Themen - freizeit


8

Radl-Klau Erschweren Sie Radl-Dieben das Leben!

Gerade war es noch da - jetzt ist es weg. Dabei war das Fahrrad abgesperrt und der Einkauf hat nur eine Viertelstunde gedauert. Doch früher oder später gibt jedes Schloss nach, Sie können Dieben aber das Leben erschweren.

Stand: 20.04.2015

Knacken eines Fahrradschlosses | Bild: picture-alliance/dpa

Den Verlust ihres Fahrrads müssen jedes Jahr viele Tausend Radler verschmerzen: 2012 waren es laut Polizeilicher Kriminalstatistik mehr als 326.000. Die Dunkelziffer liegt deutlich höher, schätzt der ADFC.

Früher oder später gibt zwar jedes Schloss nach, die entscheidende Frage ist aber: Wie lange braucht ein Dieb, um ein Fahrradschloss zu knacken? Machen Sie es dem Langfinder so ungemütlich wie möglich und verleiden Sie ihm möglichst schon beim Hinschauen die Diebeslust, zum Beispiel mit einer Fahrrad-Codierung, einer Art Nummerschild fürs Fahrrad.

So schützen Sie Ihr Rad vor Dieben

Zahlen & Fakten

Rund 70 Prozent der Täter wohnen in dem Viertel, in dem sie ein Rad gestohlen haben. 36 Prozent der Beutezüge finden in Städten zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern statt. 91,9 Prozent der Tatverdächtigen sind männlichen Geschlechts und 82 Prozent deutscher Herkunft. Die meisten Täter sind 21 Jahre und älter.

Das Märchen vom Kältespray

Mit Eisspray soll es ganz schnell gehen: Diebe kühlen ein Fahrradschloss kurz mit Eisspray auf minus 20 Grad, schlagen dann mit einem Hammer darauf - und schwups, schon ist das Schloss geknackt: Eine Horrorvorstellung - und ein Märchen! Mit einem Kältespray aus der Dose kann man ein Fahrradschloss aus Stahl nicht so schnell kühlen, dass man es zerschlagen kann, sagt der ADFC. Deshalb gibt es auch keine "gegen Kältespray geschützen Schlösser", wie sie manchmal von Versicherungen gefordert werden.

Sicher abschließen

Die Stiftung Warentest und der ADFC empfehlen, Fahrräder mit einem Bügelschloss oder einer massiven Kette abzuschließen. Eine gute Alternative sind auch Faltschlösser, die ähnlich aussehen wie ein Zollstock. Von Drahtseilschlössern halten Experten dagegen wenig. Die können Diebe in null Komma nichts knacken - und Zeit ist beim Fahrraddiebstahl entscheidend: Die meisten Diebe geben auf, wenn sie ein Fahrradschloss länger als drei Minuten "bearbeiten" müssen oder wenn das Knacken Lärm erzeugt.

Gewicht

Gute Schlösser haben aber nicht nur ihren Preis, sondern auch ihr Gewicht. Mit einem Kilogramm aufwärts muss man für ein gutes Schloss schon rechnen. Wichtig ist auch ein massiver Schlüssel zum Schloss.

Richtig abschließen

Ketten Sie Ihr Radl immer mit dem Rahmen an fest installierte oder massive Gegenstände wie beispielsweise Metallzäune oder Straßenlaternen. Freistehende abgesperrte Fahrräder können schnell Beine bekommen und in einem Lieferwagen verschwinden. Außerdem sollten Sie Ihr Rad am besten an belebten, nachts beleuchteten Plätzen abstellen - da haben Diebe weniger Ruhe bei der "Arbeit".

Immer abschließen!

Jedes vierte Rad wird gestohlen, weil der Besitzer "nur mal schnell in einen Laden geht" und "für die fünf Minuten" sein Radl aus Bequemlichkeit nicht absperrt. Ein paar Sekunden reichen Dieben, um sich mit Ihrem Fahrrad aus dem Staub zu machen. Und übrigens: Laut "Aktenzeichen XY" ist gerade das Klauen von Fahrrädern sehr typisch für Gelegenheitsdiebe.

