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Um Kinder trauern Wie eine Amputation des Herzens

Wenn ein Kind stirbt, sterben die Eltern innerlich gleich mit. Das eigene Leben scheint schlagartig zu Ende zu sein. Der Weg zurück in den Alltag ist für verwaiste Eltern lang. Die Trauer bleibt.

Stand: 21.06.2016 | Archiv

Illustration zum Thema um Kinder trauern | Bild: BR/ Angela Smets

Das Leben scheint zu Ende. Den Tod des eigenen Kindes erleben zu müssen, ist für Eltern ein schwer hinzunehmendes Trauma:

"Wenn ein Kind stirbt, zerstört dies nicht nur unsere Hoffnungen und Träume für die Zukunft, sondern zwingt uns zugleich, uns einem Ereignis zu stellen, das wir nicht zu akzeptieren bereit sind. Viele Menschen bezweifeln dann, dass das Leben jemals wieder einen Sinn bekommen wird."

Aus der Broschüre 'Trauer über den Tod eines Kindes' von Christoph Student

Das Weiterleben wird schier unmöglich

Man sei wie aus der Welt gefallen, es verbinde einen nichts mehr mit der Welt, man gehöre nicht mehr dazu - von solchen Empfindungen berichten betroffene Eltern immer wieder. Der Frühling, Weihnachten, die Zeit um den Todestag - das sind Zeiten, die für viele Mütter und Väter lange Jahre schwer erträglich sind.

Oft zerbrechen an der Trauer oder an der unterschiedlichen Art, mit diesem Verlust umzugehen, die Partnerschaften der verwaisten Eltern.

Der Freundeskreis verändert sich

Auch aus ihren Freundeskreisen ziehen sich Eltern, deren Kind gestorben ist, zurück. Feiern und geselliges Beisammensein sind für sie eine Qual. Sie fühlen schmerzhaft das Unverständnis der Anderen, wenn sie auch nach Jahren der Trauer nicht aufhören können, von ihrem Kind zu erzählen. Sie fühlen Bitterkeit, wenn andere von ihren gesunden, lebenden Kindern berichten.

Manche Eltern finden neue Freunde unter Menschen, mit denen sie ein ähnliches Schicksal verbindet. Die auch verstorbene Kinder betrauern.

Tipps von Trauernden für Trauernde

  • Reden Sie regelmäßig mit Ihren Freunden. Erzählen Sie, was in Ihnen vorgeht und was Sie fühlen. Für Situationen, in denen niemand greifbar ist, bitten Sie jemanden, Ihr "Telefonfreund" zu sein, den Sie im Notfall anrufen können.
  • Tragen Sie etwas an oder bei sich, das sie mit dem Verstorbenen verbindet - Schmuck, ein Souvenir, ein Kleidungsstück.
  • Legen Sie ein "Buch der Erinnerungen" an, das sie sich stets ansehen und anderen zeigen können.
  • Schreiben Sie über Ihre Gedanken und Gefühle, führen Sie ein Tagebuch: Seien Sie darin so ehrlich wie möglich.
  • Schreiben Sie an den verstorbenen Menschen: Briefe, Gedichte. Das hilft besonders in der ersten Zeit.
  • Sagen Sie den Menschen, was Sie brauchen und was Sie sich wünschen.
  • Pflanzen Sie etwas zum Andenken an den verstorbenen Menschen.
  • Erinnern Sie sich an Ihre Träume, vielleicht führen Sie ein Traumtagebuch.
  • Nutzen Sie Orte und Gegenstände, die Sie an den verstorbenen Menschen erinnern - aber nur, wenn Sie merken, dass es Ihnen hilft.
  • Zünden Sie täglich eine Kerze als Erinnerung an - morgens oder beim Essen.
  • Gestalten Sie zu Hause einen Platz für das Gedächtnis: mit Fotos, einem wichtigen Gegenstand, Kerzen.

Quelle: Bundesverband verwaister Eltern

Hilfe für Eltern, die ein Kind verloren haben

Der Austausch mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben, kann für verwaiste Eltern wohltuend sein. Hier können sie sich verstanden fühlen und müssen sich nicht dauernd erklären:


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