Themen - freizeit


4

Rad rüsten Pflegen und Löcher reparieren

Hören und schauen Sie auf Ihr Rad. Das ganze Jahr über! Denn wenn Licht oder Bremse nicht funktionieren, kann's brenzlig werden.

Stand: 19.05.2014

Radreifen reparieren | Bild: picture-alliance/dpa

Die wichtigste Regel heißt: Achten Sie auf Ihr Rad, das ganze Jahr über! Egal, ob sie eine Winterpause einlegen oder ganzjährig radeln. Quietscht oder kracht das Rad plötzlich, sollte es von einem Fachmann untersucht werden. Fahrradteile wie Licht und Bremse sind lebenswichtig und sollten immer funktionieren. Erwischt Sie die Polizei mit einem defekten Rad, drohen Geldstrafen.

Inspizieren oder inspizieren lassen

Fahrradputzen ist nicht schwer.

Inspizieren Sie Ihr Rad einmal im Jahr - oder lassen Sie es inspizieren. Am besten im Frühjahr. Viele Fahrradhändler bieten diese Frühjahrskur zu einem Pauschalpreis an - im Schnitt kostet das rund 40 bis 50 Euro. Reparaturen sind im Preis nicht enthalten und kosten extra. Radeln Sie das ganze Jahr hindurch, sollten Sie Ihr Fahrrad öfter kontrollieren (lassen). Wer sein Rad dazu regelmäßig pflegt, spart Kosten und verlängert das Leben seines fahrbaren Untersatzes deutlich.

Was ein Fahrrad verkehrssicher macht:

Laut Straßenverkehrsordnung muss ein verkehrssicheres Fahrrad so ausgerüstet sein:

  • zwei voneinander unabhängige Bremsen
  • eine hell tönende Glocke
  • Beleuchtung nach vorne (weiß) und hinten (rot) mit einem Dynamo. Zusätzlich dürfen auch batteriebetriebene Steckleuchten angebracht werden. Nicht erlaubt sind fest angebrachte Blinklichter.
  • Reflektoren nach vorne (weiß) und nach hinten (rot)
  • gelbe Rückstrahler an den Pedalen
  • je zwei gelbe Speichenstrahler in Vorder- und Hinterrad oder ein durchgehender, reflektierender Streifen an den Reifen
  • rutschfeste Pedale

Diese wichtigen Bauteile Ihres Fahrrades sollten Sie immer wieder einmal checken:

Der Radl-Check

Bremsen

Die Bremsen sollten leicht und ohne Widerstand zu betätigen sein. Prüfen Sie, wie die Bremsbacken (beide Arme der Bremse) hinten und vorne am Reifen anliegen. Testen Sie die Bremsstärke hinten und vorne und passen Sie sie an, wenn nötig. Sehen Sie nach, ob die Bremsbeläge (Innenseite der Bremse) verschlissen sind. Lässt sich bei einer Bremse der Bremshebel bis zum Lenker durchziehen, muss das Bremssystem neu eingestellt werden. Bremsen brauchen von Zeit zu Zeitl ein paar Tropfen Fahrradöl.

Licht und Reflektoren

Sind die Glühlampen intakt? Sind die Kabelenden am Dynamo und an den Lampen fest angebrackt und isoliert? Das Vorderlicht sollte zehn bis fünfzehn Meter weit reichen. Das Rücklicht sollte auch ohne Batterien weiterleuchten, wenn Sie kurz stehenbleiben. Sind die Reflektoren sauber? Nur so können sie ihre ganze Wirkungskraft entfalten. Ersetzen Sie beschädigte Reflektoren. Am Vorderrad sollte ein großer weißer sein, am Hinterrad ein großer roter. An den Pedalen jeweils zwei, in den Speichen mindstens zwei pro Rad und auch im Rücklicht sollte ein Reflektor integriert sein. Diese Ausrüstung ist neben dem Dynamo Pflicht.

Gangschaltung und Schrauben

Testen Sie bei einer kurzen Fahrt die Gangschaltung. Lassen sich alle Gänge leicht und problemlos einlegen? Die Gangschaltung sollte immer mal wieder mit Fahrradöl geölt werden. Prüfen Sie alle Schrauben des Fahrrads. Sitzen sie locker, müssen sie angezogen werden.

