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Garantierte Obstfülle Beerensträucher schneiden

Oft blickt man über den Zaun zum Nachbarn und sieht üppig tragende Beerensträucher. Dann fällt der Blick auf die eigenen, und mit ein wenig Neid denkt man an den grünen Daumen, den man selbst nicht zu haben scheint. In Sachen Beeren kann man ihn aber trainieren, den grünen Daumen, die Kniffe im Umgang mit den kleinen, runden Früchtchen.

Stand: 21.06.2016

Johannisbeeren am Strauch | Bild: colourbox.com

Ein Johannis- oder Stachelbeerstrauch sollte immer jeweils zwei vierjährige, zwei drei-, zwei zwei- und zwei einjährige Triebe haben. Wie Sie die erkennen? Je älter die Triebe, desto dunkler die Rinde. Außerdem gilt: Weil die blühenden und fruchtenden Seitentriebe dieser acht Leittriebe Licht und Luft brauchen, sollten sie immer locker um den Leittrieb angeordnet sein - überflüssige Seitentriebe werden entsprechend weggeschnitten.

Johannisbeeren

Der ideale Zeitpunkt, um Johannisbeeren zu schneiden, ist im März, also in unbelaubtem Zustand. Zu dieser Zeit kann man den Wuchs des Strauches besser sehen. So ist es einfacher, zu entscheiden, was weg muss und was bleiben darf. Auch ist es wichtig, zu wissen, wo rote und weiße Johannisbeeren ihre Früchte ansetzen. In diesem Fall am mehrjährigen Holz, also an Trieben, die zwei oder drei Jahre alt sind. Schwarze Johannisbeeren fruchten dagegen bevorzugt an ein- und zweijährigem Holz.

Junge Triebe, die aus dem Wurzelstock heraus wachsen.

In guten Jahren kann eine weiße oder rote Johannisbeere 30 bis 40 einjährige Jungruten ausbilden. Diese sind Hauptangriffsziel der Schnittmaßnahmen. Lediglich vier bis fünf solcher Jungruten lässt man stehen. Natürlich nur die kräftigsten, am aufrechtesten wachsenden Triebe auswählen, gleichmäßig über den ganzen Stock verteilt. Schwache oder flach wachsende einjährige Ruten entfernt man komplett. Äste, deren Fruchtqualität stark nachgelassen hat, möglichst basisnah einkürzen. Das fördert den Austrieb und somit den Ertrag.

Johannisbeeren an Spalieren

Das Spalier hat gegenüber dem Strauch den Vorteil der Platzersparnis, also viele mehrjährige Ruten mit hoher Fruchtqualität auf engem Raum. Darüber hinaus können so erzogene Johannisbeeren gut einen Zaun ersetzen. Weitere Pluspunkte: einfachere Ernte, leichteres Beseitigen von Unkräutern und weniger Neutriebbildung, somit geringerer Schnittaufwand. Entfernen sollte man lediglich solche Ruten, die zu steil stehen oder zu weit vom Stock weggehen. Auch ist der Wuchs der Pflanzen am Spalier im Gesamten luftiger, das Laub kann also schneller abtrocknen und Pilzkrankheiten haben weniger Chancen, sich auszubreiten. Wichtig ist es, rechtzeitig kräftige Jungruten nachzuziehen, sodass man nach etwa zwei Jahren die alten Ruten durch die jungen ersetzen kann.

Stachelbeeren

Für Johannis- und Stachelbeeren gilt: Der Rückschnitt erfolgt an der Basis.

Stachelbeeren werden ähnlich geschnitten wie Johannisbeeren: Empfohlen wird ein jährlicher Rückschnitt, bei dem man Gerüstäste, die älter als vier bis fünf Jahre sind, entfernt. Alte Äste erkennt man an ihrem dunklen Holz. Drei bis vier kräftige Neutriebe lässt man stehen, alle sonstigen Bodentriebe entfernt man an der Basis, nach innen wachsende Zweige entnimmt man ebenfalls. Der ideale Strauch hat 8 bis 12 Triebe, die nicht älter als vier Jahre sein sollten. Denn Stachelbeeren fruchten am besten an ein- bis dreijährigen Trieben, die von den älteren Haupttrieben abgehen. Bester Schnittzeitpunkt ist nach der Ernte, spätestens aber im März.

Haben Sie eine Stachelbeersorte erwischt, die wenig oder gar nicht mehltauresistent ist, sollten Sie außerdem an allen Trieben die Spitze abschneiden - um etwa ein Viertel der gesamten Länge: Denn dort überwintert der Pilz.

Brombeeren

Brombeeren schneidet man jährlich, sie tragen an den einjährigen Seitentrieben der letztjährigen Ranken. Im Winter sterben die alten, abgetragenen Fruchtruten ab. Diese entfernt man dann im darauffolgenden Frühjahr nah über dem Boden.

Brombeerschnitt: Einkürzen der Seitentriebe bei Jungruten

Die Jungruten, also die, die man belassen sollte, erkennt man bei der Brombeere sehr gut, sie sind saftig grün. Ihre Seitentriebe werden auf drei bis vier Zentimeter - also etwa zwei Augen - eingekürzt. Geschnitten wird einen Zentimeter über dem Auge. Aus diesen kurzen Seitentrieben sprießen dann die Fruchtruten. Vier kräftige Triebe reichen für den Vollertrag einer Brombeere aus.

Himbeeren

Abgetragene Himbeerruten (rot markiert) werden entfernt.

Himbeeren werden - ähnlich wie Brombeeren - in der Regel als Containerware angeboten und nach der Pflanzung nicht zurückgeschnitten. Ansonsten werden bei herbsttragenden Himbeeren immer alle - es sind abgeerntete, diesjährige - Fruchtruten am Boden abgeschnitten. Die Halbsträucher treiben aus dem Boden neu aus und die nächste Ernte wird es an den neuen Trieben geben.

Bei Sommerhimbeeren werden ebenfalls die abgetragenen, braunen Ruten gleich nach der Ernte abgeschnitten. Danach wird auch ein Teil der Jungruten ausgelichtet: Wählen Sie im Abstand von jeweils etwa zehn Zentimetern möglichst kräftige Ruten aus, die im nächsten Jahr tragen sollen, und entfernen Sie alle dazwischen stehenden Jungruten. So haben die verbleibenden Ruten Platz für Seitenzweige und Blütentriebe. Im März können außerdem die Spitzen der Jungruten auf Spalierhöhe eingekürzt werden. Das sorgt für größere Früchte.


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