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Eine Frage des Glaubens Fleisch oder nicht Fleisch?

Die Schnitzelfrage erregt die Gemüter: Ob jemand Fleisch isst oder nicht, ob Bio-Pute oder Billig-Burger, wird oft zu einer Frage der Weltanschauung aufgebauscht. Höchste Zeit für ein paar Fakten zum Fleischkonsum.

Stand: 30.09.2015

Fleisch und Salatblätter | Bild: colourbox.com

Fleisch kann ein wertvoller Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein. Es enthält eine Menge Eiweiß, Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe wie Eisen, Zink und Selen. Der menschliche Körper kann diese Nährstoffe aus dem Fleisch gut aufnehmen und verwerten.

Das deckt den jährlichen Bedarf eines Menschen an tierischem Eiweiß.

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) empfiehlt, dass jeder Mensch täglich rund 20 Gramm an tierischem Eiweiß zu sich nimmt, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Das entspricht 7,3 Kilogramm Fleisch jährlich. Auch der Bundesverband der Verbraucherzentralen empfiehlt zwischen 300 und maximal 600 Gramm pro Woche. Auch wer völlig auf Fleisch oder Fisch verzichtet, kann sich gesund ernähren - falls auf eine ausgewogene vegetarische Kost geachtet wird.

Zu viel ist ungesund!

aufgeschnittene Salami und Hartwurst, verschiedene Sorten | Bild: colourbox.com zum Artikel Fleisch & Salz Lieber Steak statt Salami

Die landläufige Meinung: Rotes Fleisch erhöht das Risiko von Krebs oder Herzerkrankungen. Doch neueren Studien zufolge wird die Rolle von rotem Fleisch bei diesen Erkrankungen überschätzt - was nicht heißt, das es gesund ist. [mehr]

Die große Mehrheit der Deutschen konsumiert mehr als genug tierisches Eiweiß, das belegt die 2008 veröffentlichte Nationale Verzehrstudie II: Jeder deutsche Mann isst demzufolge täglich 103 Gramm Fleisch, Wurst oder sonstige Fleischprodukte, das sind mehr als über 700 Gramm wöchentlich. Frauen hingegen verspeisen im Durchschnitt knapp die Hälfte davon, nämlich 53 Gramm pro Woche. Sonstige tierische Proteine aus Fisch, Eiern und Milch wurden nicht berücksichtigt.

Milliarden von Rindviechern

So ist der Hunger auf Fleisch in den letzten 30 Jahren gewachsen.

Eines scheint gewiss: Für die Umwelt ist der weltweit rasant wachsende Fleischkonsum eine Belastung. In den Entwicklungsländern hat sich der Fleischkonsum seit 1980 mehr als verdoppelt, teilte die FAO im Februar 2010 mit. In China habe sich der Verbrauch sogar vervierfacht. Auch in den Industrieländern stieg der - ohnehin schon hohe - Verbrauch weiter an. Und die Viehwirtschaft wächst weiter: Bis 2050 rechnen die Experten mit einer Verdoppelung der jährlichen Fleischproduktion.

Bis 2050 soll sich die jährliche Fleischproduktion verdoppeln.

Das bedeutet, dass auch die Treibhausgase, die bei der Viehzucht entstehen, und der Verbrauch von natürlichen Ressourcen und Trinkwasser weiter ansteigen wird - zu Lasten von Klima und Umwelt. Ein weiterer Aspekt: Die zunehmend konzentrierte Nutztierhaltung und der wachsende internationale Handel mit Fleischprodukten begünstigt die Verbreitung von Tierkrankheiten, die auf den Menschen überspringen.


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