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Neuer Sport-Trend Mehr Antrieb für Mountainbiker

Bergfex, jung, sportlich, auf einem E-Bike? Na klar! Die drei wichtigsten Tipps, damit der Umstieg auf E-Mountainbike klappt.

Von: Patrizia Kramliczek

Stand: 05.10.2016

Radfahrer mit E-Mountainbike in den Bergen | Bild: www.haibike.de / pd-f

Natürlich sprechen wir hier nicht von City- oder Trekkingbikes, mit denen man gemütlich, gerne auch mit Oma und Opa, um den Schliersee gondelt. Hier geht es um die elektrifizierte Form kräftiger Boliden, also von E-Mountainbikes oder E-MTBs.

Über zehn Prozent mehr verkauft

Die Verkaufszahlen steigen. Von den rund 560.000 E-Bikes, die nach Prognose des Verbandes der Zweirad-Industrie (ZIV) 2016 in Deutschland abgesetzt werden, werden bereits 10 bis 15 Prozent von der sportlichen Variante sein. "Der Absatz von E-Mountainbikes hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren sehr dynamisch entwickelt“, sagt ZIV-Geschäftsführer Siegfried Neuberger. "Auch in den nächsten Jahren rechnen wir mit einem weiteren Wachstum des E-Bike-Marktes und des Anteils an E-MTBs.“ Ein neuer Trend. Manches Fachblatt lobt sogar den "Megatrend“ aus.

Erleichterung für Kletterer und Tourengeher

Auch in den bayerischen Bergen sind ambitionierte Sportler schön öfter auf E-MTBs unterwegs. Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein macht zwei verschiedene Nutzertypen aus: Zum einen Kletterer im Karwendel oder Tourengeher in den Allgäuer Bergen, die sich die Anfahrt durch die typischen langen und flachen Täler verkürzen. Oder zum anderen richtig gute Mountainbiker, die dank leistungsstarker E-MTBs einen größeren Radius erzielen. "Unterm Strich ist das genauso anstrengend, aber man macht dabei mehr Strecke", sagt Bucher. "Das ist noch eine überschaubare Anzahl an Fahrern, nimmt aber sicher zu."

Drei Tipps für Umsteiger

Wenn Sie jetzt – wo es auch für sportliche Typen nicht Ehrenrühriges ist – mit dem Elektro-Mountainbike ein Bergabenteuer ohne böse Überraschungen erleben möchten, haben wir noch drei Tipps, die uns der Sprecher des Alpenvereins verraten hat.

1. Nur für erprobte Mountainbiker

Nicht von null aufs E-Mountainbike. Wer sportliche Mountainbike-Touren mit Elektro-Unterstützung machen möchte, sollte vorher schon mountainbiken können, Ausdauer und Kraft für mehrere Stunden im Gelände mitbringen. Sonst ist der Sprung zu groß.

2. Gewöhnungsphase einplanen

Aber auch wer sein „herkömmliches“ Mountainbike beherrscht, sollte eine Umstiegsphase einplanen und nicht gleich die langen, schwierigen Touren angehen. Sich erst ans neue Gerät gewöhnen gilt immer und „es gilt doppelt beim E-Mountainbike – weil es schwerer ist“, so Thomas Bucher.

3. Grenzen für die Fahrtechnik

Berg runter sollte man nicht schneller fahren als mit einem Rad ohne zusätzlichen Antrieb. Und man sollte Unfälle unbedingt vermeiden. „Mit einem E-Mountainbike zu stürzen ist eine Katastrophe, weil es so schwer und der Sturz viel unkontrollierbarer ist als mit einem herkömmlichen Mountainbike“, sagt Bucher. „Recht schwierige Downhills sollte man mit einem E-Mountainbike nicht machen.“ Da stößt man auch mit der besten Fahrtechnik an seine Grenzen.

Verträglich für Mitmenschen und Umwelt

Und wie für alle anderen Mountainbikefahrer gilt es natürlich, Rücksicht auf die Wanderer zu nehmen und sich zum Beispiel bemerkbar machen, wenn man von oben auf eine Gruppe zufährt. Da die allermeisten E-Mountainbiker vermutlich auf bereits vorhandenen Wegen fahren werden, so der Alpenvereins-Sprecher, entstehe keine nennenswerte zusätzliche Naturbelastung. Problematisch sei dann eher der Weg an sich als der Radfahrer darauf.


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