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Komfort gegen Daten Deal 1: Bonuskarten - Bargeld für Daten

Bonuskarten sind einfach zu nutzen und bringen Wertgutscheine oder sogar ein bisschen Bargeld zurück in die Haushaltskasse. Doch mit den Daten können exakte Profile erstellt werden: Die Grundlage für personalisierte Werbung.

Von: Wolfgang Zehentmeier und Florian Regensburger

Stand: 11.06.2015

Symbolbild | Bild: picture-alliance/dpa

Bonuskarten erfreuen sich großer Beliebheit. Es gibt viele Karten, die auf eine Kette oder ein Geschäft begrenzt sind, aber auch übergreifende Bonuskarten. Neben der DeutschlandCard ist Payback der bekannteste Anbieter so einer übergreifenden Rabattkarte in Deutschland.

Punkte sammeln an der Supermarktkasse

Das Prinzip ist kinderleicht: Beim Zahlen an der Kasse wird die Karte vorgezeigt und gescannt. Dadurch werden auf den Karteninhaber Rabattpunkte gebucht, die später in Gutscheine oder bares Geld umgewandelt werden können.

Sage mir was Du kaufst und ich weiß, wer Du bist

Doch vielen Leuten ist gar nicht bewusst, was für teils intime Informationen sie dadurch preisgeben. Denn ein Versuch in München zeigt: Vielen Menschen ist es unangenehm, wenn sie nach dem Einkauf ihren Namen, ihre Adresse und ihr Alter angeben sollen und anschließend ihr Einkauf Stück für Stück untersucht wird - selbst wenn sie als Gegenleistung dafür ein paar Cent bekommen.

Karte vorzeigen ist einfacher

Ein direkter - menschlicher - Blick in den Einkaufskorb ist vielen unangenehm...

Der Trick der Bonuskarten ist, dass nur die Karte an der Kasse gezeigt wird. Das ist einfach und geht nebenbei, niemand stellt unangenehme Fragen - scheinbar. Denn es wird gar nicht richtig klar, welche Daten da miteinander verbunden werden. Dazu kommt die Zusicherung der Kartenfirmen, die Daten seien bei ihnen sicher. Nach Angaben von Payback beispielsweise ist der Schutz der Kundendaten TÜV-zertifiziert und das Unternehmen verwende die Daten "verantwortungsvoll nach den Vorgaben des Bundesdatenschutzgesetzes". Einen Adressenhandel mit den Daten der Kunden gibt es nach Angaben von Payback nicht.

Das Smartphone verrät, wo die Kunden sind

Und die Bonuskarte ist nur der Anfang. Der Handel ist begierig danach, immer noch mehr über seine Kunden zu erfahren, um mit diesem Wissen noch besser und noch mehr verkaufen zu können. So werden in einigen Geschäften inzwischen mittels WLAN-Sensoren die Smartphones der Kunden im Laden verfolgt. Dabei wird analysiert, wer sich wo im Geschäft bewegt, wer wie lange vor welchem Regal stehen bleibt. Über die Gerätekennung seines Telefons ist der Kunde zudem beim nächsten Besuch wiedererkennbar.


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