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Nützlinge helfen Tipps zum Pflanzenschutz

Wer an der richtigen Stelle gepflanzt hat und Nützlinge in seinen Garten lockt, hat schon viel gewonnen. Was sonst noch gegen Schnecken und Läuse hilft?

Stand: 21.06.2016

Marienkäfer | Bild: picture-alliance/dpa

Vorbeugend gegen Läusebefall wirken bereits die richtigen Standortbedingungen für die Pflanzen, also der passende Boden, die richtigen Lichtverhältnisse und die passenden Nachbarn. Größere Ansammlungen gleicher Pflanzen sollten vermieden werden. Das alles sorgt für gesunde Pflanzen mit guten Abwehrkräften. Achten Sie auch auf maßvolles Düngen. Überdüngte Pflanzen mit weichem Gewebe sind ebenso anfällig für Blattläuse wie unterversorgte Pflanzen.

Nützlinge gegen Läuse

Die Schwebfliege braucht Nektar, ihre Larven fressen Läuse.

Nicht nur der Marienkäfer frisst gerne Läuse, auch andere Insekten wie Florfliegen- oder Schwebfliegenlarven haben sie auf dem Speiseplan. Die erwachsenen Florfliegen und Schwebfliegen ernähren sich wiederum von Pollen und Nektar. In einem Naturgarten mit seinen nektarreichen Wildblumen werden Sie diese Nützlinge nicht missen müssen.

Was im Nachhinein gegen Läuse hilft

Gegen Läuse hilft schon: Die Pflanze mit einem Wasserschlauch abspritzen oder stark befallene Triebe entfernen.

Entdecken Sie auf einer Pflanze trotzdem Läuse, dann können Sie die befallenen Triebe oder Blätter entfernen, oder auch - bei unempfindlichen Pflanzen - die Tiere mit einem harten Wasserstrahl abspritzen. Auch das Besprühen mit Brennesselsud hat sich bewährt. Bekämpfen Sie Blattläuse möglichst früh: Denn solange die Läuse flugunfähig sind, können sie selbst kleinere Distanzen von 20 bis 30 Zentimetern kaum überwinden. Manche Gärtner ziehen es zudem vor, Läuse schlichtweg zu ignorieren, da sie oft genug genauso schnell verschwinden, wie sie gekommen sind und in aller Regel keinen bleibenden Schaden an den Wirtspflanzen verursachen.

Tipps von Bayern 1-Expertin Karin Greiner

Beinwell für Rosen

Rosen, die mit Beinwell gemulcht oder gedüngt werden bleiben vital, blühen üppig und haben mehr Widerstandskraft gegen Schädlinge und Pilzkrankheiten. Blätter breitet man unter Rosenbüschen aus, aus Kraut oder Wurzel bereitet man eine Brühe. Rezept: Pro Rose 150 g frisches Kraut oder 50 g Beinwellwurzel (aus der Apotheke) mit 1 Liter kochendem Wasser überbrühen, ziehen lassen (nicht absieben!) und nach dem Erkalten rund um die Rose gießen. Die Beinwellreste leicht in die Erde einharken.

Lavendel gegen Blattläuse

Vielfach bewährt hat sich das Übersprühen von Pflanzen mit einer Lavendelöl-Lösung, zur Vorbeugung ebenso wie zur Bekämpfung von Blattläusen und allen anderen saugenden Schädlingen. Rezept: 1 Liter entkalktes oder Regenwasser, 10 Tropfen ätherisches Lavendelöl und 1 winziger Tropfen Spülmittel in der Sprühflasche mischen, kräftig verschütteln und auf die Pflanzen sprühen.

Brennnessel als Stärkungsmittel

Ein schlichter Tee aus Brennnesseln hält andere Pflanzen kräftig und stärkt deren Abwehrkräfte. Zugleich sorgt der Sud für kräftiges Wachstum und reiche Blüte. Rezept: 150 g frisches, grob zerschnittenes oder 50 g getrocknetes Brennnesselkraut mit 1 Liter kochendem Wasser überbrühen, 10-15 Minuten ziehen lassen, abseihen und nach Erkalten über die Pflanzen sprühen.

Aktion Wühlmaus

Schermäuse mögen junge Wurzeln.

Sie gehören zur Familie der Wühlmäuse und sind so manchem Gartenbesitzer ein Dorn im Auge: Schermäuse knabbern neben Blumenzwiebeln auch gern die zarten Wurzeln junger Obstgehölze oder Rosen an. Wer eine Katze zu Hause hat, hat bereits die beste Waffe gegen die Nager in der Hand. Ansonsten kann man natürlich versuchen, sie mit Fallen zu fangen. Die Fallen müssen eingegraben werden und dürfen auf keinen Fall zu neu oder zu sehr nach Mensch riechen. Reiben Sie sie also vorher am besten mit Erde oder stark riechendem Gemüse ein und tragen Sie Handschuhe.

Eine unkomplizierte und dazu tierfreundliche Methode, die zarten Wurzeln junger Gehölze zu schützen, ist der Wühlmauskorb, ein korbförmiges Geflecht aus Maschendraht, das um den Wurzelballen in die Erde kommt.

Bis die Wurzeln herausgewachsen sind, sind sie von der Schermaus nicht mehr bedroht, und der Korb ist verrottet.

Schneckenbekämpfung

Von Schnecken bleibt kein Garten verschont. Zwar lockt ein Holz -oder Laubhaufen im Garten den Igel an, und der frisst für sein Leben gern die Weichtiere. Auch andere Schneckenfeinde wie Blindschleichen, Spitzmäuse oder Vögel fühlen sich im naturnahen Garten wohl. Doch mit natürlichen Feinden allein wird man die Massen an Nacktschnecken, die in feuchten Sommern über unsere Gärten herfallen, nicht los, vor allem nicht die spanische Wegschnecke. Sie wird nicht gern gegessen. Die wirksamste Methode ist nach wie vor das Absammeln - und Töten.

Schneckenzäune können helfen

Von besonders empfindlichen Beeten kann ein Schneckenzaun die Weichtiere fernhalten. Der etwa 20 Zentimeter hohe Zaun aus Edelstahl oder Kunststoff ist so abgewinkelt, dass ihn die Schnecken nicht überwinden können. Allerdings darf kein Gewächs darüber ragen, das dann als Brücke genutzt werden könnte.

Die Sache mit dem Bier

Die Spanische Wegschnecke stürzt sich gern auf zarte Pflänzchen und wird vom Igel meist verschmäht.

Innerhalb eines solchen Schneckenzaunes können auch die berühmten Bierfallen aufgestellt werden, in denen die Tiere ertrinken sollen. Werden mit Bier gefüllte Gefäße dagegen einfach so im Gartenboden eingegraben, lockt deren Geruch womöglich noch mehr Tiere in den Garten, als in den Fallen ertrinken. Besonders im Frühjahr sind Bierfallen effektiv, wenn das Nahrungsangebot für Schnecken noch begrenzt ist.

Schnecken ruhig leben lassen

Tigerschnegel

Denken Sie bei alldem aber daran, dass nur wenige Schneckenarten wirklich Schaden anrichten. Dies sind vor allem die Weg- und Ackerschnecken. Viele heimische Schneckenarten, darunter auch Nacktschnecken wie der Tigerschnegel, leben vor allem von abgestorbenen Pflanzenteilen.


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