Belege und Rechnungen aufbewahren

Egal, ob Sie sich für eine Fahrrad- oder Hausratversicherung entschieden haben - Sie sollten auf alle Fälle die Kaufrechnung Ihres Rads aufbewahren. Das beschleunigt im Schadensfall die Regulierung. Dabei ist es außerdem hilfreich, wenn Sie ein Foto von Ihrem Fahrrad vorlegen können.

Schlüssel behalten

Schlüssel aufbewahren! Falls Sie eine Fahrradversicherung abgeschlossen haben und Ihr Rad wird gestohlen - auf keinen Fall vor lauter Wut den Schlüssel für das Fahrradschloss wegwerfen: Einige Versicherungen verlangen den Schlüssel als Beweismittel.

Fahrradpass anlegen

Wird Ihr Rad gestohlen, ist ein Fahrradpass hilfreich. Damit können Sie bei der Polizei oder der Versicherung genaue Angaben zu machen. Das Formular gibt's bei jeder Polizeidienststelle und enthält die folgenden Angaben: Name und Adresse des Besitzers, Marke des Fahrrades, (eingravierte) Rahmennummer, Farbe, Typ, Codiernummer und Zusatzausstattung.

Fahrrad codieren lassen

Die Codierung nach dem FEIN-System bietet zusätzliche Sicherheit: Bei der Polizei oder dem Fahrradhändler wird ein Code in den Radrahmen graviert, mit dem Sie als Besitzer ausfindig gemacht werden können - oder Sie erhalten ein Etikett. Codierte Fahrräder sind für Diebe deutlich weniger interessant, da sie sich schwerer weiterverkaufen lassen.

Versicherungen

Hausratsversicherungen zahlen meist nur, wenn Räder aus dem Keller oder absperrbaren Hinterhöfen gestohlen werden. Nachts und im Freien besteht meist kein Schutz oder muss teuer dazugebucht werden. Beachten Sie bei Fahrradversicherungen immer das Kleingedruckte. Viele Versicherungen lohnen sich für Radfahrer nicht. Außer eine Haftpflichtversicherung, denn Verkehrsunfälle können teuer werden.

Versicherungen: Auf den Nachtschutz kommt es an!

"Ich bin ja versichert", denken viele Fahrradbesitzer und wähnen sich in Sicherheit, sollte ihr Fahrrad gestohlen werden. Eine trügerische Sicherheit! Wird ein Fahrrad nämlich nachts auf der Straße gestohlen, zahlt die normale Hausratversicherung keinen Cent. In dieser Zeit gilt der sogenannte "Nacht schutz" - und für den muss man extra zahlen. Diesen speziellen Schutz bekommen Sie aber nicht so einfach - und er ist meist auch ziemlich teuer. Achten Sie bei Fahrrad-Versicherungen aufs Kleingedruckte.

Wann und wo ist entscheidend

Die Hausratversicherung behandelt ein Rad grundsätzlich nicht anders als zum Beispiel ein Bügeleisen - wird es zu Hause aus der Garage gestohlen oder dort beschädigt, zahlt die Versicherung. Unterwegs aber, nachts auf der Straße zum Beispiel, zahlt die Versicherung nur, wenn der Drahtesel extra versichert wurde - mit einem Zuschlag.

Je nach Versicherung sind die Kosten für den Extra-Versicherungsschutz abhängig vom Gesamtwert des Hausrates und/oder vom Diebstahlrisiko des Wohnorts. Wer beispielsweise in einer Millionenmetropole wohnt, hat Pech gehabt: Dort ist das Rad-Klau-Risiko so hoch, dass auch der Zuschlag deutlich steigt. Das gilt aber auch für die Städte Münster und Bremen. Sie führen die Radl-Klau-Statistik an.

Eine Haftpflichtversicherung ist Pflicht!

Eine Haftpflichtversicherung sollte jeder Fahrradfahrer haben. Denn Unfälle, die ein Radfahrer verschuldet, können schnell sehr teuer werden. Die Kfz-Haftpflicht-Versicherung zahlt nur für Schäden, die beim Autofahren entstehen.


8