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Schulanfänger Den Weg zur Schule üben

Das Schulweg-Training ist die wichtigste Vorbereitung auf den ersten Schultag. Einige Wochen vor Schulstart sollten sich Eltern und Großeltern mit dem Kind auf den Schulweg machen und diesen üben.

Stand: 20.07.2017

Schulkind | Bild: colourbox.com

Wenn sich die Schulanfänger auf den Weg machen, wird vielen Eltern das Herz schwer und sie stellen sich quälende Fragen: Kommt mein Kind wohlbehalten und pünktlich in der Schule an? Wird mein Kind richtig reagieren, wenn es in eine ungewohnte Situation gerät? Alle, die mit ihrem Kind den sichersten Schulweg ausgesucht und in den Wochen vorher geübt haben, können in den ersten Schultagen gelassener sein. Die Vorbereitung des Schulwegs ist eine der wichtigsten Elternaufgaben zum Schulstart und man kann gar nicht genug Zeit dafür aufwenden. In den ersten Wochen ist es dennoch ratsam, sein Kind auf dem Schulweg zu begleiten, um ihm die nötige Sicherheit zu vermitteln.

Erstklässler übersehen Gefahren - und werden übersehen

Schulanfänger übersehen Gefahrenquellen im Straßenverkehr und werden oft selbst übersehen: Den Kleinen fehlt der Überblick. Der ADAC rät: "Erwachsene sollten einmal in die Hocke gehen und so den Straßenverkehr aus Sicht der Kinder erleben." Wer einige Köpfe kleiner ist, muss schon genau hinsehen, um den herannahenden Radler wahrzunehmen.

Tipps fürs Schulwegtraining:

  • Beim Abgehen des Schulwegs Gefahrenquellen besprechen.
  • Den sichersten, nicht den kürzesten Weg wählen.
  • Regelmäßig üben, das Kind nicht überfordern.
  • Je nach Länge und Schwierigkeit des Weges mehrmals an Werktagen zu verschiedenen Zeiten üben.
  • Rollentausch: Das Kind führt die Eltern zur Schule - und weist auf Gefahrenquellen hin.
  • Auch, wenn das Kind bereits alleine geht: Gelegentlich beobachten - und nach Bedarf nochmals üben. (Quelle: ADAC)

Gefahrenquellen Zebrastreifen und Ampel

Das Verhalten an Zebrastreifen und Ampeln muss ganz besonders geübt werden. Man sollte seinem Kind einprägen, dass es auch an vermeintlich sicheren Straßenübergängen aufpassen muss - da auch Autofahrer manchmal zu spät bremsen, weil sie das Rot der Ampel übersehen oder sich trotz Zebrastreifens nicht an die Regeln halten. Kinder brauchen nicht nur erheblich länger als Erwachsene, um die Straße zu überqueren, sondern sie reagieren in Problemsituationen auch sehr viel langsamer: Sie brauchen für ihre Reaktion die zweieinhalb bis dreifache Zeit im Vergleich zu einem Erwachsenen. Darauf sollte man als Autofahrer immer gefasst sein.

Achtung, Schulbus!

Viele Kinder fahren mit dem Bus in die Schule. Er gilt als besonders sicheres Beförderungsmittel, denn hier ereignen sich deutlich weniger Unfälle, als wenn die Schüler zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto kommen. Trotzdem kommt es auch hier immer wieder zu Unfällen. Zwei Drittel der Unfälle passieren beim Aufenthalt im Fahrzeug selbst. Schwere und tödliche Unfälle hingegen passieren beim Überqueren der Fahrbahn - vor dem Einsteigen oder nach dem Aussteigen. Ein häufiger Grund dafür: Unachtsamkeit der Schüler. Deswegen sollten Eltern auch den Schulweg üben, wenn ihre Kinder mit dem Bus in die Schule fahren.

Autofahrer müssen warten

Seit 1995 gibt es eine Regelung der Straßenverkehrsbehörden: An besonderen Haltestellen fahren die Busfahrer mit Warnblinklicht ein und halten auch mit Warnlichtern. Doch kaum ein Autofahrer weiß, was das für ihn bedeutet.

Wenn ein Bus sich mit Warnblinkern einer Haltestelle nähert, dürfen Auto- und Motorradfahrer grundsätzlich nicht überholen. So sollen Kinder geschützt werden, die noch schnell über die Straße sprinten, um den Bus zu erwischen.
Wenn der Bus mit blinkenden Lichtern an der Haltestelle steht, darf man nur in Schrittgeschwindigkeit (4 bis 7 km/h) und ausreichend Abstand überholen.

Das gilt übrigens für alle Fahrzeuge - auch für die, die auf der Gegenfahrbahn fahren - so der deutsche Verkehrssicherheitsrat e.V.

Eltern sollen Vorbild sein: Verkehrsregeln beachten!

Kinder lernen am Vorbild der Eltern: Gehen Sie daher nie - auch nicht ausnahmsweise - bei Rotlicht über die Straße. Überqueren Sie eine Straße am besten immer an einem Zebrastreifen oder an einem Ampelübergang. Wenn das nicht möglich ist, lehren Sie Ihr Kind, wie man auf den Verkehr achtet beim Queren einer Straße.

Halten Sie mit Auto und Fahrrad immer am Zebrastreifen, wenn Sie dort einen Fußgänger warten sehen. Kurzum: Beachten Sie zu Ihrem eigenen Wohl und zum Wohl Ihres Kindes die Verkehrsregeln - und zwar immer.

Vorerst aufs Fahrrad verzichten

Fahrradfahren ist gesund, vor allem für Kinder: Orientierung und Gleichgewichtssinn werden gefördert. Dennoch sollten Schulanfänger nicht alleine zur Schule radeln, da sie sich noch nicht so gut konzentrieren können wie ältere Kinder und sich schnell ablenken lassen. Hinzu kommt, dass sie Geschwindigkeiten und Entfernungen nur unzureichend abschätzen können. Faustregel: Ist die Fahrradprüfung in der 4. Klasse bestanden, kann man überlegen, ob das Kind alleine zur Schule radelt.

Rechtzeitig losgehen

Schicken Sie Ihr Kind rechtzeitig los, damit es sich auf dem Weg zur Schule nicht hetzen muss. Wohnen Klassenkameraden Ihres Kindes in der Nähe vermitteln Sie doch "Gehgemeinschaften", denn in der Gruppe fühlen sich viele Kinder sicherer als alleine. An dunklen Herbsttagen sollten Sie die zusätzlichen Reflektoren an Kleidung und Ranzen oder die Leuchtwesten nicht vergessen!

Auch Fünftklässler sollten üben

Der Wechsel auf die weiterführende Schule bringt oft auch einen neuen Schulweg mit sich. Und der sollte geübt werden - egal, ob er mit dem Schulbus, der S-Bahn, zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt wird. Zwar sind angehende Fünftklässler größer und selbstständiger als Grundschulkinder, doch der Schulstart ist für sie entspannter, wenn sie wissen, was sie erwartet.


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