Sattel und Lenker

Besonders bei Kindern sollten Sie prüfen, ob die Höhe des Sattels noch stimmt. Die Beine sollten beim Durchdrücken der Pedale nicht ganz gestreckt sein. Beim Stehen sollte der Sattel etwa auf Hüfthöhe sein. Prüfen Sie auch, ob der Sattel immer noch fest sitzt. Auch der Lenker sollte fest sitzen und nicht wackeln. Er sollte sich auch leicht bis zum Anschlag nach rechts und links drehen lassen.

Reifen und Felgen

Stimmt der Druck der Reifen? 3,5 bar sollten es sein. Reicht die Profiltiefe noch aus? Sind die Reifen geschmeidig oder porös? Testen Sie, ob das Rad rund und leise läuft und ob die Ventile in Ordnung sind. Beim Fachhändler können Sie Reifen und Felgen bei Bedarf neu zentrieren lassen. Er kann auch die Felgen auf Verschleißmarken prüfen.

Kette

Die Kette sollte gut geschmiert sein - nicht nur nach der Winterpause, sondern etwa alle vier Wochen. Prüfen Sie die Kette auf Fehler. Die Kette ist Verschleißteil Nummer 1 am Fahrrad und oft für Beschädigungen der Zahnräder verantwortlich. Entfernen Sie etwaige Verschmutzungen oder verklebtes Altöl mit einem alten Tuch und einem Schwamm oder einer Spülbürste, bevor Sie die Kette wieder ölen.

So reinigen und pflegen Sie Ihr Fahrrad und verlängern damit seine Lebensdauer.

Fahrräder richtig pflegen und ölen

Metall-Teile

Bei der Fahrrad-Pflege gehen die Meinungen unter Experten weit auseinander. Diese Methoden werden überwiegend empfohlen:

Sind die Metall-Teile des Fahrrads verschmutzt, dann wischen Sie diese zur Reinigung mit einem trockenen Tuch ab. Bei stärkerer Verschmutzung können Sie auch einen Schwamm und warmes Wasser mit Spülmittel verwenden. Bei starker Verschmutzung - zum Beispiel nach einer Mountainbike-Tour - können Sie das Rad anschließend kurz mit einem (normalen!) Wasserschlauch abspritzen, damit der Schlamm gar nicht erst antrocknet. Halten Sie den Schlauch dabei aber nicht auf das Lager. Benutzen Sie keine Hochdruckreinigungsgeräte: Sie schaden Fahrrädern!

Zur Pflege kann man die Metall-Teile (nach dem Abtrocken) mit einem Pflegemittel behandeln, zum Beispiel ein paar Tropfen Terpentinöl auf einen Lappen geben oder Fahrradpolitur nehmen und die Metall-Teile damit einreiben. Pflegen Sie auch die Speichen, was nicht alle Fahrrad-Experten empfehlen, müssen Sie darauf achten, dass dabei kein ölhaltiges Pflegemittel auf die Felgen (Seitenteile der Reifen) läuft, sonst greifen die Bremsen nicht mehr!

Kette

Die Ketten-Pflege ist das A und O beim Radeln! Zum Reinigen wischen Sie die Kette mit einem trockenen Tuch ab: Dazu umwickeln Sie diese mit dem Tuch, drücken fest zu und ziehen die Kette durch den Lappen. Man kann die Kette auch vorsichtig mit einer alten Zahnbürste oder einer Bürste säubern. Halten Sie auch die Zugführung unter der Kette immer sauber. Manche reinigen ihr Rad auch mit warmem Spüli-Wasser und Schwamm, das mögen aber nicht alle Radl-Experten. Abzuraten ist davon, die Kette mit Benzin zu reinigen: Das entfettet die Kette zu stark und sie kann kaputtgehen! Trocknen Sie die Kette nach einer Reinigung mit Wasser ab.

