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Kindersitze und -räder Kind radlt mit

So lange Kinder klein sind, fahren sie auf dem Rad der Eltern mit. Die sollten darauf achten, dass ihr Rad stabil genug ist für einen zweiten Passagier - und mit Kind seinen Schwerpunkt verändert.

Stand: 19.05.2014

Kinder mit fahrbarem Untersatz | Bild: picture-alliance/dpa

Bevor Eltern einen Kindersitz auf ihr Rad montieren, sollten sie sich beraten lassen, ob das Rad überhaupt dafür geeignet ist. Für die Montage von Kindersitzen gibt es verschiedene Möglichkeiten: Am Lenker, auf dem Gepäckträger, in einem Anhänger hinten oder einer Box vorne. Bei allen Varianten sollten Kinder durch einen Gurt gesichert werden, damit sie beim Schlafen nicht seitlich wegkippen und sich verletzen.

Wenn Sie sich einen Kindersitz kaufen wollen, sollten Sie Ihr Fahrrad unbedingt mitnehmen. Denn nicht jeder Sitz passt auf jedes Fahrrad. Und - das ist genauso wichtig: Lassen Sie Ihr Kind den Sitz ausprobieren. Die Sitzgelegenheiten für den Nachwuchs im Überblick:

Kindersitze

Lenkersitz

Die Vorteile der Sitze am Lenker sind, dass Eltern ihr Kind immer im Blick haben und mit ihm reden können. Das Kind hat im Lenkersitz einen guten Ausblick und ist meist ruhiger beim Fahren. Allerdings ist das Kind vorne dem Fahrtwind und der Witterung stärker ausgesetzt als hinten. Dazu kann der Lenkersitz ein Rad instabil machen und ist daher nicht so empfehlenswert, sagt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC).

Gepäckträgersitz

Sitzt ein Kind in einem Gepäckträgersitz, ist es bei einem Sturz vorne durch seine Eltern geschützt und hinten durch die hohe Rückenlehne seines Sitzes. Der Radl-Nachwuchs hat es zudem durch die Lehne gemütlicher, was gerade auf längeren Strecken sehr wichtig ist. Trägt das Kind einen Fahrradhelm, sollte es ein Modell mit abgeflachter Rückseite sein. Vor allem größere Kinder sollten eher auf dem Gepäckträgersitz untergebracht werden als am Lenker.

Anhänger

Im Anhänger sitzen Kinder sehr komfortabel und wetterfest, können sich aber nicht mit ihren Eltern unterhalten. Zwei Kinder im Anhänger können dafür miteinander spielen. Häufig sind die städtischen Radwege nicht breit genug für Fahrräder mit Anhänger, doch sowohl der Fahrer mit Anhänger als auch Radfahrer hinter ihm dürfen den Radweg verlassen und auf die Straße ausweichen.

Transporträder

Sie heißen Bakfiets, Cargobikes oder Transporträder und haben eins gemeinsam: Kinder werden nicht hinten in einem Fahrradanhänger transportiert, sondern vorne in einer Art Box aus verschiedenen Materialien. In die Box passen auch noch Einkäufe - ohne das Rad instabil zu machen. Achten Sie aber auf das zulässige Höchstgewicht. Die Eltern haben ihre Kinder im Blick. Kinder haben einen guten Ausblick und damit gute Unterhaltung. Durch die Box haben Räder meist Überlänge oder -breite und sind nicht so wendig wie normale Räder. An einen Parkplatz für dieses Gefährt sollten Sie vor dem Kauf denken.

Trailerbikes

Bei Trailerbikes werden ein Erwachsenen- und ein Kinderrad zusammenmontiert. Dabei sind einige Dinge zu beachten. Die Räder müssen sich gut verbinden lassen und das Kinderrad sollte mit dem Kind mitwachsen können. Kinder sollten schon so groß sein, dass sie beim Fahren nicht mehr einschlafen, weil sonst schwere Unfälle drohen. Achten sie auf stabile Fahrradständer und eine Gangschaltung, die es dem Kind ermöglicht, richtig mitzutreten (die sogenannte Übersetzung beachten). Über- oder Unterforderung erzeugen Frust. Das Kinderrad braucht ein Rücklicht und rote Rückstrahler, weil es die des Elternfahrrads verdeckt. Das hintere Schutzblech des Elternfahrrads muss weit nach unten reichen, da das Kind auf dem Trailer sonst bei Regen noch zusätzlich vom Vorderrad nassgespritzt wird.

Laufrad statt Stützrad

Mit einem Laufrad können Kinder schon frühzeitig den Gleichgewichtssinn trainieren. Das schult das Gefühl für Kurven und Schräglagen - und zwar besser als ein Rad mit Stützen. Damit gewöhnen sich Kinder eine falsche Balance an. Aus diesem Grund sind Stützräder inzwischen aus der Mode gekommen. Spezielle Kinderräder sind eigentlich nicht nötig. Ab sechs Jahren brauchen Kinder dann meist ein Rad ab 20 Zoll. Generell ist es ratsam, dass Kinder nur so schnell unterwegs sind, wie sie mit Geschwindigkeit umgehen können.

Wenn Kinder das Gleichgewicht halten können, sollten sie zuerst nur auf Spielplätzen und später auf Gehwegen fahren. Bis zum neunten Geburtstag müssen sie das sogar! Bis die Kinder zehn sind, bleibt es ihnen und ihren Eltern überlassen, ob sie schon am Straßenverkehr teilnehmen wollen oder weiterhin den Gehweg benutzen. Geregelt ist das in der Straßenverkehrsordnung (StVO):

"Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr müssen, ältere Kinder bis zum vollendeten 10. Lebensjahr dürfen mit Fahrrädern Gehwege benutzen. Auf Fußgänger ist besondere Rücksicht zu nehmen. Beim Überqueren einer Fahrbahn müssen die Kinder absteigen."

(§2 Abs. 5 StVO)

Grundschüler nicht überfordern

Spätestens mit fünf oder sechs Jahren wollen Kinder dann aber selbst fahren. Kaufen Sie ein Kinderfahrrad aber nicht als Geschenk, sondern lassen Sie ihr Kind auch hier Probe sitzen und mitentscheiden. Das Rad sollte immer gleich passen und nicht "zum Hereinwachsen" gekauft werden.

Lassen Sie Ihr Kind in den ersten drei Schuljahren auf keinen Fall mit dem Fahrrad, dem Roller oder Rollerblades in die Schule fahren. Der Straßenverkehr und die Konzentration aufs Fahrradfahren überfordert Kinder dieser Altersgruppe noch, was zu schweren Unfällen führen kann.

Kinder auf dem Fahrrad

Beim Transport auf Fahrrädern sieht die Straßenverkehrsordnung für Kinder folgendes vor:

"Auf Fahrrädern dürfen nur Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden, wenn für die Kinder besondere Sitze vorhanden sind und durch Radverkleidungen oder gleich wirksame Vorrichtungen dafür gesorgt ist, daß die Füße der Kinder nicht in die Speichen geraten können. Hinter Fahrrädern dürfen in Anhängern, die zur Beförderung von Kindern eingerichtet sind, bis zu zwei Kinder bis zum vollendeten siebten Lebensjahr von mindestens 16 Jahre alten Personen mitgenommen werden. Die Begrenzung auf das vollendete siebte Lebensjahr gilt nicht für die Beförderung eines behinderten Kindes."

(§ 21 Personenbeförderung, Abs. 3 StVO)


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