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Verhaltensregeln Hinschauen, mitdenken, entspannen

Autos haben eine Knautschzone, Fahrräder nicht. Schauen Sie beim Radeln also genau hin, denken Sie mit und entspannen Sie sich. Dann fahren Sie sicher.

Stand: 19.05.2014

Überholen beim Radfahren | Bild: colourbox.com

Mindestens 50 Prozent der Fahrradunfälle ereignen sich zwischen Fahrrad- und Autofahrern. Im Gegensatz zu Autofahrern haben Fahrradfahrer aber keinen Aufprallschutz und sind der alltäglichen Blechlawine damit gnadenlos ausgeliefert. Allein dass ist schon ein Grund für die eigene Sicherheit zu sorgen. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät dazu, im Verkehr Präsenz zu zeigen und den erlaubten Verkehrsraum selbstbewusst einzunehmen. Dabei sollten Sie diese Regeln der Verkehrssicherheit einhalten.

So fahren Sie auf Nummer sicher

Haltung

Fahren Sie nach außen hin selbstbewusst, innerlich aber defensiv. Denken Sie für andere Verkehrsteilnehmer mit - je mehr, desto unübersichtlicher die Situation.

Rücksicht

Nehmen Sie auf andere Verkehrsteilnehmer Rücksicht und fahren Sie vorsichtig Rad.

Handzeichen

Fahren Sie eindeutig und vorausschauend Rad. Handzeichen helfen anderen Verkehrsteilnehmern Sie einzuschätzen.

Blick

Halten Sie Blickkontakt zu anderen Verkehrsteilnehmern. Das erleichtert die Kommunikation im - manchmal unübersichtlichen oder hektischen - Verkehr.

Abstand

Halten Sie ausreichend Abstand zu anderen Verkehrsteilnehmern und schaffen Sie sich Sicherheitszonen, in die Sie sich zurückziehen können, falls ein anderer Verkehrsteilnehmer geschlafen hat. Seien Sie besonders vorsichtig bei abbiegenden Autos und Lkw. Fahren im "toten Winkel" kann lebensgefährlich sein.

Geisterfahrer

Fahren Sie nicht wie ein Geisterfahrer gegen die Fahrtrichtung.

Wetter

Viele Menschen reagieren auf drückende Wetterlagen. Fahren Sie beispielsweise besonders umsichtig vor einem Gewitter, bei plötzlichen Wetterumbrüchen oder bei Föhn.

Touristen

Führt Ihr Fahrtweg Sie an Touristen-Attraktionen vorbei, fahren Sie besonders rücksichtsvoll. In anderen Ländern herrschen andere Sitten und Touristen reagieren vielleicht anders auf den Verkehr, als Sie es gewohnt sind. Es gibt ausländische Reiseführer, die vor den rücksichtslosen, deutschen Rambo-Radlern warnen.

Senioren besonders gefährdet

Eine Altersgruppe, die beim Radeln besonders häufig in Verkehrsunfälle verwickelt ist, sind Senioren ab 60 Jahre. Kinder dagegen verunglücken meist nicht auf dem Rad, sondern im Auto, sagt die Pressesprecherin des ADFC, Bettina Cibulski.

Mit oder ohne Helm?

Eine Helm-Pflicht für Fahrradfahrer gibt es in Deutschland nicht. Der ADFC lehnt diese grundsätzlich ab und kritisiert den Vorstoß von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) aus verschiedenen Gründen: Er sei zu moralisch, jeder Radfahrer solle für sich selbst entscheiden dürfen, ob er einen Helm tragen möchte oder nicht, sagt Pressesprecherin Cibulski.

Eine Helmpflicht sei weder durchzusetzen noch zu kontrollieren. Sie würde aber die Fahrradnutzung drastisch senken und damit den Autoverkehr zunehmen lassen. Dies ist weder umwelt- noch gesundheitspolitisch zu verantworten. Eine generelle Senkung des Unfallrisikos für Radfahrer sollte vorrangig durch eine radfahrerfreundliche Verkehrsplanung erfolgen.


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