Nach der Reinigung sollte die Kette wieder geölt werden. Benutzen Sie zur Fahrradpflege unbedingt spezielles Fahrrad- oder Ketten-Öl! Kein Nähmaschinen, Universal- oder Haushaltsöl wie Olivenöl verwenden. Diese Öle haben eine andere Zusammensetzung als Fahrradöl und können ranzig oder klumpig werden und Dreck sogar anziehen. Sie können das Öl auf ein Tuch träufeln und über die Kette ziehen. Bei Viel-Radlern reicht das nicht. Diese sollten das Ketten-Öl direkt auf die Innenseite der Kette geben - während die Kette gedreht wird. Lassen Sie das Öl kurz einwirken, dann nochmal die Kette drehen, schalten und zum Schluss abwischen.

Mechaniken

Alle bewegliche Teile des Fahrrads wie die Kette, die Bremse, die Gangschaltung und die Pedalen brauchen regelmäßig ein paar Tropfen Fahrradöl. Als Faustregel gilt: Viel hilft nicht viel. Lieber wenig und öfter ölen, als selten und viel! Wer täglich zur Arbeit radelt, sollte alle ein bis zwei Wochen seine Fahrrad-Kette ölen.

Benutzen Sie keinesfalls Kettenreinigungsgeräte (Kunststoffkasten mit Bürsten). Diese waschen den Kettenfilm aus und machen die Kette damit kaputt.

Wie Sie Ihr Rad reinigen und pflegen sehen Sie hier. Dazu zeigt Ihnen Uli Kölbl welche Fahrrad-Teile man nach dem Winter überprüfen sollte.

Ein "Platten" ist kein Weltuntergang. Seine Reparatur erfordert aber ein bisschen Fachwissen. Radl-Fan Christian Sonnberger erklärt Schritt für Schritt wie das geht - an unserem Redaktionsrad:

Wie man Löcher flickt

Vorbereiten

Das Rad mit dem "Platten" vom Fahrrad abmontieren.

Das Ventil und die an der Felge sitzende Überwurfmutter abschrauben.

Den Mantel mit einem Manteleisen (im Notfall tut es auch ein stumpfer großer Schraubendreher) vorsichtig von der Felge lösen.

Den Schlauch von der Felge abziehen.

Das Ventil wieder in den Schlauch einsetzen und festschrauben.

Finden

Den Schlauch aufpumpen, in einen Eimer mit Wasser halten und langsam drehen, bis Bläschen aufsteigen und das Loch anzeigen.

Die Stelle zunächst mit einem Finger, dann mit einem Stift markieren.

Prüfen, ob möglicherweise weitere Löcher im Schlauch sind und diese ebenfalls markieren.

Das Ventil wieder abschrauben und die Luft aus dem Reifen lassen.

Anschließend mit einem Stück Schmirgelpapier die markierte(n) Stelle(n) vorsichtig etwas aufrauen.

Kleben

Klebstoff aus dem Flickzeug dünn und in der Größe des späteren Flickens auftragen und etwas warten, bis der Klebstoff fast trocken ist.

Schutzhülle vom Flicken entfernen und fest auf den Klebstoff pressen.

Ventil wieder einsetzen und den Schlauch wieder aufpumpen.

Im Wassereimer prüfen, ob der Flicken hält und dicht ist - es dürfen keine Bläschen unter dem Flicken hervorkommen.

Wenn alles dicht ist, das Ventil wieder entfernen und die Luft aus dem Schlauch lassen.

Prüfen

Wichtig: Das Felgenband und den Mantel genau prüfen, gegebenenfalls vorsichtig die Innen- und Außenseite mit den Fingern abtasten: Möglicherweise steckt die Ursache für das oder die Löcher noch im Mantel und muss entfernt werden (zum Beispiel eine Reiszwecke).

Endmontage

Anschließend die Ventilschraube durch die Felgenöffnung führen und mit der Überwurfmutter leicht fixieren. Den Schlauch in den Mantel legen.

Den Schlauch vorsichtig und mit Hilfe des Manteleisens über die Felge stülpen.

Das Ventil einsetzen und festschrauben.

Den Reifen aufpumpen.

Das Ventil mit der Überwurfmutter an der Felge fixieren.

Das Rad wieder ans Fahrrad montieren - fertig.


4