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Ostereier Bunte Schalen braucht das Ei

Keine Frage: Zu Ostern kommen bei uns die meisten Eier auf den Tisch. Ob's an den ansprechenden Farben liegt? Die bekommt man mit allerlei Hilfswerk aufs Ei. Das Ergebnis überzeugt allerdings nicht immer.

Stand: 12.04.2019

Gefärbte Eier werden anscheinend lieber gegessen als nackige. Farben bekommt man auf verschiedenste Art aufs Ei - mit Glanzmalstiften, Flüssigfarbe, Färbepulver, -tabletten, -blättchen und -stäbchen. Zur Auswahl stehen Chemie- und Naturfarben wie Zwiebelschalen. Naturfarben sind zwar nicht so intensiv wie chemische Farben, dafür sind sie unbedenklicher.

Umstrittene Chemie

Eigentlich dürfen Eifärbemittel nur für Lebensmittel zugelassene Farbstoffe enthalten. Manche der erlaubten und eingesetzten Azofarben sind jedoch umstritten und stehen in Verdacht, bei Kindern zum Beispiel Aufmerksamkeitsstörungen hervorzurufen. Allerdings müssen sie dann schon im Übermaß verzehrt werden. Die knallbunten Supermarkt-Eier sind oft mit Azofarben gefärbt. Sollten durch einen Bruch der Schale Verfärbungen auf dem Ei sein, muss man das ja nicht unbedingt den Kindern geben.

Kennzeichnungslücke bei gefärbten Eiern:

Während bei rohen Eiern der Erzeuger-Code Auskunft über die Herkunft gibt, entfällt diese Kennzeichnungspflicht für gefärbte Eier. Für eine Kennzeichnung als bayerisches Produkt genüge es, wenn die Eier in Bayern gefärbt würden, so eine Sprecherin der Verbraucherzentrale Bayern. Dort rät man daher, entweder gefärbte Bio-Eier oder rohe Eier aus tiergerechter Haltung zu kaufen und selbst zu färben.

Überkochte Eier

Bei hart gekochten Eiern sieht man öfter Dotter mit einem grau-grünen Rand. Dann ist das Ei "überkocht", es ist zu lange gekocht worden. Das kommt daher, dass das im Ei enthaltene Eisen mit dem Schwefelwasserstoff reagiert und Eisensulfid gebildet wird.

Noch ein Hinweis: Gekochte Eier nie mit einem Silberlöffel essen. Der im Ei enthaltene Schwefel reagiert mit dem Silber, wird zu Silbersulfid, und der Löffel färbt sich schwarz.

Alternative: Naturfarben aus dem Bioladen oder Reformhaus

Eine natürliche Färbe-Alternative sind Naturfarben aus dem Reformhaus oder Bio-Laden. Diese Farben bestehen zum Teil oder vollständig aus Pflanzenfarben und enthalten keine gesundheitsschädigenden Zusatzstoffe. So knallig bunt wie chemisch gefärbte Eier werden natürlich gefärbte Eier allerdings nicht.

Durch die Eierschale dringt beim Färben fast nichts

Doch ganz egal, womit man seine Eier färbt: Eierfarben sind in aller Regel unbedenklich, denn die Mengen, die eventuell ins Ei durchdringen, sind viel zu gering, um sich auf die Gesundheit auszuwirken.

Tipps zum Färben

Weiße Eier

Weiße Eier färben besser: Weiße Eier sind besser geeignet als braune - kurz vor Ostern könnten sie aber schon ausverkauft sein.

Abfärbende Farben

Farben färben ab: Pflanzenfarben färben auch auf Töpfe ab, deshalb besser einen alten Topf verwenden.

Curcuma

Vorsicht bei Curcuma: Wer sehr empfindlich oder auf viele Dinge allergisch reagiert, sollte besser auf Curcuma verzichten. Curcumin kann Hautausschläge und Asthma hervorrufen.

Eier marmorieren

Eier marmorieren mit Pflanzenfarben: Ein Ei zusammen mit Pflanzenteilen in dünnes Papier (z.B. Seidenpapier) einwickeln, mit Schnur oder Gummiring umwickeln und in kochendes Wasser werfen.

Selbst färben

Wer auf chemische Farbstoffe oder Naturfarben verzichten will, kann auch selbst Hand anlegen. Dazu sammelt man Kräuter, Beeren, Gemüse und Zwiebelschalen und kocht die Beute in Wasser aus. Folgende Farbtöne bietet der "Natur-Malkasten":

Naturfarben fürs Ei

Rot

Rote-Beete-Saft oder rote Zwiebelschalen

Grün

Spinat, Petersilie, Johanniskraut, Efeu, Matetee

Gelb

Safranfäden, Curcuma, Kamille

Blau & Lila

Rotkohlblätter, Heidelbeeren, Holunderbeeren

Braun

Schwarzer Tee, Walnussschalen, Kaffee

Schöne Muster für die Eier

Abgekocht, nicht abgeschreckt

Die Eier im ausgekochten Pflanzen-Sud hart kochen und eine halbe Stunde einwirken lassen. Eier-Experten empfehlen, die hartgekochten Eier nicht abzuschrecken, dann halten sie länger: bei Zimmertemperatur einige Wochen. Am Schluss einen Schuss Essig ins Wasserbad geben, das bringt die Pflanzenfarben zum Strahlen. Aus Omas Trickkiste: Die gefärbten Eier mit Speck oder Speiseöl einreiben, dann glänzen sie schön und halten ebenfalls länger. Das Fett schließt die Poren in der Eierschale.


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