Themen - familie


8

Haustiere Kaninchen gehören nicht ins Osternest!

Ob zum Geburtstag, zu Weihnachten oder zu Ostern: Fast alle Kinder wünschen sich ein eigenes Haustier. Doch Tiere sind kein Spielzeug. Der Kauf sollte gut überlegt sein. Woran Sie denken sollten.

Stand: 14.03.2016

Kaninchen | Bild: colourbox.com

Fakten

In mehr als einem Drittel der Haushalte in Deutschland leben Haustiere, in Familien sind es 58 Prozent.

Wer kann schon bittenden Kinderaugen widerstehen? Nicht viele Eltern, denn seitdem Kleintiere zu Dumping-Preisen von fünf bis 20 Euro zu haben sind, steigt die Zahl Spontankäufe - und der im Tierheim abgegebenen Tiere. Doch oft fehlt beim Schnäppchenkauf die fachgerechte Beratung: Die Bedürfnisse der Tiere werden selten erwähnt und Verkäufer sind schon mit der korrekten Geschlechtsbestimmung überfordert.

Wegwerfware Tier

Im Tierheim: Tun Sie Tieren das nicht an!

Tiere werden immer häufiger Wegwerfware: Wenn sie lästig werden, werden sie ausgesetzt - und haben keine Überlebenschancen in freier Natur. Oder sie landen im Tierheim: Viele Kaninchen und Zwerghasen warten in bayerischen Tierheimen auf einen neuen Besitzer - wie auch andere Kleintiere: Hamster, Meerschweinchen, Ratten, Mäuse und Chinchillas.

Vor allem nach Feiertagen platzen Tierheime aus allen Nähten. Wer sich dort überlegt ein Tier kauft, tut auch noch eine gute Tat.

Was man vor dem Kauf bedenken sollte:

  • Was sagt die Hausordnung?
  • Bestehen Allergien gegen bestimmte Tiere in der Familie?
  • Welches Tier passt zu mir/meiner Familie?
  • Wie viel Zeit beansprucht die Pflege?
  • Welche Lebenserwartung und Bedürfnisse hat das favorisierte Tier?
  • Wie viel Geld muss man für Futter, Pflege und Tierarzt ausgeben?
  • Gibt es einen Tierarzt in der Nähe?
  • Ist das favorisierte Tier ein Einzelgänger oder braucht es Artgenossen als Gesellschaft?
  • Wer pflegt das Tier, wenn ich Urlaub mache?

Die beliebtesten Haustiere in Deutschland

Beispiel Kaninchen

Beim Kauf eines Kaninchens beispielsweise übernimmt man Verantwortung für einige Jahre. Im Durchschnitt leben die Tiere acht bis zehn Jahre, sie können aber auch bis zu 15 Jahre alt werden. In freier Wildbahn leben Kaninchen in Gruppen zusammen. Als Haustiere sollten sie deshalb nie einzeln gehalten werden, damit sie nicht vereinsamen. Die Kombination von einem (kastrierten) Männchen und einem Weibchen sind fast immer harmonisch, bei zwei Weibchen kann es zu Konflikten kommen, berichten Züchter.

Damit die Kaninchen gesund bleiben, müssen sie sich ausreichend bewegen können. Ein Stall von mindestens 1,20 Metern Länge ist deshalb Minimum, nach Möglichkeit sollten die Tiere auch regelmäßig Auslauf im Freien bekommen.

Langeweile macht Tiere krank

Hunde wollen spielen, spielen, spielen, müssen aber auch gut erzogen werden, damit sie sich in ihre Familie einordnen.

Wie ihre Artgenossen in der freien Natur brauchen auch Hauskaninchen Abwechslung. Sie wollen knabbern, graben und sich verstecken. Fehlt ihnen das Material, um sich genügend beschäftigen zu können, langweilen sie sich - mit der Zeit kann es zu Verhaltensstörungen wie Beißen oder Gitternagen kommen.

Hauskaninchen werden heute oft in großen Zuchtfarmen mit tierquälerischer Käfighaltung aufgezogen und anschließend über viele Kilometer zu den Einzelhändlern transportiert. Wer das nicht unterstützen möchte, sollte das Tierheim oder einen Züchter, bei dem man die Haltungsbedingungen direkt ansehen kann, einem Zoogeschäft vorziehen.


8