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Lebkuchen Köstliche Erfindung eines armen Bäckers?

Um das klassisch-köstliche Weihnachtsgebäck ranken sich viele bunte Geschichten. Eine der glaubwürdigsten: Der Lebkuchen soll angeblich aus Not entstanden sein, weil Mehl fehlte.

Stand: 31.10.2018 | Archiv

Lebkuchensorten | Bild: picture-alliance/dpa

Ein armer Nürnberger Bäcker soll aus der Not eine Tugend gemacht haben: Er verarbeitete all die Zutaten, die er gerade noch in seiner Bäckerei hatte, zu einem Teig. Mehl hatte er nicht, aber Nüsse. Zucker hatte er nicht, aber Marmelade und etwas Marzipan. Und natürlich Gewürze - denn Nürnberg war eine Handelsstadt, in der reichlich Gewürze auf den Markt kamen. So mischte der arme Bäcker, was er hatte - und die Leute waren vom Resultat so begeistert, dass er seine "Kuchen" immer wieder nach dem gleichen Rezept nachbacken musste. Mit der Not war es vorbei. Raten Sie mal, wie der Bäcker hieß. Natürlich: Leb! Und so wurden aus den besonderen Gewürzkuchen des Bäckers Leb die Lebkuchen.

Wie gut, dass einem Bäcker in Nürnberg mal das Mehl ausging. So wurde der Lebkuchen erfunden.

Das klingt jedenfalls viel romantischer als die nüchterne Erklärung, dass sich "Leb" von "Laib" ableitet. Und Lebkuchen nichts anderes sind als "Kuchen in der Form eines Brotlaibs".

Ein Teil Nüsse, ein Teil Geheimnis

Lebkuchen sind beliebt und enthalten als Hauptbestandteil gesunde Haselnüsse. Bei den "Nürnberger Elisenlebkuchen" beträgt der Nussanteil bis zu 40 Prozent. Dafür kommen sie ohne Mehl aus. Weitere Zutaten sind: Orangeat, Aprikosenmarmelade, Marzipan, Eiweiß als "Bindemittel" und Lebkuchengewürz, dessen Zusammensetzung das Geheimnis eines jeden Lebkuchenbäckers ist.

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Gebacken werden die Lebkuchen nur kurz, dafür bei hohen Temperaturen um 220 Grad. Dadurch bleiben sie innen feucht und halten sich lange. Ein Teil der fertigen Lebkuchen bekommt dann einen Überzug aus Schokolade, andere werden mit Zuckerguss glasiert. Und wieder andere kommen so, wie sie sind, in die Tüte - wo sie meist nicht lange bleiben. Die Gefahr, alt und trocken zu werden, ist für einen Lebkuchen in der Weihnachtszeit gering.


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