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Fahrrad-Kauf Welches darf's denn sein?

Irgendwann gibt auch der treueste Drahtesel auf. Dann muss man sich nach einem neuen umsehen. Bloß, welchen Rad-Typ wählen aus dem breiten Angebot?

Stand: 19.05.2014

Blick über den Lenker eines Mountain-Bikes | Bild: colourbox.com

Wer Spaß mit seinem neuen Fahrrad haben will, sollte sich am besten von einem Fachhändler beraten lassen - und das Modell ausgiebig probefahren. Denn viele Teile bestimmen die Fahrrad-Geometrie. Reagieren Sie auf ein neues Fahrrad mit Schmerzen im Rücken, den Handgelenken oder den Knien, lassen Sie die Rad-Einstellung vom Fachmann überprüfen. Schmerzen nach dem Radeln können viele Ursachen haben: Vielleicht passt die Fahrrad-Geometrie noch nicht richtig zu Ihrem Körperbau oder Sie sollten die Gänge häufiger wechseln.

Tipps zur Fahrrad-Geometrie

Rahmengröße

Verlassen Sie sich nicht allein auf Ihre Körpergröße, um die passende Rahmengröße zu ermitteln. Bei Sitzriesen und -zwergen beispielsweise sind die Verhältnisse zwischen Bein- und Oberkörperlänge im Vergleich zu "Normalos" verschoben. Um ein passendes Tourenrad zu finden, misst man den Abstand zwischen dem Boden und dem Schritt und multipliziert das Ergebnis mit 0,66. Bei einer Schrittlänge von 80 Zentimetern ergäbe das eine Rahmenhöhe von 52 Zoll.

Beine

Sitzen Sie auf dem Sattel, sollten Sie gerade so mit den Fußspitzen auf den Boden kommen. Beim Radeln sollten Sie die Knie nicht ganz durchstrecken können. Der Winkel zwischen dem Ober- und dem Unterschenkel sollte nicht weniger als 90 Grad betragen, wenn die Pedele waagrecht stehen, die Beine also maximal gebeugt sind.

Rücken

Wichtig ist auch, in welchem Neigungswinkel Sie sich nach vorne bücken und wie weit Sie die Arme zum Lenker strecken müssen. Die Ellbogen sollten dabei nie ganz durchgestreckt sein. Sitzen Sie nie ganz senkrecht auf dem Sattel: Stöße werden dann nicht abgefedert, sondern gehen direkt auf die Bandscheibe und weiter zum Kopf. Der Lenker sollte nicht tiefer als der Sattel eingestellt sein - es sei denn, Sie sind Profisportler.

Kinderräder

Für Kinder gelten diese Regeln nicht: Sie sollten mit beiden Füßen sicher auf den Boden kommen, damit Sie einen guten Stand haben. Außerdem sollten Sie auch gerade auf einem Rad sitzen, um eine gute Übersicht über ihre Umwelt zu haben.

Ein guter Fahrradhändler ...

... ist übrigens daran zu erkennen, dass er gut und freundlich berät. Er sollte gute Qualität bieten und bei Reparaturen auch alles zuverlässig erledigen, was Sie beauftragt haben.

Welches Fahrrad für welchen Zweck?

Mountainbike, Holland-Radl oder Liegerad: Fahrräder gibt es viele, aber nicht jedes ist für jeden Zweck geeignet. Grob lassen sich Räder in Allrounder und Spezialräder einteilen.

Fahrrad-Typen

Holland

Das sogenannte Holland-Rad ist ein Rad-Klassiker aus den Niederlanden. Es hat spezielle ergonomische Voraussetzungen und einen Komplettschutz der Kette. Die Gangschaltung hat meist nur drei Gänge. Holland-Räder gelten als sehr robust und langlebig. Die aufrechte Sitzposition ist aber nicht jedermanns Sache und auch nicht für jeden Rücken geeignet.

Trekking

Trekking-Räder sind die Bestseller auf dem Fahrrad-Markt. Sie sind robuste Allrounder, die mit ihren etwas breiteren Reifen gut auf der Straße liegen und sowohl im Alltag als auch in der Freizeit eingesetzt werden können.

Mountain-Bike

Mountain-Bikes sind zwar auch beliebte Alltagsräder, aber vor allem für Steigungen und bergiges Gelände konstruiert. Sie haben breite, profilierte Reifen und Gangschaltungen mit bis zu 30 Gängen. Meist sitzt man stark nach vorne geneigt. Achtung, dieser Rad-Typ ist bei Dieben besonders beliebt! Er wird von organisierten Banden "eingesammelt" und manchmal sogar aus dem abgeschlossenen Kellerabteil entwendet. Auf einer Mountain-Bike-Tour sollten Sie einen Helm tragen.

Rennrad

Rennräder sind reine Sporträder und eher nicht für den Alltag geeignet. Sie haben schmalere Reifen als das normale Durchschnittsrad, sind schnell, leicht und wendig. Ihre Reifen reagieren empfindlich auf Unebenheiten des Straßenbelags, zum Beispiel Steine und Schlaglöcher. Beim Rennrad-Fahren sollten Sie einen Helm tragen.

Pedelec

Im Gegensatz zu anderen E-Bikes gehören Pedelecs (noch) zu den Fahrrädern, weil sie nicht schneller fahren können als 25 Stundenkilometer - dann schaltet sich der Motor ab. Ansonsten läuft er nur beim Treten. Pedelecs benötigen einen Akku zum Fahren, der je nach Beanspruchung Touren von 20 bis 100 Kilometer ermöglicht. Ist der Akku leer, muss er fünf bis sechs Stunden aufgeladen werden. Achten Sie beim Kauf darauf, dass es Ersatzteile für ihr Modell gibt.

E-Bike

E-Bikes können schneller fahren als 25 Stundenkilometer und gehören daher zu den Leichtkrafträdern, sind also so eine Art Elektromofa. Fahren dürfen Sie ein E-Bike nur, wenn sie mindestens einen Mofaführerschein besitzen. Diese Räder sind noch recht teuer und sehr schwer. Sie fahren, auch ohne dass man in die Pedale tritt. Schnelle Pedelecs (S-Klasse), die schneller als 25 Stundenkilometer fahren können, werden zu den E-Bikes gezählt und heißen auch S-Pedelecs. Achtung, auf E-Bikes gilt Schutzhelmpflicht! Noch wird aber diskutiert, welche Helme das sein könnten, da Mofa- und Motorradhelme zum Radeln zu schwer sind, sagt ADFC-Sprecherin Bettina Cibulski.

Liegerad

Liegeräder haben eine kleine, aber treue - meist männliche - Fangemeinde. Bei den meisten Liegerädern greifen Fahrer nicht nach oben, sondern nach unten, der Kopf ist abgestützt. Bisher sind noch keine Klagen bekannt, dass diese Haltung den Nacken belastet - auch wenn es so aussieht.

Klapprad

Klappräder sind ungemein praktisch, manche kann man zu einem kleinen Paket zusammenfalten und unter den Arm klemmen. Für längere Strecken sind diese Räder aber nicht geeignet, da man mit den kleineren Reifen nicht recht vom Fleck kommt.


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