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Baumschnitt Erste Hilfe nach Sturm und Schneebruch

Wenn es stürmt oder im Winter schneit, kann schon mal ein Baum in Mitleidenschaft gezogen werden. Dann ist oft der Griff zur Astschere gefragt.

Stand: 22.01.2015

Baum mit Astbruch | Bild: colourbox.com

Bäume schneidet man generell am besten im Winter. Insbesondere Laubbäume befinden sich im Winterschlaf, der Wasserfluss ist eingeschränkt und die Bäume werden in ihrer Entwicklung nicht gestört. Schneiden sollte man aber stets nur bei trockenem, frostfreiem Wetter, was oft Ende Januar, Anfang Februar der Fall ist.

Bei Temperaturen unter -5 °C sollte man besser auf den Griff zur Schere verzichten, da das Holz dann brüchig ist und Schnittwunden schlecht heilen. Auch sollte nur geschnitten werden, wo es wirklich notwendig ist. Zu viele Wunden setzen dem Baum zu.

Gefahr durch gebrochene Äste

Unabhängig von der Witterung sollte Astbruch, der eine Gefahr für die Umwelt darstellt, baldmöglichst entfernt werden. Bei Sturmschäden an größeren Gehölzen kontaktieren Sie die Feuerwehr, wenn unmittelbare Gefahr besteht.

Zapfen oder Astring?

Schnitt "auf Astring"

Der Fachmann unterscheidet zwischen "auf Zapfen" oder "auf Astring" schneiden. Auf Zapfen heißt, man schneidet nicht unmittelbar am Stamm. Ein Zapfen von etwa 10-15 Zentimeter Länge bleibt stehen, das entspricht drei bis fünf Augen. Beim Schneiden auf Astring gibt es keinen Zapfen, hier schneidet man unmittelbar am Stamm. Bei den meisten Gehölzen sollte man auf letztgenannte Methode zurückgreifen. Schneidet man auf Zapfen, kann dieser im Verlauf der Vegetationsperiode so weit eintrocknen, dass auch gesundes Holz geschädigt wird. Die Folge: mangelhafte Wundheilung und somit unnötige Eintrittspforten für Pilze und Krankheitserreger.

Stichwort: Hippe

Die Hippe ist auch unter dem Begriff Sichelmesser bekannt. Sie erinnert an ein Hackmesser mit sichelförmig gebogenem Klingenende.

Auch durch raue, rissige Wunden können die winzigen Erreger eindringen, also lieber scharfes Werkzeug verwenden und sauber arbeiten. Sollte eine Schnittstelle etwas ausgefranst sein, einfach mit einer Hippe oder einer feinen Säge nachbearbeiten und glätten. So behandelt kann die Wunde schnell abtrocknen und ist nach ein bis zwei Jahren vollständig verheilt.

Von außen nach innen

Entfernt man einen großen Ast komplett, sollte das in kleinen Partien geschehen. Nicht den gesamten Ast einfach am Stamm absägen! Die Kraft, mit der er herunterbricht, ist so stark, dass große Teile der Stamm-Rinde in Mitleidenschaft gezogen werden können. Daher ist es geschickter, sich vom Ende des Astes zu seiner Basis zu arbeiten und so immer mehr Ballast loszuwerden. Schließlich kann man den Ast völlig entfernen.

Tipp

Das Arbeiten vom Boden aus ist zwar für die Arme ein wenig anstrengend, aber dafür sehr viel ungefährlicher als auf einer wackeligen Leiter.

Dazu zunächst von unten mit einer Astsäge zwei Drittel direkt am Stamm einsägen, so verhindert man ein Reißen der Rinde. Danach einfach den Ast von oben komplett durchsägen.

Kleine Werkzeugkunde

Ideal sind Astscheren mit besonders langen Hebeln, da diese die Kraftübersetzung erhöhen. Eine Schere mit verzahnten Hebeln erhöht die Übertragung zusätzlich und der Schnitt geht leicht von der Hand.

Das verwendete Werkzeug sollte in jedem Fall sauber, geschliffen, geschmiert und rostfrei sein.


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