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Verbraucherschutz Daran erkennt man gutes Fleisch

Die Frage, wie sich Verbraucher gegen schlechtes Fleisch schützen können, gilt nicht nur für Zeiten, in denen Gammelfleisch & Antibiotika in Futtermitteln für Schlagzeilen sorgen. Grundlegende Kriterien zum Fleischkauf finden Sie hier.

Stand: 30.09.2015

Fleischtheke im Supermarkt | Bild: picture-alliance/dpa

Schweinefleisch zum Beispiel sollte gleichmäßig rosa bis dunkelrosa sein, Rindfleisch dunkelrot. Leicht marmoriertes Fleisch ist aromatischer als ganz mageres, denn Fett ist Geschmacksträger und -verstärker. Die Marmorierung sorgt zudem dafür, dass das Fleisch nach dem Garen zart und saftig wird. Lammfleisch sollte hellrot bis rot sein, Wildfleisch dunkelrot, aber nicht bräunlich. Dann ist es nämlich nicht mehr frisch.

Anonyme Hotline

Verstöße gegen das Lebensmittelrecht können Sie anonym beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit melden unter der
Telefon-Hotline 09131 6808 5656 (besetzt werktags von 9.00 bis 11.30 Uhr und von 13.00 bis 15.00 Uhr) oder online beim Bayerischen Amt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit:

Nicht zu lange aufbewahren

Etikettenschwindel?

Fleisch sollte immer einen frischen Glanz haben und nicht schmierig wirken. Es muss fest sein und darf sich nicht leicht eindrücken lassen. Bei null bis vier Grad hält sich Rindfleisch drei bis vier Tage, Kalb- und Schweinefleisch sollten innerhalb von zwei bis drei Tagen zubereitet werden. Hackfleisch ist noch am selben Tag zu verarbeiten. Ausnahme: Wenn Sie Fleisch beim Metzger frisch durch den Wolf drehen lassen und die Kühlkette nicht unterbrochen wird, können Sie das Gehackte spätestens auch noch am Folgetag verarbeiten.

Vorsicht bei mariniertem Fleisch

Weil es praktisch ist und weniger Arbeit macht, kaufen viele für ihre Grillparty schon fertig mariniertes Fleisch. Verbraucherschützer raten allerdings dazu, lieber frisches Grillgut ohne Marinade zu kaufen. Denn Fleisch, das fertig eingelegt verkauft wird, ist oft nicht mehr ganz frisch. Kunden und sogar Lebensmitteltester tun sich wegen der Sauce schwer, mögliche Qualitätsmängel zu erkennen: Die Farbe der Sauce verbirgt die Farbe des Fleisches und die beigemengten Gewürze überdecken dessen Geruch.

Im Zweifelsfall sollte man sich erkundigen, ob das Fleisch schon einmal gefroren war. Denn Aufgetautes sollte am besten sofort verbraucht werden. Schwimmt das Fleisch zu sehr im eigenen Saft oder hat die Sauce bereits Trockenränder, sollte man es besser nicht kaufen. Und auch bei Sonderangeboten sollte man vorsichtig sein. Am besten sei es, frisches Fleisch zu kaufen und die Marinade selbst zu machen.

Aroma & Geschmack

Brühwurst, Kochwurst und Rohwurst sollten stets separat voneinander aufbewahrt werden, da sich sonst ihre Geschmäcker mischen.

Wildfleisch - Sicherheit durch kurze Wege

Niemals süßlich oder modrig

Nach dem Erlegen soll Wild zum Reifen mehrere Tage in einer Kühlkammer abhängen, damit das Fleisch schön zart wird. Sein Geruch ist dann leicht säuerlich und aromatisch. Niemals sollte Wildfleisch süßlich oder unangenehm modrig riechen.

Rund 60.000 Tonnen Wildfleisch verspeisen die Deutschen jedes Jahr. Auf jeden Einzelnen kommt also deutlich weniger als ein Kilo, bei einem Gesamtfleischverbrauch von über 60 Kilogramm pro Kopf jährlich. Aus heimischen Revieren stammen dabei 60 Prozent des Wildfleischs, 40 Prozent sind Importware.

Grillfleisch

Garantiert frisches Wildfleisch bekommt man bei Direktvermarktern. Das können zum Beispiel Jäger sein. Diese dürfen Fleisch allerdings nur in bratfertigen Stücken abgeben, wenn sie einen Schlachtraum nach den EU-Richtlinien besitzen. Ansonsten können sie die Tiere am Stück verkaufen. Manche Restaurants kaufen Wild mit Haut und Haaren. Das Fleisch von Wildschweinen darf dabei nur abgegeben werden, nachdem es im Labor auf Trichinen untersucht wurde. Bedingt durch die gesetzlich begrenzten Jagdzeiten ist das Angebot an Frischfleisch allerdings in manchen Monaten eingeschränkt.

Qualität statt Schnäppchen

Am besten beraten sind Verbraucher, die genau wissen, woher das Fleisch auf ihrem Teller stammt. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) beispielsweise appellierte an die Verbraucher, Wurst und Fleisch im Fachhandel und in Bioläden zu kaufen. Mit dem Abbau von Massentierhaltung und überschüssigen Fleischbergen könne der dauerhafte Preisdruck gestoppt werden. Darüber hinaus führe Massentierhaltung wegen der Raumenge auch zu Tierverletzungen und zu schlechterer Fleisch-Qualität.

Warum Bio-Fleisch teurer ist

Was Bio-Fleisch teurer macht als herkömmliches Fleisch ist die Tatsache, dass Tiere bei artgerechter Haltung zum Beispiel viel mehr Platz, Auslauf und ein längeres Leben haben. So verbrauchen Schweine, die sich bewegen und ins Freie dürfen, rund 50 Prozent mehr Futter als Artgenossen in beheizten Ställen. Bio-Freunde drehen den Spieß bisweilen auch um und argumentieren, dass Biofleisch nicht zu teuer, sondern konventionelles Fleisch zu billig sei.

Der Verband der Fleischwirtschaft formuliert es hingegen so: "Die Produktionskosten und das Produktionsrisiko [von Bio-Fleisch] sind wesentlich höher als bei konventioneller Tierhaltung. Zu den folglich höheren Produktionspreisen gibt es nur eine geringe Nachfrage."

Ein weiteres Problem der Bio-Branche sind die strengen Auflagen, die viele Betriebe davon abhalten, auf Bio-Haltung umzusteigen - und den Markt zu erweitern. Diese Vorgaben sorgen dafür, dass insbesondere Hühner-Fleisch aus Biohaltung bis zu viermal teurer ist als konventionelles.


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