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Jakobskreuzkraut Ein giftiges Kraut breitet sich aus

Das heimische Jakobskreuzkraut breitet sich seit einigen Jahren vermehrt aus, auch in Bayern. Schon geringe Mengen dieser giftigen Pflanze können zu Leberschäden führen. Vor allem Weidetiere wie Pferde und Kühe sind bedroht, doch auch im Hausgarten ist das Kraut zu finden.

Stand: 05.09.2013

Jakobskreuzkraut | Bild: picture-alliance/dpa

An sich sieht das Kraut mit seinen gelben Blüten ganz adrett aus, gäbe es nicht die sogenannten Pyrrolizidinalkaloide. Die können schon in geringen Mengen Leberschäden verursachen, im schlimmsten Fall droht gar Leberkrebs.

Nahrungskreislauf

Bislang existieren keine Studien, inwieweit sich Alkaloide in Tierprodukten wie beispielsweise Milch anreichern. In einigen Import-Honigsorten wurden indes bereits Konzentrationen in bedenklicher Höhe nachgewiesen.

Ungeborene sind besonders gefährdet, wenn während der Schwangerschaft große Mengen an selbstgepflücktem Gesundheitstee getrunken werden, der aufgrund von Verwechslungen, etwa mit Johanniskraut, besagte Alkaloide enthält. Das bloße Berühren der Pflanze ist hingegen ungefährlich.

Verwechslung mit Rucola

Links Rucola, rechts Kreuzkraut

2009 wurde Kreuzkraut auch in einer Rucola-Packung eines Supermarktes gefunden. Dieser Fund blieb jedoch ein Einzelfall. Rucola- und Kreuzkrautblätter sehen sehr ähnlich aus und können von Laien daher leicht verwechselt werden. "Wer Kräutertees aufbrüht oder Wildkräuter für einen Salat sammelt, sollte besonders fachkundig sein", sagte Klaus Gehring, Experte für Unkrautkontrolle bei der bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft der Nachrichtenagentur dpa. 2011 sei ein älterer Mann gestorben, weil er einen Kräutertee getrunken hatte, der mit Kreuzkraut verunreinigt war, so Gehring.

Ein Kraut, viele Arten

Verwechslungsgefahr

Jakobskreuzkraut | Bild: picture-alliance/dpa zur Bildergalerie Wohltuend oder tödlich? Jakobskreuzkraut contra Johanniskraut

Leicht wird das giftige Jakobskreuzkraut mit dem heilkräftigen Johanniskraut verwechselt - mitunter mit fatalen Folgen. Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen. [mehr]

Das Jakobskreuzkraut verbreitet sich vor allem in steilem Gelände und auf Weideflächen, die nur selten gemäht werden. Die Pflanze ist mehrjährig: Im ersten Jahr sind nur die grünen Blätter zu sehen, erst im zweiten Jahr blüht sie gelb. Im Großraum Nürnberg, in Regionen des Bayerischen Walds und im Regierungsbezirk Schwaben findet man das Kraut vermehrt. Im Allgäu tritt eine andere giftige Kreuzkrautart häufiger auf, das Wasserkreuzkraut. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 30 Kreuzkrautarten, vier davon sind giftig.

Biobauern trifft es besonders, wenn sich Kreuzkraut auf ihren Flächen angesiedelt hat, denn sie dürfen keine chemischen Unkrautvernichter verwenden.

Jakobskreuzkraut - Senecio jakobea

Verwechslung mit Johanniskraut möglich

Das Kraut gehört zu den Korbblütlern und blüht zwischen Juli und September. Es wird 30 bis 100 Zentimeter hoch, alle Pflanzenteile sind giftig. Auf den ersten Blick kann man Jakobskreuzkraut mit Johanniskraut verwechseln. Wenn Sie sich nicht hundertprozentig sicher sind: Finger weg!

Ein Kraut, viele Namen

Der Name Jakobskreuzkraut bezieht sich auf die Blütezeit um den Sankt-Jakobstag am 25. Juli. Das Jakobskreuzkraut ist auch als Jakobskraut, Jakobs-Greiskraut, Spinnkraut oder Hergottsnagel bekannt.

Genügsamer Wegbegleiter

Das Jakobskreuzkraut ist eine einheimische Pflanze, kein Neophyt (eingewanderte Pflanze). Es gedeiht vor allem auf eher trockenen Wiesen und Weiden, Eisenbahnböschungen sowie Weg- und Straßenrändern.

Gerade im ersten Jahr gefährlich

Im ersten Jahr entwickelt das Jakobskreuzkraut zuerst eine sogenannte Rosette, erst im zweiten Jahr blüht das Kraut gelb. Im Rosettenstadium wird sie eher von Tieren gefressen, weil sie noch nicht bitter schmeckt und noch nicht unangenehm riecht.

Schwer zu entfernen

Beim Entfernen der Pflanzen sollte man sehr sorgfältig vorgehen - bleibt nur ein geringer Teil der Wurzel im Boden, treibt die Pflanze binnen kurzem erneut aus.

Besonders für Weidetiere gefährlich

Insbesondere für Kühe und Pferde ist die Pflanze sehr gefährlich: Die Giftstoffe lagern sich im Körper an und zersetzen allmählich die Leber. Diese Vergiftung kann man bislang nicht behandeln. Ziegen und Schafe hingegen bauen laut Angaben Züricher Agrarforscher in ihren Vormägen einen Teil des Giftes ab. Erfahrene Tiere scheinen die Pflanzen eher zu meiden, wegen des Geruchs und des bitteren Geschmacks. Meist trifft die Vergiftung daher Jungtiere.

Auch getrocknete Pflanzen sind giftig

Prekär ist, dass die Giftstoffe im Heu oder in der Silage genauso wirksam bleiben wie in der frischen Pflanze. Der bittere Geschmack verliert sich durch Trocknung oder im Silo, daher fressen die Tiere das Futter ohne zu zögern, warnt der Arbeitskreis Kreuzkraut, ein engagierter Zusammenschluss von Tierhaltern, Tierärzten und Landwirten.

Mit Stumpf und Stiel entfernen

Schön, aber giftig: das Jakobskreuzkraut

Sobald man eine Kreuzkraut-Pflanze in seinem Garten entdeckt, sollte man sie samt der Wurzel entfernen, möglichst verbrennen oder im Hausmüll entsorgen, rät der Arbeitskreis Kreuzkraut. Besonders in der Nähe von Nutz- und Weideflächen sollte das Kraut keinesfalls geduldet werden. Durch Herbizideinsatz und Maßnahmen wie häufiges Mähen und Düngen der Fläche kann man das Kraut zurückdrängen.


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