich. Im Gesicht sieht man das besonders, weil dort die Blutgefäße sehr dicht unter der Oberfläche liegen.

Warum knurrt der Magen?

Frage

Wie ein Wachhund gibt unsere Körpermitte warnende Geräusche von sich, wenn es Zeit für die nächste Mahlzeit ist.

Antwort

Ist er leer, zieht sich der Magen immer wieder zusammen. Mit zunehmendem Hunger werden die Bewegungen immer heftiger, Magensaft und verschluckte Luft ergeben zusammen das bekannte glucksende Geräusch.

Warum schließen wir beim Niesen die Augen?

Frage

Beim Niesen verschwindet für eine kurze Weile der Rest der Welt. Denn es schüttelt uns nicht nur, sondern wir machen auch die Augen zu. Wieso eigentlich?

Antwort

Das ist ein sinnvoller Schutzreflex. Denn der Tränenkanal ist unmittelbar verbunden mit dem unteren Nasenkanal. Das Schließen der Augenlider und die Anspannung der Muskulatur rund um das Auge wirken dem Druck entgegen, der beim Niesen entsteht und durch den Nasenkanal zur Augenhöhle gelangt.

Warum klappern wir mit den Zähnen, wenn wir frieren?

Frage

Manchmal ist es uns nicht nur anzusehen, dass es uns friert, man kann es sogar hören.

Antwort

Eigentlich ganz einfach: Bewegung erzeugt Wärme. Die Kaumuskulatur zieht sich immer wieder zusammen, die Zähne klappern. Auch wenn in diesem Fall nur ganz kleine Muskelpartien beteiligt sind, helfen sie, die Betriebstemperatur des Körpers zu halten. Je stärker wir frieren, desto mehr Körperpartien werden miteinbezogen.

Warum klingt quietschende Kreide so unangenehm?

Frage

Jeder kennt es noch aus seiner Schulzeit: Das Geräusch quietschender Kreide auf einer Tafel. Warum läuft uns dabei ein kalter Schauer den Rücken herunter?

Antwort

Wenn sich bei unangenehmen Geräuschen wie dem Quietschen von Kreide oder dem Kratzen von Fingernägeln die Haare auf dem Rücken aufstellen, ist dies das Ergebnis eines Schutzmechanismus des Körpers. Er nimmt die schrillen Töne als Warnsignale wahr und stellt zum Schutz die Haare des Körpers auf. Verantwortlich dafür ist das limbische System im Gehirn.

Wie entsteht Gänsehaut?

Frage

Wenn wir Angst empfinden, stellen sich die sprichwörtlichen Nackenhaare auf. Dasselbe Phänomen entsteht bei einem Kältereiz.

Antwort

Winzige Muskeln an der Seite unserer Haare ziehen sich zusammen, die Haare richten sich auf. Dabei ziehen sie etwas Haut mit nach innen, sodass eine Miniaturhügellandschaft entsteht, die der Haut einer gerupften Gans ähnelt. Der Begriff Gänsehaut ist schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt.

Warum bekommen wir beim Baden Schrumpelhaut?

Frage

Ein Blick reicht, um zu erkennen, dass man mal wieder in der Badewanne die Zeit vergessen hat.

Antwort

Wir haben am ganzen Körper Talgdrüsen, die unsere Haut schützen - nur nicht an den Händen und Fußsohlen. Dort haben wir aber besonders viele Hornzellen, die Salze enthalten. Diese ziehen bei einem ausgedehnten Bad Wasser an - die Haut quillt auf, wir bekommen Schrumpelhaut. Verdunstet das Wasser, wird die Haut wieder glatt.

Warum schnarchen manche Menschen?

Frage

Er - oder auch Sie - sägt und sägt und sägt. Das Schnarchen des Liebsten hat schon so manchen Partner um den Schlaf gebracht.

Antwort

Während des Schlafens entspannt sich im Nasen-Rachen-Raum die Muskulatur. Beim Ausatmen wird der Weg für die Luft enger und versetzt das Gaumensegel in Schwingungen. Begünstigt wird Schnarchen durch Rückenlage und Alkohol. Mit zunehmendem Alter nimmt die Muskelspannung während des Schlafs ab und das Schnarchen zu.

Warum stört Schnarcher ihr Schnarchen nicht?

Frage

Bis zu 90 Dezibel laut kann Schnarchen werden. Kein Wunder also, dass ein Schnarcher seine Zimmergenossen um den Schlaf bringt. Er selbst merkt davon allerdings nichts, sondern schlummert selig. Wieso wird er nicht von seinem eigenen Schnarchen geweckt?

Antwort

"Ammenschlaf" nennt man diesen Effekt: Laute Geräusche stören nicht, regt sich aber zum Beispiel der Nachwuchs, dann ist man sofort wach. Offenbar können wir im Schlaf unterscheiden, ob es sich um ein wichtiges Geräusch handelt oder nicht. Wissenschaftler vermuten, dass diese Fähigkeit ihren Ursprung in der Zeit hat, als unsere Vorfahren noch in der Savanne schliefen und bei Gefahr aufwachen mussten. Zum Beispiel, wenn sich auf leisen Sohlen ein Raubtier näherte ...


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