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Prüfungsangst Fit für die mündliche Prüfung

Prüfer sind auch nur Menschen. Deshalb gilt für mündliche Prüfungen: sich einfach unterhalten und geschickt von Schwächen ablenken. Mit einem klaren Konzept im Kopf fällt das nicht schwer.

Stand: 21.06.2016

Abiturprüfung | Bild: picture-alliance/dpa

Vor mündlichen Tests ist die Angst oft am größten: Allein die Vorstellung, dem Prüfer gegenüber zu sitzen - am besten noch mit anderen Zuhörern im Rücken - verursacht vielen Prüflingen Bauchgrimmen. Doch der Prüfer ist weder ein Monster, noch sind Sie ihm hilflos ausgeliefert. Die Kunst besteht darin, ein lockeres Gespräch zu führen, von Schwächen abzulenken und geschickt zu kontern.

So machen Sie das Beste aus der Situation

Mündliche Prüfungen haben gegenüber den schriftlichen Examen durchaus einige Vorteile: Sie sind in der Regel wesentlich kürzer als die schriftliche Variante. Zudem können Missverständnisse im Gespräch sofort aus dem Weg geräumt und Antworten korrigiert werden.

Vor der Prüfung

Reden üben

Alles Wissen der Welt wird Ihnen nicht viel nützen, wenn Sie es nicht präsentieren können. Überlegen Sie sich deshalb, welche Fragen man zum Thema stellen könnte und beantworten Sie sie laut in kurzen Vorträgen. Eine andere Möglichkeit: Stehen Sie Freunden oder Kommilitonen Rede und Antwort.

schriftliches Konzept

Bereiten Sie ein schriftliches Konzept vor, in dem Sie das inhaltliche Gerüst für die Prüfung skizzieren. Es hilft Ihnen später, flüssig zu sprechen und mit klar strukturierten Argumentationslinien zu glänzen. Bringen Sie die Struktur des Vortrags abschließend auf einem einzigen Blatt unter, das Ihnen als Gedächtnisstütze dient.

Der Prüfer ist kein Feind

Machen Sie sich klar, dass der Prüfer auch nur ein Mensch ist. Er hat Verständnis für nervöse Prüflinge und keinen Spaß daran, jemanden durchfallen zu lassen. Sehen Sie im Prüfer einen Freund, mit dem Sie locker über Ihr Gelerntes plaudern.

In der Prüfung

Auftreten

Den ersten Pluspunkt erreichen Sie durch Ihr persönliches Auftreten: Kleiden Sie sich angemessen, seien Sie pünktlich und höflich. Blicken Sie dem Prüfer bei der Begrüßung selbstbewusst in die Augen. Fehlt nur noch der feste Händedruck.

Gespräch

Die meisten Prüfer ziehen die Gesprächssituation dem bloßen Abfragen vor. Führen Sie deshalb eigene Gedanken oder andere Interpretationsmöglichkeiten an. So zeigen Sie dem Prüfer, dass Sie sich mit dem Stoff wirklich auseinandergesetzt haben. Kurze Antworten und passives Abwarten dagegen ermuntern den Prüfer dazu, sich immer neue Fragen einfallen zu lassen - nicht immer solche, auf die sich der Kandidat vorbereitet hat!

Nachhaken

Falls Sie sich nicht sicher sind, ob Sie eine Frage richtig verstanden haben: Haken Sie direkt nach, bitten Sie um eine andere Formulierung oder wiederholen Sie die Frage mit Ihren eigenen Worten.

Nachdenken

Sie müssen nicht jede Frage sofort beantworten. Bitten Sie bei komplizierten Fragen um kurze Bedenkzeit. Ordnen Sie Ihre Gedanken und überlegen Sie sich, wie man die Antwort klug gliedern könnte.

Antworten

Der Prüfer möchte eine klare Antwort auf seine Frage. Gehen Sie deshalb erst auf den Kern der Frage ein, danach können Sie Details oder etwaige Probleme erläutern.

Offenheit

Falls Ihnen nichts einfällt: Bitten Sie um ein Stichwort oder stellen Sie eine Rückfrage wie "Ich bin mir nicht sicher, worauf Ihre Frage abzielt." Hilft nicht? Dann geben Sie das offen zu und bitten Sie um eine Ersatzfrage. Geschickt: "Mit diesem Problem habe ich mich nicht befasst, weil ich mich insbesondere auf die Aspekte X und Y konzentriert habe."

Kompentenz

Wenn Sie ab und zu ein treffendes Fachwort einwerfen, unterstreicht das Ihre Kompetenz. Bloßes Fachchinesisch dagegen wird den Prüfer zum Nachbohren animieren.

Reaktionen

Achten Sie auf die Reaktion Ihres Gegenübers: Ein leichtes Nicken oder Lächeln verrät, dass Sie auf dem richtigen Weg sind.


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