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Verbraucherschutz Die Tester im Überblick

Nur sicheres Spielzeug sollte in Kinderhände. Doch gesetzliche Prüfungen sind in Deutschland nicht vorgesehen. Getestet wird - wenn überhaupt - meist von Verbraucherschutzorganisationen.

Stand: 05.12.2016

Entflammbarkeitstest an einem Teddybär | Bild: picture-alliance/dpa

Getestet wird Spielzeug in Deutschland meist von unabhängigen Test-Instituten und Verbraucherschutzorganisationen. Gesetzlich gefordert ist so eine Prüfung nicht. Institutionen wie TÜV und LGA prüfen Spielzeug nur auf Wunsch des Herstellers. Nach einem festgelegten Anforderungkatalog werden Produkttests durchgeführt, die Fertigungsstelle überprüft und jährliche Stichproben genommen. Trägt Spielzeug ein TÜV- oder LGA-Siegel, kann man davon ausgehen, dass es mindestens die europäische Sicherheitsrichtlinie für Spielzeug erfüllt.

Tests ohne Herstellerwissen

Unabhängige Verbraucherorganisationen wie die Stiftung Warentest und der private Öko-Test-Verlag dagegen führen ohne Wissen der Hersteller stichprobenartig Tests diverser Produkte durch. Dadurch decken sie immer wieder Verstöße gegen geltendes Recht auf. Sie setzen zum Teil aber auch deutlich strengere Kriterien an als die europäische Sicherheitsrichtline für Spielzeug fordert.

Die wichtigsten Tester

TÜV und LGA

"TÜV" heißt technischer Überwachungsverein und ist eine Vereinigung unabhängiger Prüf-Institute und Tochtergesellschaften. Die drei größten Test-Gesellschaften sind der TÜV-Rheinland mit seiner Tochtergesellschaft LGA (Landesgewerbeanstalt), der TÜV-Süd und der TÜV-Nord. Sie sind inzwischen privatwirtschaftlich organisiert und finanzieren sich auch durch ihre Produkt-Tests. Getestet werden Gebrauchsgegenstände, für die Hersteller einen Auftrag erteilt haben: wie zum Beispiel Möbel, Haus- und Gartengeräte sowie Spielsachen. Die Tests verlaufen nach standardisierten Vorgaben im Labor. Spielzeug muss mindestens der geltenden europäischen Sicherheitsrichtlinie entsprechen. Für manche Siegel dieser Institute müssen auch strengere Kriterien erfüllt werden.

Stiftung Warentest

Die Verbraucherschutzorganisation Stiftung Warentest ist eine von der Bundesrepublik Deutschland 1964 errichtete gemeinnützige Stiftung des privaten Rechts. Ziel ist es, Verbraucher durch unabhängige Tests von Waren und Dienstleistungen objektiv zu informieren. Das Unternehmen darf laut Satzung keine Einnahmen aus Anzeigen erzielen. Zum Ausgleich zahlt der deutsche Staat derzeit knapp 16 Prozent des Etats. Überwiegend finanziert sich die Stiftung jedoch durch den Verkauf ihrer Publikationen. Die Stiftung Warentest entscheidet selbst, welche Produkte sie untersucht. Die Hersteller wissen im Vorfeld nichts davon. Die Tests werden europaweit in externen, unabhängigen Prüflabors durchgeführt.

Öko-Test

Das Verbrauchermagazin Öko-Test wurde 1985 gegründet und vergibt ein eigenes Test-Label. Im Gegensatz zur gemeinnützigen Organisation Stiftung Warentest ist Öko-Test ein privater Verlag. Ausgewählt werden für die unabhängigen Tests Produkte, die viel gekauft werden, neu auf dem Markt sind oder besonders beworben werden. Schwerpunkt der Untersuchungen sind gesundheitliche Risiken und die Schadstoffbelastung von Alltags-Produkten, wobei teils strengere Maßstäbe angelegt werden als vom Gesetzgeber verlangt. Doch auch der Nutzen von Produkten kommt auf den Prüfstand.


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